Tag-Archiv | Weihnachten

Dash & Lily’s book of dares / Rachel Cohn & David Levithan

Cover Dash & LilyTitel: Dash & Lily’s book of dares

Autor: Rachel Cohn & David Levithan

Seitenzahl: 260

Woher ich es habe: selbst gekauft

„Dash & Lily’s book of dares“ ist nach „Nick & Norah’s infinite playlist“ und „Naomi & Ely’s no kiss list“ bereits der dritte, gemeinsam verfasste Young Adult-Roman der beiden amerikanischen Autoren Rachel Cohn und David Levithan. Alle drei sind auch auf Deutsch erhältlich und bei cbt erschienen. Nach der Lektüre von „Dash & Lily“ habe ich sofort die beiden anderen Werke auch auf meine Wunschliste gesetzt, denn selbst wenn sie nur halb so gut sind, muss ich sie immer noch unbedingt lesen!

Handlung:

Aus Langeweile hinterlässt die 16-jährige Lily ein rotes Notizbuch mit einigen Aufgaben in einer Buchhandlung in New York. Was zunächst nur ein Scherz sein soll, erweist sich als großes Glück, denn das Büchlein wird gefunden: von Dash. Dash ist so alt wie Lily und ein ziemlich kluger, aber auch einsamer junger Mann. Und so entwickelt sich nach und nach ein Dialog zwischen den beiden. Mit Hilfe des Notizbuch schicken sich Lily und Dash durch halb New York und das mitten im vorweihnachtlichen Trubel. Und obwohl sie in einigen Dingen unterschiedlicher Meinung sind, fühlen sich die beiden einander seelenverwandt. Doch wird der Zauber auch Bestand haben, wenn die beiden sich zum ersten Mal sehen?

Eigene Meinung:

Schon das Cover entführt den Leser mitten in das winterliche New York, wo die Handlung angesiedelt ist. Der Roman spielt zwischen dem 21. und dem 31. Dezember und wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Dash und Lily erzählt. Es ist ein perfektes Buch für die Weihnachtszeit, denn es spielt nicht nur zu dieser Jahreszeit, sondern es ist auch für Weihnachtsfans und -muffel gleichermaßen geeignet. Denn während es für Lily, seit sie ein kleines Mädchen war, nichts Schöneres als das Weihnachtsfest gibt, reagiert Dash äußerst empfindlich auf diese Jahreszeit und die Menschenmassen, die sich durch New Yorks Straßen bewegen. Überhaupt sind die beiden extrem unterschiedlich: Dash ist sehr extrovertiert, manchmal sogar ein wenig altklug. Ich mochte seine sarkastische Art von Anfang an, vor allem, weil man nach und nach entdeckt, was eigentlich hinter dieser harten Schale steckt. Denn im Grunde seines Herzens ist Dash einsam. Seine Eltern sind geschieden und vor allem die Beziehung zu seinem Vater ist kompliziert. Lily hingegen ist ein absoluter Familienmensch, ihre Eltern und ihren älteren Bruder liebt sie über alles, ebenso ihren Großvater und ihre Tante. Doch Lily ist anders, als die anderen jungen Menschen um sie herum; empfindsamer, emotionaler, so dass ihre Familie ständig versucht, sie vor der realen Welt zu beschützen.

Zusammengeführt werden die beiden letztendlich von dem roten Notizbuch, das die Handlung trägt und bestimmt. Im Verlauf des Roman stellen Dash und Lily sich mit Hilfe des Büchleins Aufgaben. Mal sind es witzige Dinge, die den anderen aus der Reserve locken sollen. So schickt Lily den Weihnachtshasser Dash am 23. Dezember mitten im Trubel in ein völlig überfülltes Kaufhaus, wo er sich in herrlich zynischer Manier durch seine Aufgabe kämpft. Mal muss die schüchterne Lily allein in einen Nachtclub gehen, was sie eine ganze Menge Überwindung kostet. Doch die beiden haben nicht nur Spaß mit dem roten Notizbuch, sie vertrauen sich auch ihre Geheimnisse, ihre Ängste und ihre Sehnsüchte an. Es sind wunderschöne „Gespräche“, die die beiden auf dem Papier führen. Gespräche, in denen sie viel über sich selbst, aber auch über den jeweils anderen lernen. Und so wächst der Wunsch in den beiden, sich endlich von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. Als Leser fiebert man dem Moment entgegen, als Dash und Lily sich zum ersten Mal sehen, doch das Autorengespann spielt bewusst mit den Erwartungen und lässt bei der ersten Begegnung alles schiefgehen. Werden die beiden sich dennoch wiedersehen?

