Tag-Archiv | Young Adult

Neu im Bücherregal

Ich gebe es zu, ich habe in der letzten Zeit ganz schön gesündigt, was meinen SuB angeht. Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich immerhin noch einen Gutschein hatte, den es auszugeben galt. Und dank meines Mitarbeiterrabatts erhöht sich der Betrag, den ich zur Verfügung habe, ja auch noch. Und für drei der Bücher konnte ich auch gar nichts. Die sind noch aus der Bestellung vom letzten Verlagsabend.

Und das alles ist in der letzten Woche hier eingezogen:

SAM_2229

  • Für immer Ella & Micha / Jessica Sorensen (ein Gewinn vom Heyne Verlag – herzlichen Dank!)
  • Fürchte nicht das tiefe blaue Meer / April Genevieve Tucholke (Gutschein)
  • Schmetterlinge im Gepäck / Stephanie Perkins (Gutschein)
  • Abbi Glines / Little Secrets. Vollkommen verliebt (Gutschein)
  • Was vom Sommer übrig blieb / Tamara Bach (für 2,95 Euro aus der ME-Kiste auf der Arbeit gefischt)

SAM_2226Und vom Carlsen-Abend, auch hier einen herzlichen Dank an den Verlag!

  • Wie Blut so rot / Marissa Meyer (Luna Chroniken 2)
  • Jersey Angel / Beth Ann Bauman (erscheint am 25. April 2014)
  • Kiss me, kill me / Lucy Christopher

Eine schöne Ausbeute, oder? Nun muss ich nur noch alles lesen. Mit „Little Secrets“ bin ich schon durch – irgendwie hat es mir Abbi Glines angetan. Als nächstes möchte ich dann ihre Reihe über Della & Woods lesen, „Rush of love“ habe ich ja auch schon komplett durch. Überhaupt mag ich Romane in dieser Art zurzeit sehr. Deswegen werde ich auch bald den 2. Teil von Ella & Micha anfangen und freue mich auch schon sehr auf die Fortsetzung von „Weil ich Layken liebe“.

Vier Beutel Asche / Boris Koch

Titel: Vier Beutel Asche

Autor: Boris Koch

Seitenzahl: 380

Woher ich es habe: Innerhalb der NotizBuch-Aktion von der lieben Hannah erhalten – danke nochmal! 🙂

Für die „Contemporary Young Adult-Challenge“ fehlte mir noch ein Buch für meine Leseliste und da kam mir die NotizBuch-Aktion von Hannah gerade recht. „Vier Beutel Asche“ ist nun schon mein drittes NotizBuch und jedes Mal hatte ich viel Spaß daran. Es ist unglaublich interessant zu lesen, welche Gedanken sich die anderen zu einer bestimmten Person oder Situation gemacht haben. Manchmal sind da alle einer Meinung, manchmal entwickelt sich aber auch eine richtige kleine Diskussion im Buch – wirklich toll! Den Autor Boris Koch kannte ich übrigens vor der Aktion noch nicht, aber ich werde ab jetzt seine Veröffentlichungen im Auge behalten und  mir auch mal seine vorherigen Veröffentlichungen ansehen.

Handlung:

Seit Jan seinen besten Freund Christoph bei einem Unfall verloren hat, ist er voller Wut. Auf den Fahrer des Unfallautos, auf Christophs Eltern, auf die Welt im Allgemeinen und auf sich selbst. An Christophs Geburtstag beschließt er, die Party zu dessen Ehren früh zu verlassen und stattdessen dem Grab seines besten Freundes einen Besuch abzustatten. Dort trifft er tatsächlich, mitten in der Nacht, noch 3 weitere Menschen aus Christophs Leben: seine Freundin Selina, seinen Kumpel Maik und die geheimnisvolle Lena, von der niemand weiß, in welcher Beziehung sie eigentlich zu Christoph stand. Gemeinsam beschließen die 4 Jugendlichen, sich mit 2 Motorrollern auf den Weg nach Frankreich zu machen, an die Küste. Denn Christoph wollte seine Asche über dem Meer ausgestreut und nicht auf dem düsteren Dorffriedhof begraben wissen.

