Tag-Archiv | Liebe

Das Haus der vergessenen Bücher / Christopher Morley

SAM_3068_1Titel: Das Haus der vergessenen Bücher (The haunted bookshop)

Autor: Christopher Morley

Seitenzahl: 254

Woher ich es habe: selbst gekauft

Handlung:

Roger Mifflin ist mit Leib und Seele Buchhändler und Literaturliebhaber. In seinem kleinen Laden in Brooklyn thront er zwischen vollgestopften Regalen, in denen nur er sich zurechtfindet. Man findet ihn immer genau dort, wo die Tabakschwaden am dichtesten sind, denn Rauchen ist im „Parnassus“ ausdrücklich erlaubt und erwünscht, denn der Kunde soll sich ja wohlfühlen. Als dann eines Tages der Werbetexter Aubrey Gilbert bei Mr. Mifflin auftaucht, nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Zwar kann der junge, etwas übereifrige Mann den Ladenbesitzer nicht für eine seiner Reklamekampagnen begeistern, stolpert dafür aber mitten in ein Verbrechen und verliert schließlich sein Herz an eine zauberhafte junge Dame.

Eigene Meinung:

Schon das Cover allein ist ein kleines Kunstwerk und hat mich auch dazu bewogen, nach dem Buch zu greifen. Die Farbauswahl, die Schrift, das Fahrrad voller Bücher und der kleine Hund in der Ecke sprechen den Leser sofort an. (Überhaupt gestaltet der Atlantik-Verlag sehr schöne Titelbilder, wenn ich mal so weit abschweifen darf.) Im Inneren bleibt das Buch dann relativ schmucklos, gut gefiel mir aber der kleine Stern am Anfang jedes Kapitels. Die jeweiligen Überschriften fassen auf ein wenig altmodische, aber passende Art und Weise die Handlung knapp zusammen. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, von einem allwissenden Erzähler. Der begleitet mal den kauzigen, aber sympathischen Roger Mifflin, den unsicheren, aber dennoch abenteuerlustigen Aubrey Gilbert oder die ein wenig naive, aber wissbegierige Titania Chapman und gewährt dem Leser so einen großzügigen Überblick über Handlungsstränge und Schauplätze.

Bei der Lektüre fällt zunächst überhaupt nicht auf, was sich beim Aufschlagen der Widmung zeigt: der Roman erschien im Original erstmals im Jahr 1919 – die Geschichte spielt also nach dem Ende des 1. Weltkrieges. Würde das Kriegsgeschehen nicht hin und wieder erwähnt, so könnten wir uns durchaus auch in der Gegenwart befinden. Denn lauscht man den Diskussionen, die Roger und seine Freunde, Bekannte und Kollegen in ihrem „Maiskolbenclub“ führen, so hört man erstaunlich Aktuelles oder zumindest auf unsere Zeit Übertragbares. Über den Sinn oder Unsinn von Literaturverfilmungen wird da ebenso leidenschaftlich gestritten, wie über den Kontrast zwischen hoher und so genannter Schundliteratur. Es wird darüber philosophiert, was einen guten Buchhändler ausmacht  und der ständige Konflikt zwischen dem Wunsch, nur das zu verkaufen, was einem selbst am Herzen liegt und der Verpflichtung, das im Laden zu haben, was die breite Masse lesen will, wird treffend geschildert. Wer selbst im Buchhandel arbeitet oder sich Gedanken über die Zukunft der Buchbranche macht, wird hier erstaunlich viel Input finden.

Die eigentliche Haupthandlung entwickelt sich dann von einem kleinen Kuriosum, nämlich einem verschwundenen Buch, das nur wieder auftaucht, um dann erneut zu verschwinden, zu einem rasanten, spannenden Krimi. Und während Roger in seiner Buchhandlung mit Begeisterung seiner neuen Mitarbeiterin, der reizenden Titania, alles über Literatur beizubringen versucht, was ihm von Bedeutung erscheint, wächst der zurückhaltende Aubrey über sich hinaus. Er schleicht herum, beschattet, holt Informationen ein und liefert sich wilde Verfolgungsjagden, um das Geheimnis des verschwundenen Buches zu lösen und seine angebetete Miss Chapman zu beschützen. Dass er dabei oft übers Ziel hinausschießt, macht den Roman nur umso lesenswerter.