„Dash & Lily’s book of dares“ wirkt durch seine besondere Art des Schreibens sehr authentisch. Lilys Anteil wurde von Rachel Cohn, Dashs von David Levithan verfasst. So verfügen die Kapitel tatsächlich über einen unterschiedlichen Schreibstil, so dass der Leser das Gefühl bekommt, tatsächlich zwei unterschiedliche junge Menschen vor sich zu haben, die miteinander in einen Dialog treten. Ohne diese Technik wäre das Buch wohl nicht das, was es ist. Ähnliches gilt übrigens auch für die zahlreichen Nebencharaktere in der Geschichte, die der Handlung einen sehr liebevollen Anstrich verleihen. Vor allem Boomer, Dash bester Freund und Lilys Tante sind so voller Humor und Loyalität zu denen, die sie lieben, dass man sich sofort wünscht, man würde beide kennen.

Überhaupt ist der Roman ein Wechselbad der Gefühle. Mal lacht man schallend über den Zyniker Dash, mal belauscht man fassungslos ein Gespräch mit seinem gefühlskalten Vater. Mal beobachtet man die unsichere Lily beim ausgelassenen Tanzen in einem Club, mal ist man den Tränen nahe, wenn sie von sich und ihren Ängsten erzählt. Die Geschichte hat einfach alles, was ein gutes Buch braucht, aber von nichts zu viel. „Dash & Lily’s book of dares“ ist nicht einfach nur eine schnöde Liebesgeschichte, sondern die Reise zweier Teenager zu sich selbst. Ich bin froh, dass ich ein wenig mit den beiden mitreisen durfte.

Fazit: ein zauberhafter Roman über 2 junge Menschen, die durch ein kleines Notizbuch ihren Seelenverwandten finden

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Meine liebsten Weihnachtsbücher

Seit einigen Wochen bin ich im Blogger Forum, einem wirklich netten Forum über alles, was Blogger so bewegt, angemeldet. Dort gibt es regelmäßig eine Themenwoche – aktuell geht es dort um Weihnachten.

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Das möchte ich doch mal zum Anlass nehmen, euch meine liebsten Weihnachtsbücher vorzustellen.

Cover Zimtsterne mit Zuckerkuss1. Zimsterne mit Zuckerkuss / Becky Cochrane

Worum es geht: Keelie ist mit Leib und Seele Buchhändlerin, würde ihr nicht der neue Chef den Spaß an der Arbeit gründlich verderben. Als sie sich auch noch das Bein bricht, ist Weihnachten für Keelie endgültig gelaufen. Doch dann wird sie von ihrer besten Freundin Ivy über die Feiertage nach Coventry eingeladen, einer idyllischen Kleinstadt in Texas. Mit dem Schlimmsten rechnend packt Keelie ihren Hamster Hamlet, ihren besten Freund Evan und Ivys Zwillingsschwester ein und macht sich auf den Weg nach Coventry, wo sie den charmanten Tierarzt Michael kennen lernt.

Meine Meinung: Wer mich zumindest ein bißchen kennt, der weiß, dass ich Liebesromane eigentlich nicht mag. „Zimtsterne mit Zuckerkuss“ bildet aber eine der wenigen Ausnahmen – ein wirklich süßes Buch, das sich wunderbar gemütlich eingemummelt auf der Couch lesen lässt, am besten mit einem warmen Kakao und ein paar Plätzchen. Nur der deutsche Titel ist wirklich zum Davonlaufen, im Original heißt der Roman schlicht „A Coventry Christmas“.

Cover Dash & Lily2. Dash & Lily’s book of dares / Rachel Cohn & David Levithan

Worum es geht: Aus Langeweile hinterlässt die 16-jährige Lily ein rotes Notizbuch mit einigen Aufgaben in einer Buchhandlung in New York. Was zunächst nur ein Scherz sein soll, erweist sich als großes Glück, denn das Büchlein wird gefunden: von Dash. Dash ist so alt wie Lily und ein ziemlich kluger, aber auch einsamer junger Mann. Und so entwickelt sich nach und nach ein Dialog zwischen den beiden. Mit Hilfe des Notizbuch schicken sich Lily und Dash durch halb New York und das mitten im vorweihnachtlichen Trubel. Und obwohl sie in einigen Dingen unterschiedlicher Meinung sind, fühlen sich die beiden einander seelenverwandt. Doch wird der Zauber auch Bestand haben, wenn die beiden sich zum ersten Mal sehen?