Eigene Meinung:

Das Cover des Romans passt hier extrem gut zum Inhalt. Es zeigt die verschwommene Silhouette eines jungen Mannes, der sich in voller Bewegung zu befinden scheint. Hier könnte es sich um Christoph auf seinem Fahrrad handeln oder auch um Jan auf einer der beiden Motorroller. Diese Bewegung und auch die Farben suggerieren auf der einen Seite eine gewisse Lebendigkeit, auf der anderen Seite strahlt das Cover auch etwas Unruhiges aus. Die Geschichte wird aus Jans Perspektive in der Ich-Form erzählt, so dass man als Leser ganz dicht an dem Protagonisten klebt. Man weiß selbst also immer nur so viel, wie Jan in der Geschichte bereits erfahren hat. Mit ihm als Protagonisten hatte ich zunächst auch meine Schwierigkeiten. Jan ist am Anfang so voller Wut und Aggression, dass niemand wirklich einen Zugang zu ihm findet. Am liebsten würde er sich an dem Verursacher des Unfalls rächen, denn der trägt – das findet zumindest Jan – die alleinige Schuld an dem Unfall. Doch letztendlich kann er hierzu nie den Mut finden und reagiert seinen Zorn daher in kindischen kleinen Drohbriefchen ab. Generell ist er ein sehr unnahbarer, unsympathischer Charakter, mit dem man sich als Leser nur schwer identifizieren kann.

Auch die Reise der 4 Jugendlichen nach Frankreich erweist sich als schwierig. Anstatt Christophs letzten Wunsch in Frieden zu erfüllen, gibt es ständig Streit. Vor allem Christophs Freundin Selina lässt ihren Unmut an den anderen aus und zeigt sich vor allem von Lenas Anwesenheit verunsichert und provoziert. Hatte Christoph etwa eine Affäre? Doch auch Jan ist enttäuscht, weil sein bester Freund ihm nie erzählt hat, dass er näher mit Lena zu tun hatte. Allein der übermütige Maik ist immer zu Mutproben und Dummheiten aufgelegt und raubt den anderen 3 den letzten Nerv. Zu allem Überfluss werden die 4 in Frankreich schließlich noch ausgeraubt und die Küste scheint in unendliche Ferne gerückt.

Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite ist das Thema ein sehr trauriges und man hätte aus der Grundidee der Handlung wirklich einiges machen können. Doch anstatt einer sensibel erzählten Geschichte zum Thema Trauer erwarten den Leser zunächst nur Jans Hasstiraden und kindische Streitereien darüber, wer nun Christophs Asche transportieren und wer überhaupt das Recht hat, an dieser irrsinnigen Fahrt nach Frankreich teilzunehmen. Auch die Reise selbst hätte ich mir ein wenig ausführlicher beschrieben gewünscht bzw. wäre es angenehmer gewesen, anstatt von den 4 Streithähnen mehr von der Landschaft zu lesen, durch die sie fahren. Denn eigentlich bin ein großer Fan von Roadtrips, aber hier hat mir einfach das nötige Flair gefehlt.

An Tiefe gewinnt der Roman erst, als die 4 sich am Lagerfeuer nach und nach erzählen, wie sie Christoph kennengelernt haben. Es wird viel geweint, aber auch gelacht und endlich, so scheint es, ist der Schmerz für jeden von ihnen etwas einfacher zu tragen. Danach hat man als Leser nicht nur einen besseren Bezug zu den 4 Jugendlichen, sondern auch der verstorbene Christoph nimmt Profil an. Erst jetzt konnte ich richtig nachvollziehen, was ihn als Freund ausgemacht hat und warum die anderen so um ihn trauern. Und auch Jan kann etwas von seiner Wut ablegen und sich wieder dem Leben zuwenden. Auf einmal tritt hinter der harten Schale ein sensibler, freundlicher Kern zu Tage, der mich mit dem unsympathischen Hauptcharakter aussöhnt. Das Ende ist hoffnungsvoll und verdeutlicht die Botschaft des Buches: Egal wie groß die Trauer auch ist, es lohnt sich immer weiterzuleben!