Überhaupt lebt „Das Haus der vergessenen Bücher“ von seinen Protagonisten. Wie gerne hätte ich Roger dabei über die Schulter gesehen, wie er mit Begeisterung und Liebe zum Detail Titanias Zimmer einrichtet. Seine Gedanken zum richtigen Wandschmuck und der richtige Lektüre für Regal und Nachtisch, waren rührend und amüsant zugleich. Über den Umgang zwischen Mr. und Mrs. Mifflin habe ich oft geschmunzelt und einige Male laut gelacht – sie sind ein fantastisches Ehepaar! Doch auch Aubrey und Titania konnten mein Herz erweichen und natürlich Bock, der gute alte Bock (kurz für Boccaccio), der wohl den heldenhaftesten Auftritt hatte, den ein Hund in solch einem Roman haben kann. Am Ende fiel es mir wirklich schwer, ihnen allen den Rücken zu kehren. Abschließend noch eine Auswahl meiner liebsten Zitate – eigentlich könnte man damit ganze Notizbücher füllen!

Ich lasse die Bücher, die ich verkaufe, für mich werben. Wenn ich einem Kunden ein Buch von Stevenson oder Conrad verkaufe, ein Buch, das ihn begeistert oder in Angst und Schrecken versetzt, werden jener Kunde und jenes Buch meine lebendige Werbung. (Seite 11)

Das Leben in einer Buchhandlung ist wie das Leben in einem Munitionslager. Diese Regale sind angefüllt mit dem gefährlichsten Sprengstoff der Welt – dem menschlichen Geist. (Seite 21)

Bücher enthalten die Gedanken und Träume der Menschen, ihre Hoffnungen, ihr Streben, alles, was an ihnen unsterblich ist. Aus Büchern lernen die meisten von uns, wie lebenswert das Leben doch ist. (Seite 116)

Ich danke Gott, dass ich ein Buchhändler bin, der mit den Träumen und Schönheiten und Kuriositäten der Menschheit handelt, und nicht einer, der nur Waren verhökert. (Seite 160)

Ich habe nie „König Lear“ gelesen, und zwar absichtlich nicht. Wäre ich einmal sehr krank, brauchte ich mir nur zu sagen: Du kannst noch nicht sterben, du hast den „Lear“ noch nicht gelesen, und ich bin sicher, dass mich das wieder auf die Beine bringen würde. (Seite 165)

Fazit: ein Muss für alle Literaturfans und eine Hommage an besten Beruf der Welt: Buchhändler

5K

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So oder so / Anja Kömmerling & Thomas Brinx

SOS_DualCover_1Titel: So oder so

Autoren: Anja Kömmerling & Thomas Brinx

Seitenzahl: 230

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich ganz herzlich bei Beltz & Gelberg für die Übersendung des Buches bedanken!

Handlung:

Jella und ihre beste Freundin Bella haben schon seit langem ihr erstes Festivalwochenende bei Rock am Ring geplant. Auch Lasse, Mc Fitti, Bellas Cousine Soleil und die zahme Ratte Sportsfreund sind mit von der Partie. Doch dann kommt auf einmal alles anders und es ist die Wahl zwischen Salami und Marmelade auf Jellas Frühstückstoast, die das Wochenende völlig verändern soll. Entscheidet sie sich für die Salami, fährt Jella mit ihren Freunden im Zug zu Rock am Ring und trifft dort auf den gutaussehenden Goran. Wählt sie aber die Marmelade, muss sie auf einmal mit ihrer nervigen kleinen Halbschwester Violetta im Schlepptau zum Festival trampen – ungewiss, ob sie überhaupt pünktlich zum Konzert ihrer Lieblingssängerin PerLe dort ankommen wird.