Meine Meinung: „Dash & Lily’s book of dares“ ist ein zauberhaftes Buch über 2 junge Menschen, die anders sind, als die anderen in ihrem Alter. Es ist ein Buch, das perfekt in die Weihnachtszeit passt, das einen zum Lachen bringt, einen aber auch die ein oder andere Träne vergießen lässt. Fans des Young Adult-Genres sollten hier unbedingt zugreifen!

Cover Christmas Cookie Club3. Der Christmas Cookie Club / Ann Pearlman

Worum es geht: Jedes Jahr treffen sich 12 Freundinnen, um gemeinsam einen schönen, gemütlichen Abend zu verbringen. Jede von ihnen backt dafür Plätzchen und füllt sie in insgesamt 13 Tütchen: eines für jedes Mitglied des „Christmas Cookie Clubs“, das 13. wird an eine soziale Einrichtung gespendet. Doch dieses Mal endet der Abend nicht einfach nur in einem fröhlichen Beisammensein, denn jede der 12 Frauen hat ihr Päckchen zu tragen. Und so erfährt der Leser nach und nach die Hintergründe zu jeder Person. Von Trauer ist die Rede und vom Verlassen werden, von Krankheit und von Ängsten – doch die 12 Freundinnen stehen fest zusammen.

Meine Meinung: „Der Christmas Cookie Club“ ist nicht einfach nur ein locker-leichtes Buch für die Weihnachtszeit. Es ist auch ein Roman über die harten Zeiten im Leben, der uns zeigt, was für ein wichtiger Rückhalt Freunde in unserem Leben sind. Neben den Informationen zu jeder der 12 Frauen gibt es natürlich auch ihr ganz spezielles Plätzchenrezept, es darf also auch nachgebacken werden!

So, das war meine persönliche Weihnachtsbücher- Top 3 für euch. Hier findet ihr übrigens noch meine Rezension zu einer Sammlung von weihnachtlichen Kurzkrimis bzw. -thrillern, zu der auch Simon Beckett und Sebastian Fitzek eine Geschichte beigesteuert haben. Und auf meinem SuB liegt außerdem noch einer der Weihnachtsromane schlechthin: „Wunder einer Winternacht“ von Marko Leino. Was sind denn eure liebsten Weihnachtsbücher?

Flavia de Luce. Vorhang auf für eine Leiche / Alan Bradley

Cover Flavia de Luce 4Titel: Flavia de Luce. Vorhang auf für eine Leiche (I am half-sick of shadows)

Autor: Alan Bradley

Seitenzahl: 308

Woher ich es habe: Von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich recht herzlich beim penhaligon Verlag  für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es übrigens hier oder hier. Außerdem möchte ich euch auch die wirklich toll gestaltete Website zur gesamten Reihe nicht vorenthalten.

„Vorhang auf für eine Leiche“ ist (nach „Mord im Gurkenbeet“, „Mord ist kein Kinderspiel“ und „Halunken, Tod und Teufel“) bereits der vierte Roman um die findige kleine Giftmischerin Flavia de Luce. Ihr Schöpfer ist der sympathische Kanadier Alan Bradley, dem mit knapp 70 Jahren der schriftstellerische Durchbruch gelang. Für den ersten Band um Flavia erhielt er sogar den begehrten Dagger Award und kann sich daher nun nur noch seiner größten Leidenschaft widmen: dem Schreiben. Dieser Leidenschaft verdankt seine treue Fangemeinde auch, dass für Flavia vorerst kein Ende in Sicht ist. Im englischen Original sind für Anfang 2013 und 2014 jeweils die Bände 5 und 6 angekündigt.

Handlung:

Der Winter hat auf Buckshaw Einzug gehalten, es sind nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest. Flavia de Luce hat alle Hände voll zu tun, denn sie hat ihre ganz eigenen Pläne für die Festtage. Da passt es ihr so gar nicht in den Kram, dass ihr Vater aus Geldnot das ganze Anwesen an eine Filmfirma vermieten muss und sie die Hälfte der Räume auf einmal nicht mehr betreten soll. Doch Flavia wäre nicht Flavia, wenn sie nicht dennoch ein wenig hinter der Kulissen herumschnüffeln würde. Als dann auch noch die berühmte Schauspielerin Phyllis Wyvern auf Buckshaw eintrifft, ist das ganze Örtchen Bishop’s Lacey in Aufregung. Mit seinem unbestechlichen Charme gelingt es dem Vikar sogar, die Diva zu einer Vorführung von „Romeo & Julia“ zu überreden, zu der alle Dorfbewohner eingeladen sind. Doch nach der Vorstellung müssen die begeisterten Zuschauer zu ihrem Entsetzen feststellen, dass Buckshaw völlig eingeschneit und somit von der Außenwelt abgeschnitten ist. Und genau in dieser Nacht geschieht ein Mord…