Fazit: nach anfänglichen Schwierigkeiten ein durchaus berührendes Buch über die Hilflosigkeit der Hinterbliebenen und darüber, wie man mit so einem schrecklichen Verlust weiterleben kann

3K

The opposite of invisible / Liz Gallagher

Cover The opposite of invisibleTitel: The opposite of invisible

Autor: Liz Gallagher

Seitenzahl: 151

Woher ich es habe: selbst gekauft

„The opposite of invisible“ ist der Debutroman der Amerikanerin Liz Gallagher. Inzwischen ist noch ein zweites Buch mit dem Titel „My not-so-still life“ von ihr erschienen – definitiv eine Autorenneuentdeckung, die es sich lohnt, im Auge zu behalten.

Handlung:

Alice und Jewel sind schon seit Jahren die besten Freunde. Der aufgeweckte, leicht durchgeknallte Jewel ist immer da, wenn Alice ihn braucht. Gemeinsam besuchen sie Kunstausstellungen, suchen sich ihre Kostüme für den nächsten Schulball aus und reden bis tief in die Nacht hinein. Doch in der Schule ist alles anders, dort gehen Alice und Jewel regelrecht unter. Mit niemandem haben sie so recht Kontakt, sie sind quasi „unsichtbar“ – keinen von beiden hat diesen Außenseiterrolle jedoch bisher gestört. Dann, eines Tages, verliebt Alice sich in Simon, einen der beliebtesten Jungen der Schule und will auf einmal nicht mehr unsichtbar sein. Für Jewel hingegen ist Alice „the opposite of invisible“ und so gerät ihre Welt völlig aus dem Gleichgewicht, als er sie zum ersten Mal küsst. Und das ausgerechnet an dem Tag, als Simon sie endlich zum Schulball einlädt. Wie wird Alice sich entscheiden und was wird nun aus der Freundschaft zu Jewel?

Eigene Meinung:

Ich muss gestehen, dass ich zunächst ein ganz anderes Buch erwartet hatte. Das Cover ist mit seinem schwarzen Untergrund sehr düster gehalten und auch das Mädchen, das zu sehen ist, wirkt nicht unbedingt glücklich. Sie hat die Arme ausgestreckt und scheint sehnsüchtig auf etwas außerhalb des Bildes zu blicken. Es soll sich hier wohl um Alice selbst handeln, denn die hat ebenfalls rote Haare und wird damit auch oft aufgezogen. Für ihr Hexenkostüm zum Schulball trägt sie ihre kupferfarbene Mähne jedoch zum ersten Mal mit Stolz, denn aufzufallen, das möchte sie eigentlich um jeden Preis vermeiden.

Alice und Jewel sind definitiv das Highlight des Romans. Vor allem der lebensfrohe Jewel ist eine Figur, wie man sie selbst gern kennen lernen würde. Wie Seth aus „The coincidence of Callie & Kayden“ ist er ein Freund, wie man sich keinen besseren wünschen kann. Treu steht er zu Alice, kennt sie besser als jeder andere, vielleicht besser als sie sich selbst kennt. Umso trauriger und manchmal auch unverständlicher ist es für den Leser, mit anzusehen, wie die beiden voneinander wegdriften, wie Äste in zu starker Strömung.