Eigene Meinung:

„So oder so“ ist wirklich ansprechend und vor allem passend zum Inhalt gestaltet. Das Buch lässt sich von beiden Seiten her lesen – die beiden unterschiedlichen Versionen der Handlung treffen sich in der Mitte des Buches, wo Schemen einer begeisterten Menge bei einem Konzert zu sehen sind. Und auch die Cover sind dem Inhalt des Buches angepasst: auf dem einen ist Jellas Frühstücksbrot mit Salami, auf dem anderen das mit Marmelade zu sehen. Die Herzform macht nochmal deutlich, worum es in dieser Geschichte hauptsächlich geht: die Liebe. Diese Gestaltung dürfte der Zielgruppe sicher gefallen und auch auf mich wirkt sie sehr stimmig.

Jellas Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven in der Gegenwartsform erzählt. Meistens ist es Jella, die wir als Leser begleiten, aber auch andere Charaktere wie Soleil oder Violetta kommen zu Wort. Dabei wird auch auf vieles eingegangen, was sich nur im Inneren der Figuren abspielt: Gedanken und Gefühle werden unvermittelt eingeflochten – so weiß man stets, was in ihnen vorgeht und durch das Präsens wirkt alles so, als geschehe es jetzt gerade, in diesem Moment. Sprachlich ist alles an die jeweiligen Personen angepasst. Jella spricht also nur von ihrer „Sis“ und kreischt ständig „Wir sind Ringrocker“. Das soll wohl authentisch wirken und den Schulterschluss zu den Teenie-Lesern bringen, aber ganz ehrlich: auf mich wirkt es einfach nur aufgesetzt. Aber vielleicht bin ich einfach nur alt und spießig und will es nicht wahrhaben, dass 16-Jährige alle so reden und denken.

Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist tatsächlich die Wahl des Toastbelags, mit der sich für Jella das ganze Wochenende ändert. Die Salami-Geschichte verläuft, alles in allem, etwas harmonischer, auch wenn Jella erstmal vor ihrer Mutter fliehen muss, die ihr zu gerne Violetta aufs Auge drücken würde. Überhaupt macht Mutter Stine auf mich einen recht überforderten und selbst wenig erwachsenen Eindruck – in beiden Geschichten ist sie kein Vorbild. Violetta hingegen war mir sofort sympathisch, auch wenn sie natürlich eine kleine Nervensäge ist. Die Marmeladen-Geschichte schlägt dann doch deutlich ernstere Töne an und mir persönlich wäre es lieber gewesen, ich hätte diese zuerst gelesen. (Wer das Buch liest, dem wird vielleicht auffallen, was ich meine. Ich sage nur so viel: Johannes.)

In „So oder so“ werden durchaus einige ernste Themen angesprochen: es geht um Alkoholismus, um psychische Krankheiten, aber auch um Homosexualität. Das alles wird recht geschickt in die Handlung verpackt, ohne dass zu sehr die moralische Keule geschwungen wird. Dennoch bleibt die Geschichte darüber hinaus ziemlich belanglos und verliert sich in Teeniesprache und banalen Handlungselementen. Nur der Strang über Jella und Soleil konnte mich wirklich überzeugen, davon hätte ich gerne mehr gelesen. Doch an der spannendsten Stelle ist dann auch schon Schluss. Naja, immerhin umfasst jede Version auch nur 115 Seiten – da kann schon fast von Kurzgeschichten gesprochen werden. Und dafür hat das Buch mit 12,95 Euro einen mehr als stolzen Preis!

Fazit: Grundsätzlich eine nette Idee, an deren Umsetzung es dann aber deutlich hapert

2K

Falling into you. Für immer wir / Jasinda Wilder

Cover "Falling into you"Titel: Falling into you. Für immer wir (Falling into you)

Autor: Jasinda Wilder

Seitenzahl: 314

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich ganz herzlich beim Mira Taschenbuch Verlag für die Übersendung des Buches bedanken!

