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Gewinnspiel zu „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski

Der Loewe-Verlag hat auf Facebook mal wieder ein tolles Gewinnspiel gestartet. Wer den Trailer zum neuen Roman von Ursula Poznanski – „Die Verratenen“ – auf seinem Blog präsentiert, der kann eines von 10 Vorab-Rezensionsexemplaren gewinnen. Und da ich den Erscheinungstermin sowieso nur schwer erwarten kann, weil mir wirklich alle Romane der Autorin gut gefallen haben, muss ich natürlich mitmachen.

Handlung:

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich — Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

„Die Verratenen“ ist der erste Band einer Trilogie und erscheint offiziell am 15. Oktober. Weitere Informationen gibt es auf der neuen Homepage von Ursula Poznanski.

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Erebos / Ursula Poznanski

Titel: Erebos

Autor: Ursula Poznanski

Seitenzahl: 486

Woher ich es habe: gebraucht bei Ebay ersteigert

„Erebos“ ist nach „Saeculum“ nun schon mein zweiter Roman von Ursula Poznanski und ich muss sagen, dass mich beide gleichermaßen begeistert haben. Sie waren packend von der ersten Seite an und deswegen freue ich mich schon wahnsinnig auf „Fünf“ und muss dann auf weitere spannende Lektüre von Frau Poznanski warten und hoffen.

Handlung:

Nick Dunmore ist ein typischer Jugendlicher. Er trifft sich mit seinen Freunden, spielt leidenschaftlich gern Basketball und ist unglücklich verliebt in seine Mitschülerin Emily Carver. Doch diese Normalität verändert sich schlagartig, als eine geheimnisvolle CD die Runde an der Schule macht. Denn darauf befindet sich Erebos, ein ganz besonderes Computerspiel mit einer Vielzahl von Regeln. Alle Mitspieler müssen über Erebos schweigen, sie dürfen sich nicht untereinander austauschen und müssen stets nur allein spielen. Schon bald ist Nick, wie die meisten seiner Mitschüler, von Erebos regelrecht besessen. Mit seinem Dunkelelf Sarius zieht er durch die düstere Onlinewelt, trifft an Lagerfeuern neue Verbündete und schlägt tapfere Kämpfe. Doch dann beginnt Erebos, sich auch in die reale Welt einzumischen.

Eigene Meinung:

Wie bei „Saeculum“ gefällt mir auch das Cover von „Erebos“ sehr gut. Vom Titel blickt den Leser ein schwarzes Auge auf rotem Grund an, ganz wie Erebos seine Spieler zu beobachten scheint. Autoren- und Romanname sind in den Buchdeckel eingestanzt, wirken aber durch die „verwaschene“ Gestaltung des Covers eher geheimnisvoll als klar und deutlich. Generell kann man sagen, dass Titel und Inhalt eine gelungene Einheit bilden. „Erebos“ wird in der dritten Person aus Nicks Perspektive erzählt. So bleibt der Leser immer ganz nah beim Protagonisten und weiß daher selbst immer nur so viel, wie dieser bereits über Erebos herausgefunden hat. Nur hin und wieder finden sich Einschübe, die eindeutig nicht von Nick stammen, doch erst ganz gegen Ende kann der Leser diese sicher einer bestimmten Quelle zuordnen.

Nick als Protagonist war mir weder sympathisch noch unsympathisch. Er ist ein ganz normaler Jugendlicher, mit einer normalen Familie ohne tragischen Hintergrund, wie es ihn in so vielen anderen Jugendbüchern stets zu geben scheint. Auf der einen Seite gefiel mir dieser Umstand sehr gut, auf der anderen Seite führt diese Durchschnittlichkeit dazu, dass Nick für mich lange Zeit sehr flach blieb und erst gegen Ende des Romans etwas an Profil gewann. Interessanter waren da für mich Charaktere wie Emily, Jamie, Victor oder sogar der unausstehliche Colin, denn sie alle hatten Ecken und Kanten, Macken und Vorzüge. Vor allem die stets etwas traurig wirkende Emily, die Gedichte und Geschichten schreibt und sich vehement von Erebos fernhält, hat es mir angetan. Sie hat eine eigene, gefestigte Persönlichkeit und Prinzipien, an denen sie sich festhält.

Die Onlinewelt von Erebos ist sehr detailreich geschildert und es wird deutlich, dass Ursula Poznanski hier genau recherchiert hat. Von der grundsätzlichen Idee und der enormen Sogwirkung, die das Spiel entwickelt, erinnert es an Rollenspiele der Gegenwart und an die immer wieder geführte Debatte über die Gefahr von Computerspielen, seien es nun Shooter oder Fantasy-Rollenspiele. Doch Erebos hat diesen Spielen etwas voraus: es greift in die Realität ein, verteilt Aufgaben, belohnt den einen und bestraft den anderen Spieler. Auch Nick erhält nach und nach Aufträge. Mal soll er eine versiegelte Kiste von A nach B befördern, mal eine ihm unbekannte Person beschatten und Fotos davon schießen. Nick wundert sich zwar und fühlt sich auch zunehmend beobachtet und verfolgt, doch Skrupel machen sich bei ihm erst bemerkbar, als das Spiel von ihm verlangt, einen Menschen zu töten.