Alice, die bisher ihre Zeit lieber mit ihrer Kunst und intensiven Gesprächen mit Jewel verbracht hat, findet auf einmal Interesse an Simon, seines Zeichens Footballstar und einer der beliebtesten Jungs der Highschool. Ihre Wirkung auf andere unterschätzend war Alice immer der Meinung, einer wie er würde sowieso niemals auf sie aufmerksam werden und so befindet sie sich auf einmal in einer schwierigen Situation, die alles verändern wird. Eigentlich hatte sie Jewel versprochen, mit ihm zum Schulball zu gehen, doch der Wunsch, endlich einmal dazu zu gehören, ist stärker. Sie entscheidet sich gegen ihren besten Freund und das obwohl der eben erst den Mut gefunden hat, sie zum ersten Mal zu küssen. Anstatt zu malen begleitet sie Simon nun auf Parties, betrinkt sich dort zum ersten Mal und tut und sagt Dinge, die sie vorher nicht einmal gedacht hätte.

Als Leser leidet man mit Alice und vor allem mit Jewel fürchterlich mit. Man möchte vor allem Alice an den Schultern rütteln und auf sie einreden, wie perfekt sie zu Jewel passt und wie wenig zu Simon. Doch auf der anderen Seite kann man sie auch ein wenig verstehen, diese Angst, den besten Freund für immer zu verlieren, den Wunsch, Teil einer Clique zu sein und nicht immer nur „die seltsame Rothaarige mit ihrem komischen besten Freund“. Aber wenn Alice und Jewel aneinander vorbeigehen, ohne miteinander zu reden, wenn man miterlebt, wie Jewel sich einem anderen Mädchen nähert, dann bricht einem das fast das Herz. Das Ende des Romans ist dann nur noch eine logische Konsequenz der Ereignisse, auch wenn vieles offen und ungesagt bleibt. Für mich war es auf jeden Fall erfrischend, mal wieder eine Liebesgeschichte zu lesen, die ganz ohne Krankheit, Tod und große Dramen auskommt. Dafür ist „The opposite of invisible“ eine glaubhafte Geschichte über den Wunsch in uns, aus unserer Rolle auszubrechen und wenigstens einmal jemand ganz anderes zu sein.

Fazit: eine zarte Liebesgeschichte, die mit leiseren Tönen und ohne den großen Knall überzeugt

4K

Perfect Chemistry / Simone Elkeles

Cover Perfect ChemistryTitel: Perfect Chemistry

Autor: Simone Elkeles

Seitenzahl: 357

Woher ich es habe: Als Mängelexemplar gekauft

„Perfect Chemistry“ ist der erste Band einer Young Adult-Reihe der Amerikanerin Simone Elkeles, der deutsche Titel lautet „Du oder das ganze Leben“. In jedem der drei Bände begleitet der Leser einer der drei Fuentes-Brüder. Alles beginnt mit dem ältesten Bruder Alex, in den Folgebänden „Rules of Attraction“/“Du oder der Rest der Welt“ und „Chain Reaction“/“Du oder die große Liebe“ spielen seine beiden jüngeren Brüder Carlos und Luis die Hauptrolle. Außerdem hat Simone Elkeles noch eine weitere Trilogie und eine zweibändige Reihe verfasst. Da mir „Perfect Chemistry“ wirklich gut gefallen hat, wird das wohl auch nicht mein letztes Buch der Autorin bleiben.

Handlung:

Brittany Ellis und Alex Fuentes können unterschiedlicher nicht sein. Während Brittany aus einer reichen, weißen Familie stammt, heißt Alex eigentlich Alejandro, stammt aus Mexico und ist Mitglied einer Gang. Als die beiden im Chemieunterricht als Laborpartner eingeteilt werden, können sie sich zunächst nichts Schlimmeres vorstellen, als die nächsten Monate miteinander an einem Projekt zu arbeiten. Brittany führt die Cheerleader an und hat, wie könnte es auch anders sein, eine Beziehung mit dem Star des Football-Teams. In dieses Bild passt der selbstbewusste, aggressiv erscheinende Alex natürlich nicht hinein und auch dessen Freunde aus der Gang sind nicht unbedingt Fans von Brittany. Vor allem seine Exfreundin Carmen bewacht Alex mit Argusaugen. Doch nach und nach lernen Brittany und Alex sich besser kennen und finden heraus, dass der jeweils andere nicht der ist, den er nach außen hin darstellt.