Handlung:

Schon seit ihrer Kindheit sind Nell und Kyle die besten Freunde. Doch als Nell mit 16 endlich ihr erstes Date mit Kyles bestem Freund Jason haben soll, geschieht schließlich das, worauf das Umfeld der beiden schon seit langem gewartet hat: Nell und Kyle gestehen sich ihre Liebe und sind von nun an ein Paar. Alles könnte perfekt sein, doch dann stirbt Kyle 2 Jahre später bei einem Unfall. Nell ist am Boden zerstört und gibt sich die Schuld am Tod ihres Freundes. Auf der Beerdigung trifft sie auf dessen großen Bruder Colton und zwischen den beiden besteht sofort eine magische Anziehungskraft. Doch Nell darf diesem Drang nicht nachgeben, denn – so findet sie – Glücklichsein hat sie nicht mehr verdient.

Eigene Meinung:

Über das Cover des letzten Mira-Titels, den ich rezensiert habe, konnte ich mich ja nur mäßig begeistert zeigen. Die Gestaltung von „Falling into you“ finde ich aber extrem gelungen, das Cover spricht mich wirklich an. Das geschmackvolle, an den Rändern leicht verschwommene Titelbild drückt wunderbar die Stimmung des Romans aus und dürfte die Zielgruppe sicherlich auf Anhieb ansprechen. Raffiniert ist auch, dass das Cover auch auf der Buchrückseite fortgesetzt wird und erst dort zu sehen ist, dass die junge Frau auf dem Bild ein Herz in der Hand hält. Hier stimmt wirklich alles: Bildauswahl, Farbschema, Schriftart – super! Im Inneren kommt das Buch dann allerdings recht schmucklos daher, aber es kommt ja auch auf den Inhalt an, nicht wahr?

Gerührt hat mich gleich zu Beginn die Widmung der Autorin an all diejenigen, die wissen, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren. Das schafft sofort einen viel persönlicheren Zugang zur Handlung und die gewählten Worte sind so traurig wie wahr. Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und auf verschiedenen zeitlichen Ebenen. Es beginnt zunächst mit der Vergangenheit und erzählt, wie Kyle und Nell zueinander gefunden haben. Anschließend springt die Handlung in die Gegenwart, etwa 2 Jahre nach einer schicksalhaften Begegnung zwischen Nell und Colton. Diese beiden sind es auch, die abwechselnd ihre Geschichte erzählen – ein gelungener Aufbau, wie ich finde, denn so ist der Leser bei allen wichtigen Ereignissen hautnah dabei.

Die Protagonisten, zumindest die der Gegenwart, mochte ich sehr. Nell ist ein sympathisches Mädchen, das eigentlich so voller Leben und Energie steckt, das sich seit dem Tod ihres Freundes aber mit furchtbaren Geistern herumschlägt. An Colton gefiel mir, dass er nicht der typische Bad Boy ist. Natürlich hat er Tattoos und macht Musik, auf der anderen Seite ist es ihm aber gelungen, seiner Gang-Vergangenheit den Rücken zuzuwenden. Und seine Schwäche, die man im Verlauf des Romans kennen lernt, macht ihn für mich noch liebenswerter und greifbarer. Kyle hingegen blieb für mich blass und unnahbar. Vielleicht lag es daran, dass ich ihm nur in wenigen Szenen begegnet bin oder daran, dass er damals noch ein Teenager war, aber ich konnte zu ihm keine Beziehung aufbauen. Er wirkte auf mich sehr naiv und, ehrlich gesagt, ein wenig spießig.