Eigene Meinung:

Die Kriminalhandlung in Flavias neuestem Fall erinnert ein wenig an einen Agatha Christie-Roman. Eine Gruppe von Personen ist in einem alten Herrenhaus vom Rest der Welt abgeschnitten. Niemand kann herein, niemand kann nach draußen fliehen. Als in dieser Situation ein Mitglied des Filmteams erdrosselt aufgefunden wird, ist eines sofort klar: der Mörder oder die Mörderin muss sich unter den Anwesenden befinden. Diesen Schluss zieht Flavia natürlich auch sofort und stürzt sich mit Begeisterung in die Ermittlungen. Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden spielt dieser also einzig und allein auf Buckshaw und nicht, wie sonst üblich, in der gesamten Umgebung von Bishop’s Lacey. Diese Veränderung stellt eine willkommene Abwechslung dar und auch wenn Flavia in diesem Band nicht auf ihrem treuen Fahrrad Gladys herumsausen kann, muss der Leser dank der Schneemassen dennoch auf keinen der inzwischen ans Herz gewachsenen Dorfbewohner verzichten.

Was sich ebenfalls nicht verändert hat, ist, dass auch dieser Band mit der Protagonistin Flavia steht und fällt. In gewohnt sachlicher, manchmal auch herrlich selbstkritischer Manier widmet sich die 11-Jährige ihren chemischen Experimenten und treibt ihre Schwestern mit kleinen Sticheleien zur Weißglut. In „Vorhang auf für eine Leiche“ lernt der Leser, noch mehr als in den vorherigen Bänden, jedoch auch eine nachdenkliche, traurige Flavia kennen, die sich als das präsentiert, was sie ist: ein kleines Mädchen, das ihre Mutter vermisst und täglich um die Zuneigung ihrer Schwestern und die Anerkennung ihres Vaters kämpfen muss. Umso herzlicher muss man über Flavia schmunzeln, wenn sie den Schornstein auf dem Dach mit Vogelleim einpinselt, um dieses Jahr endlich einmal den Weihnachtsmann zu fangen.

Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass auch dieser Band Verknüpfungen zu den vorherigen herstellt. So spinnt sich die Familiengeschichte der de Luces mit jedem Band konsequent fort, in jedem Buch erfährt man mehr über die einzelnen Charaktere; in diesem Band sind das vor allem Dogger und Tante Felicity. Aber auch auf die vergangenen Kriminalfälle wird immer wieder angespielt, was zum einem das Gedächtnis ein wenig auffrischt, wenn die Lektüre des letzten Bandes schon einige Zeit zurückliegt. Auf der anderen Seite fühlt sich der Leser Flavia umso mehr verbunden – schließlich hat man schon eine Menge Abenteuer miteinander erlebt.

Die Welt des Films, die sich in diesem vierten Band der Reihe darstellt, ist voller Glanz und Glamour, aber auch voller Schatten und Intrigen. Einigen dieser Geheimnisse kommt Flavia im Laufe der Handlung auf die Spur, denn so einige Personen am Set haben etwas zu verbergen. Doch auch die geschichtliche Entwicklung des Landes mit all ihren Folgen hat ihren Platz in der Reihe – eine Tatsache, die für mich persönlich die Romane noch einmal aufwertet. Vor allem an Dogger, dem Hausdiener der de Luces wird deutlich, was der Krieg aus einem Menschen machen kann. Erschreckend und rührend zugleich sind die Szenen, in denen Flavia ihn aus einem seiner heftigen Anfälle zurück in die Gegenwart holt – und das obwohl die kleine Giftmischerin nicht unbedingt für ihre Empathie bekannt ist. Die beiden scheinen sich auf eine ganz besonders Art und Weise zu verständigen, was auch wichtig ist, wenn man bedenkt, wie wenige Bezugspersonen Flavia eigentlich hat.