Eigene Meinung:

Das Cover von „Perfect Chemistry“ ist recht schlicht gehalten. Auf dem schwarzen Buchumschlag ist ein junges Paar zu sehen, das rein äußerlich auf jeden Fall Brit und Alex darstellen könnte, auch wenn der gute Alejandro als Mitglied einer Gang wohl kaum Tribaltattoos tragen würde, aber immerhin schon ein Anfang. Nimmt man den Schutzumschlag ab, so setzt sich die Schlichtheit auch auf den Buch selbst fort. Auf dem Rücken prangen in pinkem Aufdruck Autorenname, Titel und Verlag, ansonsten ist der Roman schmucklos schwarz. Für die deutsche Ausgabe wurde das Cover übrigens beibehalten, was mir gut gefällt. Weniger gelungen finde ich den deutschen Titel „Du oder das ganze Leben“, weil er unnötig verkitscht ist und die Doppeldeutigkeit des englischen Titels nicht fassen kann.

Auf den ersten Blick ist die Handlung recht stereotyp und einfach. Brittany ist das typische, reiche, amerikanische Highschoolmädchen. Sie legt viel Wert auf ihr Aussehen und darauf, was andere von ihr denken, ist Captain der Cheerleader und bringt gute Noten nachhause. Alejandro hingegen ist der klassische Ruhestörer, der in der ärmeren Gegend der Stadt wohnt, in der hauptsächlich Mexikaner leben. Mit seiner Gang verbreitet er Angst und Schrecken an der Schule, auch Brittany bildet da keine Ausnahme. Dass die beiden sich aber schließlich doch ineinander verlieben werden, ist auch keine große Überraschung – was genau mochte ich also so sehr an dem Roman?

Was anfänglich wie eine simple Schwarz-Weiß-Zeichnung wirkt, wandelt sich nach und nach zu einem Roman über das Gefangensein in einer Welt, in der man nicht bleiben möchte. Anschaulich wird dies in den beiden Protagonisten Brittany und Alex. Im Verlauf der Handlung erhält der Leser Einblicke in das Leben der beiden so unterschiedlichen jungen Menschen und erfährt wichtige Details. Zum Beispiel, dass Brit sich zuhause aufopfernd um ihre behinderte Schwester Shelly kümmert und eigentlich ihr ganzes Leben nach ihr ausrichtet. Oder dass sie ständig das Gefühl hat, die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen zu müssen, weil Shelly das eben nicht kann. Und auch Alex hat seine warme, seine verletzliche Seite, die sich zeigt, wenn er sich liebevoll um seine Mutter und seine beiden Brüder sorgt. Oder wenn er darüber nachgrübelt, wie er den Ausstieg aus der Gang schaffen kann, ohne seine Familie zu gefährden. Und so ergeben sich auch wunderschöne, tiefsinnige, manchmal aber auch traurige Gespräche zwischen Brit und Alex. Eigentlich haben sie doch so vieles gemeinsam und dennoch leben sie in zwei völlig unterschiedlichen Welten, die sich scheinbar nicht verbinden lassen, oder vielleicht doch?

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist wirklich anrührend, auch wenn man sich am Anfang noch wünscht, Alex möge doch endlich einmal seine harten Sprüche und Brittany ihre Arroganz ablegen. Doch was danach folgt, ist eine zarte Liebe zwischen zwei Menschen, die nicht gelernt haben, sich einmal nur um sich selbst zu kümmern und die miteinander endlich einmal wieder so etwas wie Glück verspüren. Doch bald stellen sich ihnen auch schon die nächsten Hindernisse in den Weg – kann eine Liebe Bestand haben, wenn sie so viele Widrigkeiten überwinden muss? „Perfect Chemistry“ gibt die Antwort darauf.