Die Handlung an sich hat mich im Verlauf der Geschichte mehrmals zu Tränen gerührt und ich konnte wirklich mit beiden Beteiligten mitfühlen. Nell trägt so unglaublich große Schuld mit sich herum und auch Colton ist im Leben bisher nur wenig Gutes widerfahren. Umso verständlicher, dass die beiden sich zueinander hingezogen fühlen und – wie Colton im Roman sagt – sie sind gut für einander. Dennoch kann ich auch nachvollziehen, wie schwer es ihnen fällt, diese Tatsache zu akzeptieren, denn schließlich waren Kyle und Colton Brüder, wenn auch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Der Schluss der Geschichte kam für mich sehr plötzlich und unerwartet und wenn ich etwas an diesem Roman kritisieren kann, dann wohl dieses. Der Schicksalsschlag, der die beiden ereilt und Coltons Geheimnis, das schließlich ans Licht kommt, waren mir ein wenig zu viel. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn „Falling into you“ ist wirklich das Highlight unter den New Adult-Romanen der letzten Zeit und ich freue mich deshalb schon sehr auf „Falling into us. Dein für immer“, welches im Oktober erscheint und die Geschichte von Jason und Nells Freundin Becca erzählt.

Fazit: eine ganz besondere Liebesgeschichte, die zu Tränen rührt

5K

 

My favorite mistake / Chelsea M. Cameron

SAM_2514_1Titel: My favorite mistake. Der beste Fehler meines Lebens

Autor: Chelsea M. Cameron

Seitenzahl: 402

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich ganz herzlich beim Mira Taschenbuch Verlag für die Übersendung des Buches bedanken!

Handlung:

Als Taylor Caldwell mit ihren Freundinnen Darah und Renee die gemeinsame Wohnheim-WG bezieht, ahnt sie noch nicht, dass schon bald jemand ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Dieser Jemand erscheint in Gestalt von Musiker und Bad Boy Hunter Zaccadelli, der als Ersatz für die abgesprungene vierte Mitbewohnerin mit in die Studentenbude einziehen soll. Taylor ist geschockt – sie soll sich mit einem Mann ein Zimmer teilen? Dabei ist sie doch lieber für sich und hütet zurückgezogen ein großes Geheimnis, das sie schon seit Jahren verfolgt. Doch auch Hunter verbirgt hinter seiner harten Schale einen weichen Kern und die beiden fühlen sich schon nach kurzer Zeit zueinander hingezogen. Kann Taylor ihre Angst vor Beziehungen dieses Mal überwinden? Und kann sie Hunter wenigstens einmal ganz und gar auf eine Frau einlassen?

Eigene Meinung:

Das Cover von „My favorite mistake“ ist leider nur teilweise gelungen. Gut gefällt mir der Collegeblock als Hintergrund und der schraffierte Titel. Passend dazu ist auch der Autorenname als angehefteter Notizzettel gestaltet. Ob man allerdings solche Dinge wie „New York Times Bestseller Autorin“ hinzufügen muss, das erscheint mir doch fraglich. So weckt man beim Leser unter Umständen Erwartungen, die das Buch nicht zu halten vermag, aber dazu später mehr. Weniger gut gefallen hat mir die farbliche Gestaltung des Covers und die Kritzeleien auf dem Block. Das mutet doch ein wenig kindlich an, wenn man bedenkt, dass hier Frauen und Mädchen angesprochen werden sollen, die dem Teenageralter bereits entwachsen sind. Aber grundsätzlich lässt sich bei dieser Titelgestaltung sagen: What you see, is what you get, nämlich eine zarte, bitter-süße Liebesgeschichte.

Inhaltlich bietet die Geschichte nichts wahnsinnig Neues, im Gegenteil: leicht schüchternes, verklemmtes Mädchen mit Vergangenheit trifft auf musikalischen Bad Boy mit Geheimnis. Natürlich kommen die beiden zu Beginn nicht gut miteinander klar. Zumindest mag sie ihn nicht und versucht ihn auf Distanz zu halten. Er sieht das Ganze am Anfang nur als Spiel, als Herausforderung, entwickelt dann aber doch – zum ersten Mal in seinem Leben – tiefe Gefühle. Dann folgt die unvermeidliche Wette, gefolgt von einem mehrere hundert Seiten langen Katz- und Mausspiel. Und natürlich wissen bereits alle anderen, dass Taylor und Hunter füreinander bestimmt sind, nur die beiden selbst nicht. Oder zumindest gilt das für Taylor für die nicht sein kann, was nicht sein darf. Hm, wo hab‘ ich das ganze schon mal gelesen? Ach ja, in fast jedem neu erscheinenden New Adult-Titel, so zum Beispiel in „Beautiful Disaster“ von Jamie McGuire.