Vom Ausgang des Romans war ich dieses Mal völlig überrascht. Konnte ich in den vorherigen Bänden noch fleißig mitraten, tappte ich dieses Mal eine wirklich lange Zeit im Dunkeln. Mit der Auflösung bin ich aber völlig zufrieden, auch wenn für mich die Geschichte ruhig noch ein wenig länger hätte andauern können. So bleibt mir nun nichts weiter übrig, als mich auf die kommenden Bände zu freuen, in denen ich dann vielleicht endlich erfahre, wie es mit den de Luces und ihrer finanziellen Situation weitergeht. Eine kleine Wendung am Ende dieses Buches macht mir aber Hoffnung, dass Buckshaw doch nicht verkauft werden muss.

Fazit: ein großartiger Lesespaß, der wunderbar in die Advents- und Weihnachtszeit passt

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Mein Wichtelpaket

Seit über 3 Jahren bin ich jetzt schon Mitglied im Büchertreff und auch dieses Jahr habe ich mich wieder am Weihnachtswichteln beteiligt. Leider ist mein Paket für mein Wichtelkind noch nicht mal auf die Reise gegangen, aber ich bin mit dem Inhalt noch nicht ganz zufrieden und möchte deswegen am Montag nochmal auf Einkaufstour gehen. Außerdem fängt meine Schwiegermutter dann auch mit der Weihnachtsbäckerei an und so kann ich meinem Wichtel ein paar leckere Plätzchen beilegen.

Umso erstaunter und auch aufgeregter war ich, als heute dann tatsächlich mein Paket schon bei mir eintrudelte. Und ja, ich weiß, es ist ein weihnachtliches Wichteln – dennoch war ich einfach zu gespannt und musste das Paket einfach öffnen. Und als dann auch noch der entscheidende Tipp zur Identität meiner Wichtelmama im Titel meines Buchgeschenks versteckt war, gab es kein Halten mehr. Ich packte also aus und war extrem gerührt von dem schönen Päckchen, dass die liebe M. für mich zusammengestellt hatte.

Bekommen habe ich:

  • eine liebe Karte
  • viele, kleine Schokokugeln
  • einen Nougat- und einen Apfel-Zimt-Riegel von Lindt
  • einen Schokoladenadventskalender
  • eine toll duftende Weihnachtskerze mit Zimtgeruch
  • einen leckeren Mandelfrüchtetee
  • diese tollen Lesezeichen aus dem moses. Verlag
  • Knabbereien für meine Hamster und – last but not least –
  • „Küss den Wolf“ von Gabriella Engelmann

Das Weihnachtswichteln im Büchertreff ist wirklich immer eines meiner Highlights im Jahr. Alle sind dort mit so einer Freude und Leidenschaft am Werk, das sieht man den Paketen sofort an. Jetzt hoffe ich nur, dass auch mein Wichtelkind sich so über mein Geschenk freuen wird, wie ich mich über meines.

Tödliche Gaben / verschiedene Autoren

Titel: Tödliche Gaben

Autor: verschiedene

Seitenzahl: 215

Woher ich es habe: selbst gebraucht gekauft

Für eine meiner Challenges musste ich im Juli ein Buch mit Kurzgeschichten lesen. Und obwohl es eigentlich ein Weihnachtsbuch ist, fiel meine Wahl auf „Tödliche Gaben“ – eine Sammlung von Kurzkrimis der verschiedensten Autoren, darunter zwei meiner Lieblinge: Sebastian Fitzek und Simon Beckett. Weihnachtskrimis mitten im Sommer? Nun ja, eine rechte Weihnachtsstimmung kam beim Lesen sowieso nicht auf. Nur die wenigsten der 11 Geschichten spielen tatsächlich an Weihnachten und für einige davon ist das Fest eigentlich nur „schmückendes Beiwerk“ und fließt sonst kaum in die Handlung ein. Schade eigentlich, aus dem Thema hätte man mehr machen können.

Eigene Meinung:

Von den insgesamt 11 Kurzgeschichten konnten mich, ehrlich gesagt, nur wenige begeistern. Im Gegenteil: die meisten waren enttäuschend. Vor allem von Simon Beckett hätte ich mir wirklich mehr erwartet, zumal er nicht nur die Sammlung eröffnet, sondern es sich sogar um eine Erzählung aus seiner David Hunter-Reihe handelt. So wird der forensische Anthropologe im tiefsten Schneefall zu einem Leichenfund gerufen, diskutiert kurz mit den Anwesenden, wirft einen schnellen Blick auf die Tote und schon ist die Geschichte vorbei. Mehr als unspektakulär, kann ich da nur sagen – eine Enttäuschung auf der ganzen Linie. Die Folgegeschichte von Oliver Bottini um einen Mörder, der nach 15 Jahren Gefängnis Rache an denjenigen nimmt, die ihn hinter Gitter gebracht haben, hat schon mehr Potenzial, erscheint dann aber doch zu konstruiert.