Fazit: eine an manchen Stellen etwas vorhersehbare, aber trotzdem wunderschöne Liebesgeschichte

4K

The coincidence of Callie & Kayden / Jessica Sorensen

Cover Callie & KaydenTitel: The coincidence of Callie & Kayden

Autor: Jessica Sorensen

Seitenzahl: 276

Woher ich es habe: selbst gekauft

„The coincidence of Callie & Kayden“ ist einer der zahlreichen Romane der Amerikanerin Jessica Sorensen, die bisher vorwiegend Ebooks veröffentlicht hat. Neben der Reihe um Callie & Kayden, die am 28. Februar endlich mit Band 2 fortgesetzt werden soll, hat die Autorin noch 5 weitere Reihen und einen Einzelroman auf Lager. Mir war Jessica Sorensen ja überhaupt kein Begriff, bis ich von der lieben Elskamin mit der Nase darauf gestoßen wurde – vielen Dank dafür! Nach der Lektüre von „The coincidence of Callie & Kayden“ war mir sofort klar, dass ich eine neue Autorin für mich entdeckt hatte, deren weitere Reihen ich unbedingt noch lesen muss. Und für alle diejenigen, die keinen Ebook-Reader besitzen: die Buchausgabe ihres Ebooks „The secret of Ella and Micha“ erscheint Ende März.

Handlung:

Callie und Kayden kennen sich seit ihrer Kindheit, doch sie hatten nie wirklich etwas miteinander zu tun. Das ändert sich schlagartig, als Callie ihrer Bruder von einer Party im Haus von Kaydens Eltern abholen will und dabei Zeugin einer dramatischen Szene wird: Kayden wird von seinem Vater geschlagen, zu Boden geworfen und mit Fußtritten traktiert. Callie zögert keinen Moment und greift ein, womit sie Kayden vermutlich das Leben rettet. Hin und her gerissen zwischen Scham und einer unglaublichen Zuneigung zu dem Mädchen, das sich schützend vor ihn gestellt hat, obwohl er sie all die Jahre kaum beachtet hat, weiß Kayden nicht, wie er reagieren soll. Denn in Nachbarschaft und der Schule ist Callie als seltsam verschrien, seit sie sich an ihrem 12. Geburtstag die Haare abgeschnitten hat und seitdem in der seltsamsten Kleidung zur Schule kommt. Zunächst trennen sich die Wege der beiden also wieder, bis der Zufall sie ein weiteres Mal zusammenführt.

4 Monate später. Callie ist inzwischen auf dem College und beginnt ganz zaghaft den Weg in ein neues Leben. In dem lebenslustigen Seth hat sie ihren besten Freund gefunden, der immer für sie da ist und sie versteht wie kein anderer. Nur ihm hat sie anvertraut, was damals an ihrem 12. Geburtstag geschehen ist. Und auch Seth ist nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsen. Da taucht auf einmal Kayden vor Callie auf und es stellt sich heraus, dass die beiden sich, ohne es zu ahnen, für dasselbe College entschieden haben. Endlich hat er die Chance, sich bei Callie zu bedanken und zwischen den beiden entwickelt sich erst Freundschaft und dann eine zarte Liebe. Doch Callie ist es nicht gewohnt, einem anderen zu vertrauen und auch Kayden hat nie gelernt, mit Gefühlen umzugehen. Können die beiden es gemeinsam schaffen?