Zugegeben: die Protagonisten sind wirklich sympathisch. So sympathisch, dass man am liebsten selbst in die Chaos-WG einziehen möchte und mit ihnen abendliche Kochsessions abhalten möchte. Mit Taylor leidet man sofort mit, möchte sie abwechselnd wachrütteln und tröstend in den Armen nehmen. Und Hunter ist natürlich so charmant wie nervtötend mit seiner oft herablassenden, dann aber auch überraschen sanften Art. Wenn es ihm dann nach einer ganzen Weile dann endlich gelingt, die Mauer, die Taylor all die Jahre um sich gebaut hat, einzureißen, dann nimmt einen das schon mit. Ergänzt wird dieses Pärchen von großartigen Nebenfiguren, allen voran Meg, die wohl beste Freundin, die man sich als Frau wünschen kann. Aber auch Taylors Schwester Tawny ist einfach klasse!

Zur eigentlichen Handlung gibt es dann nicht mehr viel zu sagen – die ist an sich ja schon vorprogrammiert. Was mich nur immer wieder fasziniert ist die Tatsache, dass Frauen, die so ein schweres Trauma mit sich herumtragen, dann doch bei der ersten Gelegenheit in den Armen des Mannes dahinschmelzen und der Sex natürlich sofort wundervoll ist. Das entspricht wohl kaum der Realität, aber nun ja… Trotz all dieser Kritikpunkte ging es mir mit „My favorite mistake“ wie bei allen ähnlichen Romanen dieser Art, die ich zuvor gelesen hatte. Sie entwickeln einfach einen wahnsinnigen Sog – die Seiten fliegen nur so dahin. Man leidet mit den Protagonisten mit und muss natürlich wissen, wie alles (hoffentlich gut) ausgeht. Das wird sicher nicht mein letzter New Adult-Roman gewesen sein, aber ich denke, ich mache diesbezüglich erstmal eine Pause.

Fazit: ein durchschnittlicher New Adult-Roman, der die Erwartungen an das Genre voll erfüllt

3K

 

Für immer Ella & Micha / Jessica Sorensen

SAM_2387_1Titel: Für immer Ella & Micha (The forever of Ella and Micha)

Autor: Jessica Sorensen

Seitenzahl: 349

Woher ich es habe: bei einem Gewinnspiel des Verlages gewonnen

Ich möchte mich ganz herzlich beim Heyne Verlag für die Übersendung des Buches bedanken!

Reihenfolge:
1. Das Geheimnis von Ella & Micha
2. Für immer Ella & Micha
3. The ever after of Ella and Micha

Handlung:

Ella und Micha waren schon immer die besten Freunde, doch inzwischen sind sie weit mehr als das. Vieles haben sie gemeinsam durchgestanden, aber nun müssen sie es eine Weile ohne einander aushalten. Während Ella ihre Ausbildung am College weiterführt, tourt Micha mit seiner Band durch die Staaten. Da natürlich Bandkollegin Naomi immer mit von der Partie ist und dabei kein gutes Haar an Ella lässt, sind Eifersucht und Streitereien vorprogrammiert. Und dann sind da noch die Dämonen aus ihrer Vergangenheit, die Ella nicht loslassen und so trifft sie eine folgenschwere Entscheidung: sie muss Micha gehen lassen, um ihm ein glückliches Leben zu ermöglichen.