„Erebos“ ist nicht nur ein Roman über die Welt der Computerspiele, sondern auch darüber, wie einfach vor allem junge Menschen zu manipulieren sind. Getarnt als Quests im Spiel müssen Nick und seine Mitschüler andere bespitzeln, bedrohen und sogar Gewalt ausüben. Nur wenige haben den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und sich gegen Erebos zur Wehr zu setzen. Alle anderen verhalten sich wie Herdentiere und tun das, was die anderen um sie herum eben auch tun. Denn eines schafft Erebos: es verbindet die Jugendlichen. Obwohl sie nicht miteinander über das Spiel kommunizieren dürfen, wird deutlich, dass allein das Wissen um Erebos einen zu einem gefragten, beliebten Menschen macht, wer ablehnt oder – noch schlimmer – gar nicht erst ins Spiel eingeladen wird, ist als Außenseiter abgestempelt. Diese Spaltung in 2 Gruppen ist so deutlich, dass sogar beste Freunde wie Nick und Jamie sich darüber entzweien. Trotz all dieser Themen, die angesprochen werden, ist „Erebos“ kein moralisches Buch. Es will nicht warnen oder appellieren, es zeichnet einfach nur nach, was geschehen könnte und zwar überall, nicht nur in London, wo der Roman spielt.

Der Schluss des Buches kam für mich nicht unerwartet, auch wenn ich die Details im Verlauf nicht voraussehen konnte. Und obwohl mir klar war, was hinter Erebos stecken muss, war ich von der Auflösung doch etwas ernüchtert. Außerdem ergaben sich für mich nach dem Lesen einige Ungereimtheiten, die nicht erklärt wurden, auf die ich hier aber auch nicht näher eingehen kann, ohne zu viel zu verraten. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist „Erebos“ aber ein Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Fazit: Ein Jugendbuch, das von der ersten Seite an in seinen Bann zieht!

Saeculum / Ursula Poznanski

Titel: Saeculum

Autor: Ursula Poznanski

Seitenzahl: 493

Woher ich es habe: bei Ebay ersteigert

„Saeculum“ ist nach „Erebos“ der zweite Jugendthriller der Österreicherin Ursula Poznanski, die zuvor bereits einige Kinderbücher veröffentlicht hatte. Ihren ersten Erwachsenenthriller „Fünf“ werde ich auf Fall auch noch lesen, denn ich habe sowohl „Saeculum“ als auch „Erebos“ verschlungen.

Handlung:

Bastian, Sohn aus gutem Hause und fleißiger Medizinstudent, hat vor kurzem die hübsche Sandra an der Uni kennengelernt. Schon bald erzählt diese ihm von ihrer Rollenspielgruppe „Saeculum“ und lädt ihn zu einem Live-Rollenspiel in einer verlassenen Gegend in Österreich ein. Gemeinsam mit 11 anderen jungen Rollenspielern machen sich die beiden auf, um 5 Tage in der Wildnis zu verbringen: ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne Handy und völlig eins mit ihrer Rolle, denn während des Spiels ist jede Erwähnung der modernen Welt verboten. Am Spielort angekommen entwickelt sich jedoch alles anders als geplant: Sandra ist auf einmal seltsam abweisend zu Bastian und zu allem Überfluss scheint auf der Landschaft auch noch ein Fluch zu lasten. Als nach und nach immer mehr Gruppenmitglieder verschwinden, muss Bastian sich fragen, wem er noch vertrauen kann und ob es sich bei dem unsichtbaren Feind tatsächlich um einen Geist oder doch um einen Verräter aus Fleisch und Blut handelt.

Eigene Meinung:

„Saeculum“ ist für einen Thriller einfach perfekt gestaltet. Das Cover ist mit seinen dunklen, laublosen Bäumen auf weißem Grund recht simpel, aber doch sehr passend, denn es fängt die Stimmung, die unter den Rollenspielern im Buch herrscht, sehr gut ein. Auffallend ist auch der schwarze Schnitt und der leicht erhöht eingestanzte Buchtitel. Schlägt man die ersten Seiten auf, so wird der Blick sofort auf die verzierten Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels und auf die weiß auf schwarz gedruckten Einschübe gelenkt, in denen immer wieder Dialoge zweier unbekannter Personen eingeflochten werden. Diese ergeben jedoch erst ganz am Ende des Romans einen Sinn, zumindest mir konnten sie während des Lesens keine brauchbaren Hinweise geben.