Eigene Meinung:

Die Handlung wird wechselnd aus der Sicht von Callie und Kayden erzählt. Ein Prolog schildert zunächst das Ereignis, das die beiden zum ersten Mal zusammenbringt: den Vorfall in Kaydens Elternhaus und Callies beherztes Eingreifen. Die Geschichte wird 4 Monate später fortgesetzt. Um Callie den Weg zurück ins Leben zu erleichtern, hat Seth für sie eine Liste mit Dingen erstellt, die sie unbedingt tun muss. Jedes Kapitel trägt als Überschrift eine dieser Aufgaben, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. An ihnen hangelt sich Callie entlang; erst sind es Kleinigkeiten wie ein farbiges T-Shirt oder ein Abendessen mit einem Fremden, dann geht es um elementare Dinge wie Selbstbewusstsein, Vertrauen und Liebe. Aber „The coincidence of Callie & Kayden“ ist  – wie der Titel schon sagt – vor allem eine Geschichte über die Zufälle im Leben, Zufälle, die alles verändern können.

In the existence of our lives, there is a single coincidence that brings us together and for a moment, our hearts beat as one. (Kapitel 5)

In einigen Rezensionen habe ich die Kritik gelesen, die Häufung der Schicksalsschläge, die die Protagonisten in dem Roman durchmachen mussten, sei völlig unrealistisch. Doch für mich persönlich sind es gerade diese Charaktere, die es nicht immer nur gut gehabt haben im Leben, die das Buch so authentisch und bewegend machen. Denn auch wenn wir gerne die Augen davor verschließen möchten, gibt es noch viel zu viele Callies, Kaydens und Seths da draußen. Trotz ihrer Vergangenheit sind alle drei absolute Sympathieträger, vor allem Seth hat es mir mit seiner lustigen Art angetan; seine Fürsorge für Callie war unglaublich rührend. Doch auch Callie und Kayden wachsen dem Leser schnell ans Herz. Eigentlich sind sie sich unheimlich ähnlich, auch wenn beide mit ihrem Schicksal völlig unterschiedlich umgehen. Mit Argusaugen verfolgt man jeden Schritt, den die beiden aufeinander zugehen und ist traurig über jeden Rückschritt und jedes Hindernis, das sich den beiden in den Weg stellt. Und wenn die beiden sich endlich finden und sich wie Ertrinkende aneinander klammern, freut man sich unbändig mit ihnen, auch wenn natürlich die Angst bleibt, dass die beiden sich gegenseitig in die Tiefe ziehen könnten.

Jessica Sorensen gelingt es, trotz aller Widrigkeiten eine wunderschöne Liebesgeschichte zu erschaffen. Ihre Sprache ist klar und ehrlich, aber manchmal auch leise und poetisch. Wenn sie beschreibt, wie Callie und Kayden wie Kinder aufeinander zutapsen, rührt es einen immer wieder zu Tränen. Ihre Geschichte ist denjenigen gewidmet, die nicht gerettet wurden und der Handlungsverlauf macht deutlich, dass es reine Glückssache ist, ob man selbst auf der Schatten- oder auf der Sonnenseite des Lebens steht.

Life is full of luck, like getting dealt a good hand, or simply by being in the right place at the right time. Some people get luck handed to them, a second chance, a save. It can happen heroically, or by a simple coincidence , but there are those who don’t get luck on a shiny platter, who end up in the wrong place at the wrong time, who don’t get saved. (Prolog)

Das Ende kommt überraschend und doch auch wieder nicht, denn an sich war es nur eine Frage der Zeit, bis etwas Ähnliches passieren musste. Dennoch war ich geschockt über den Lauf, den die Geschichte genommen hat und über diesen riesigen Cliffhanger, mit dem man als Leser nun leben muss. Meine Gedanken waren auch nach dem Lesen noch lange Zeit bei Callie und Kayden. Wie werden sie mit dieser neuen Hürde in ihrer Beziehung umgehen? Was wird aus Kayden werden? Wird Callie nun wieder in alte Muster zurückfallen? Und ist Seth auch endlich die große Liebe vergönnt?

Fazit: eine wunderschöne, aber auch bedrückende Geschichte über 2 Menschen, die es im Leben nie leicht hatten

5K