Eigene Meinung:

„Für immer Ella & Micha“ schließt direkt an seinen Vorgänger an und ist – wie auch die anderen Bücher der Autorin – abwechselnd aus Ellas und Michas Perspektive in der Ich- und Gegenwartsform erzählt. So kann der Leser beide Blickwinkel der Geschichte kennen lernen und ist immer mitten im Geschehen. Schon zu Beginn der Handlung merkt man, dass Ella und Micha nicht so glücklich sind, wie sie es nach dem Ende von Band 1 eigentlich sein müssten. Ella fühlt sich ohne Micha auf dem College einsam, ihre Gedanken sind meistens bei ihm. Und auch Micha vermisst seine Ella May schmerzlich auf Tour. Außerdem ist er mit seiner Karriere als Musiker unzufrieden, wäre er doch lieber als Solokünstler denn mit seiner Band unterwegs. Dass es da zwischen den beiden zu Spannungen kommen muss, ist nicht weiter verwunderlich.

Ella leidet auch in diesem zweiten Band noch immer unter dem Tod ihrer Mutter und fühlt sich verantwortlich. Ihr Vater, der dem Alkohol völlig verfallen ist, unterstützt sie in diesen Gefühlen auch noch und versucht seine eigenen Fehler und Schwächen auf die eigene Tochter abzuwälzen. Gegen diese Angriffe kann sich Ella nur schwer zur Wehr setzen und so kommt es regelmäßig zu Zusammenbrüchen. Nach einem von diesen beschließt Ella, Micha nicht länger eine Last sein zu wollen und sich erst einmal ihren eigenen Problemen zu widmen. Unterstützt wird sie dabei von Anna, ihrer Therapeutin. Micha reagiert natürlich geschockt auf diese Entscheidung, bemüht sich aber weiterhin, Ella ein guter Freund zu sein. Dabei hat auch er sein Päckchen zu tragen: nach Jahren des Schweigens hat sich sein Vater endlich bei ihm gemeldet und bittet ihn um einen Gefallen.

Ich muss es meiner Meinung vorweg nehmen: ich mag Jessica Sorensens Bücher wirklich. Ich liebe Callie und Kayden! Aber manchmal denke ich mir doch, die Autorin sollte sich mal an einem anderen Thema versuchen. Denn im Prinzip ist jedes Buch nur eine Abwandlung des vorherigen. Und wo Callie und Kayden noch Tiefe haben, sind Ella und Micha einfach nur anstrengend. Ständig hält einer den anderen auf Distanz und fühlt sich nicht wertvoll genug, dem anderen ein liebevoller Partner zu sein. Anstatt ehrlich miteinander umzugehen, fallen beide in kindische Verhaltensmuster zurück. Ich bin ja auch wirklich nicht prüde, aber jeden Konflikt mit heißem Sex lösen zu wollen, das erscheint mir doch ein wenig zu einfach, oder nicht?

Der Schluss ist auch schon im Titel angedeutet und nachdem Band 3 eine Hochzeit vorweg nimmt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass es in „Für immer Ella & Micha“ ein Happy End gibt. Zugegeben: Ella hat einige Fortschritte gemacht, ein großes  Problem ist zumindest auf dem Weg zu einer Lösung und sie und Micha haben noch einiges mehr gemeinsam geschafft. Dennoch wirkt dieser Schluss auf mich ein wenig aufgesetzt und erzwungen. Der Klappentext von Band 3 lässt außerdem vermuten, dass wir auch dort nur eine erneute Variation ein und desselben Themas wiederfinden werden: einer der beiden wird vor dem Traualtar kalte Füße bekommen und davon überzeugt sein, den anderen nicht zu verdienen. Und dennoch werden am Ende alle glücklich sein. Aber was spotte ich eigentlich? Trotz all dieser Kritikpunkte entwickeln die Bücher von Jessica Sorensen einen unglaublichen Sog. Man muss einfach wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht, die einen zwar unbändig nerven, aber einem dennoch ans Herz gewachsen sind. Am meisten freue ich mich auf das Buch von Seth und Greyson – das könnte wirklich einmal etwas ganz anderes werden!

Fazit: ein typischer Jessica Sorensen-Roman, der einen stellenweise entnervt zurücklässt

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