Bastian ist ein Protagonist, der mir von Beginn an sehr sympathisch war. Äußerlich und auch charakterlich ist er (zumindest am Anfang) der Inbegriff eines Strebers: ein fleißiger Medizinstudent mit guten Noten und einem wohlhabenden Vater, der sich natürlich wünscht, dass der Sohn später einmal in seine Fußstapfen tritt. Dabei ist ihm jedoch gleichgültig, was sein Sohn eigentlich mit seinem Leben anfangen möchte – Bastians Vater ist ein wirklich unangenehmer, eiskalter Geschäftsmann, dem ich nur ungern begegnen würde. Als Bastian Sandra und damit auch ihre Rollenspielclique kennenlernt, ist er sofort fasziniert. Der Gedanke, 5 Tage völlig frei in der Natur zu verbringen, ohne Pflichten und ohne Zwänge, gefällt ihm und so nimmt er Sandras Einladung zu dem Rollenspielwochenende an. In einem Telefonat mit seinem Vater, der von dieser Idee alles andere als begeistert ist, wagt Bastian zum ersten Mal in seinem Leben den Schritt, sich dafür zu entscheiden, was er selbst gerne möchte. Hier bekommt der Leser schon einen kurzen Blick darauf, was noch so alles hinter der Fassade des folgsamen Strebers steckt. Ebenso interessant war für mich Iris. Zu Beginn teilte ich Sandras Meinung über die verschlossene, oft schroffe junge Frau, die so verletzlich wirkt, wenn sie auf ihrer Harfe spielt. Im Verlauf der Handlung entwickelte sie sich aber zu einem meiner liebsten Charaktere. Ich bewundere die Stärke, die trotz allem, was sie erlebt hat, noch in ihr wohnt und dass sie es schafft, all das hinter sich zu lassen und neu anzufangen.

Der Autorin ist es gelungen, mich von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen, denn ihr Roman hat wirklich alles, was ein guter Jugendthriller haben muss. Die Personen sind alle sehr gut durchdacht – einige von ihnen, so wie Steinchen, wachsen einem sofort ans Herz, andere lernt man erst im Verlauf der Handlung lieben bzw. hassen. Die Atmosphäre auf Mittelalterjahrmärkten und in einer solchen Rollenspielgruppe hat Ursula Poznanski wirklich gut eingefangen, man merkt, dass hier ausführlich und sauber recherchiert wurde. Ich hatte immer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, mit den Spielern durch den Wald zu pirschen und Aufgaben und Rätsel zu lösen.

Als die ersten Personen aus dem Lager verschwinden, scheint ein Ruck durch die Gruppe zu gehen. Einige sind völlig entsetzt und vor Angst beinahe gelähmt, andere wachsen über sich hinaus und wagen viel, um die Gruppe zu schützen. Freunde werden zu Verrätern, es werden Allianzen gebildet und Pläne geschmiedet. Bei den Spielern liegen die Nerven blank, sie misstrauen einander und beschuldigen sich gegenseitig. Jede Bewegung, jede Handlung, jede Aussage wird kritisch beäugt, denn die Spieler müssen befürchten, den Täter mitten unter sich zu haben. Als Leser ist man fasziniert und schockiert zu gleich, wie weit einige Personen gehen, um sich selbst zu retten und wie manipulierbar einige der jungen Leute sind. Doch ich habe mich selbst auch immer wieder gefragt: wie würde ich handeln? Was würde ich glauben? Wem würde ich noch vertrauen?

Ein exzellenter Schachzug der Autorin ist auf jeden Fall das Einbauen der Legende um die verfluchte Blutgruft. Den kompletten Roman über tappte ich wie Bastian im Dunkeln. Ich war hin- und hergerissen zwischen der Überzeugung, dass alle Ereignisse doch wohl eine völlig logische Erklärung haben müssten und dem Glauben an den Fluch, der so plastisch in die Geschichte eingewebt war. Zwischendurch hatte ich zwar immer wieder meine Verdächtigungen und Theorien, doch erst ganz am Ende setzten sich all die Mosaiksteinchen für mich zu einem Gesamtbild zusammen. Die Auflösung hat mir überaus gut gefallen, auch wenn ich mit ihr am allerwenigsten gerechnet hatte. Was für mich aber den Roman noch lesenswerter macht, sind 2 Dinge: einmal die Beschreibung der Dynamik, die eine solche Gruppe in extremen Situationen entwickelt und auf der anderen Seite Bastians unglaubliche Entwicklung von einem Ja-Sager hin zu einem jungen Mann, der weiß, was er will.

Fazit: Ein toller Jugendthriller, der Erwachsene gleichermaßen begeistern wird und Lust auf weiteren Lesestoff von Ursula Poznanski macht.