Chris Mooney hingegen macht mit seiner Geschichte um seine Darby McCormick-Reihe Lust auf mehr. Eine interessante Ermittlerin sowie ein spannender, wenn auch nur kurz angerissener Fall machen neugierig auf die Romane. Auch der Deutsche Friedrich Ani überzeugt mit „Wo es dem Verbrecher schmeckt“.  Die Geschichte um ein geplantes Verbrechen, das sich auf einmal völlig anders entwickelt, ist extrem spannend und gut konstruiert und somit wandert der Autor mit auf meine Merkliste. Linwood Barclay steuert mit „Wichteltod“ einen der wenigen Kurzkrimis bei, die tatsächlich auch etwas mit Weihnachten zu tun haben. Der Autor war mir zwar vorher schon namentlich bekannt, gelesen hatte ich aber noch nichts von ihm. Gut gefallen hat mir an der Erzählung auf jeden Fall, dass sie auch humorvolle Züge hat.

Ein weiterer Favorit aus dem Sammelband ist Erzählung der Finnin Leena Lehtolainen um ihre Ermittlerin Maria Kallio und ein kleines Mädchen, das während der Feiertage entführt wird. Skandinavische Krimis interessieren mich ja schon eine Weile und die Reihen der beiden Autorinnen Viveca Sten (Schweden) und Yrsa Sigurðardóttir (Island) gehören zu meinen absoluten Lieblingsreihen. Schön, dass ich nun noch eine Finnin mit auf die Liste setzen kann, denn auf die Mario Kallio-Reihe habe ich dank der Kurzgeschichte richtig Lust bekommen. Leider machen bereits die nächsten beiden Geschichten von Felicitas Mayall und Jay Bonansinga den guten Eindruck wieder zunichte. Ein naiver, selbstverliebter Pater auf Verbrecherjagd und ein Landstreicher, der sein Gedächtnis verloren hat und von Elfen verfolgt wird – nein, das konnte mich nun wirklich nicht überzeugen.

Veit Heinichens Kurzgeschichte „Der Baum“ verdient zwar die Bezeichnung Krimi nicht, zeichnet aber immerhin recht amüsant die Freuden der Vorweihnachtszeit nach. So hat der Kommissar Proteo Laurenti in dieser Erzählung nicht etwa mit Verbrechern zu kämpfen, sondern – und das ist möglicherweise noch viel schlimmer – mit seinen beiden Töchtern, die kurzer Hand den Fiat Punto ihrer Mutter zum Diebstahl eines riesigen Weihnachtsbaumes missbraucht haben. Dass das nicht ohne Schelte des Herrn Papa und vor allem nicht ohne Kratzer im Lack von Statten gehen kann, ist natürlich klar. Sehr komisch! Reihe und Autor landen ebenfalls auf dem Muss-ich-lesen-Zettel.

Nach einer durchschnittlichen Erzählung von Kate Pepper über eine Sekretärin, die zu viel weiß und ihren kriminellen, aber immerhin gut aussehenden Chef, bin ich dann endlich bei dem Kurzkrimi angelangt, auf den ich schon das gesamte Buch über gewartet habe: „Allein“ von Sebastian Fitzek. Zum Glück enttäuscht er im Gegensatz zu Simon Beckett den Leser hier nicht. Die Geschichte um Jacob Sinner, seine Frau Katharina und einen schrecklichen Albtraum wird in gewohnt spannender Fitzek-Manier erzählt und natürlich folgt am Ende wieder einmal die überraschende Wendung.

Das Buch schließt mit einer kurzen Vorstellung aller im Band versammelten Autoren, was durchaus hilfreich ist, denn so erhält man einen guten Überblick und kann sich die Reihen der neu entdeckten Autoren notieren. Begeistert bin ich nach der Lektüre von „Tödlich Gaben“ zwar nicht, aber immerhin habe ich den ein oder anderen Autor kennengelernt, den ich mir gerne näher ansehen möchte. Für jemanden, der die meisten Autoren des Bandes schon kennt, dürfte das Ganze jedoch keine lohnende Anschaffung sein.

Fazit: Eine eher durchwachsene Krimi-Sammlung mit einigen wenigen Highlights