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Schweig still, süßer Mund / Janet Clark

Titel: Schweig still, süßer Mund

Autor: Janet Clark

Seitenzahl: 349

Woher ich es habe: Im Büchertreff bei der Verlosung zur Leserunde gewonnen

„Schweig still, süßer Mund“ ist der zweite Roman der deutschen Autorin Janet Clark und ihr erster Jugendthriller. Noch 2012 sollen von ihr ein weiterer Jugend- und ein Mysterythriller erscheinen.

Der Roman wurde von mir in einer von der Autorin begleiteten Leserunde gelesen. Dort erlebte ich Janet Clark als eine sehr sympathische, sehr zugängliche und durchaus kritikfähige Autorin, die sich viel Zeit für ihre Leser nimmt. Dies und die Tatsache, dass ich von „Schweig still, süßer Mund“ sehr überrascht war, sorgen dafür, dass mein erstes Buch der Autorin sicher nicht mein letztes gewesen sein wird.

Handlung:

Die 17-jährige Jana und die 18-jährige Ella sind schon seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Als Ella eines Tages spurlos verschwindet, macht Jana sich auf die Suche nach ihr. Nach und nach geraten Jana und ihr bester Freund Fabian sowie Janas Schwester Miriam immer tiefer in die Geschehnisse hinein. Bald muss Jana sich fragen, ob sie ihre beste Freundin Ella jemals richtig gekannt hat, denn immer mehr Geheimnisse suchen sich ihren Weg ans Tageslicht. Doch Jana scheint der Lösung des Rätsels immer näher zu kommen – vielleicht schon zu nah…

Eigene Meinung:

An „Schweig still, süßer Mund“ sind mir zunächst 2 Dinge aufgefallen: der Titel und das Cover. Ich muss zugeben, dass die etwas schwülstig anmutende Formulierung in erhabener Schreibschrift und die Umschlaggestaltung mit Rosenmotiv mich im Buchladen nicht unbedingt angesprochen hätten. (Ich gehöre mit meinen 30 Jahren vermutlich aber auch nicht zur hauptsächlichen Zielgruppe des Jugendthrillers.) Hier bewahrheitet sich jedoch die Redensart, die davor warnt, ein Buch nur nach seinem Cover zu beurteilen, denn hinter diesem verbirgt sich eine spannend geschriebene Geschichte, die auch Erwachsene zu fesseln weiß.

Der Roman beginnt mit dem Prolog eines Unbekannten, des Täters. Ich muss gestehen, dass bereits hier mein Interesse geweckt war, denn ich mag es sehr, wenn ein Buch mit einem Rätsel beginnt, das für den Leser nach und nach einen Sinn ergibt – so wie bei einem Puzzle langsam ein Bild erkennbar wird, je mehr Teile man hinzufügt. Diese Art des Einstiegs hat mir schon in Bettina Belitz‘ Trilogie um Ellie und Colin gefallen; ein sehr geschickter Schachzug, um Spannung zu erzeugen, ohne zu viele Details zu verraten.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert: aus Janas Blickwinkel, dem des Täters und dem seines Entführungsopfers. Dank dieser geschickten Perspektivenwechsel weiß der Leser schon lange, bevor Jana es selbst ahnt, dass das junge Mädchen sich in großer Gefahr befindet, denn jemand beobachtet sie und folgt ihr bei jedem ihrer Schritte. Die Autorin streut immer wieder kleinere Hinweise ein und legt Fährten, von denen sich einige später als falsch erweisen. So bleibt die Spannung den ganzen Roman über erhalten und es wird verhindert, dass man sich schon allzu früh auf den „richtigen“ Täter festlegen kann. Ebenso bleibt lange unklar, was tatsächlich mit Ella geschehen ist und um wen es sich bei dem entführten Mädchen handelt.

Die Figuren sind glaubhaft gezeichnet, auch wenn zum Beispiel das Verhalten von Jana einem als Leser die Haare zu Berge stehen lässt. Oft genug ermittelt sie auf eigene Faust, trifft sich mit wildfremden Menschen, die sie nur aus dem Internet kennt, manchmal sogar in deren Wohnung. Generell ist das Internet mit all seinem Nutzen und seinen Gefahren ein großes Thema in „Schweig still, süßer Mund“. Es hilft den Jugendlichen enorm auf der Suche nach Ella, weil es viele Menschen erreicht. Aber auch die Schattenseiten werden beleuchtet und Fragen aufgeworfen: Wie viel darf man im Internet von sich preisgeben? Wie kann man sich vor Datenraub schützen? Dient youtube tatsächlich nur der Unterhaltung oder lässt sich auch viel Schaden auf dieser Plattform anrichten?

In den letzten Kapiteln löst sich das Rätsel um Ellas Verschwinden nach und nach auf und alle losen Handlungsfäden werden zusammengeführt. Von der letztendlichen Auflösung war ich nicht allzu überrascht, da ich schon eine entsprechende Ahnung hatte. Dennoch war es ungemein spannend zu erfahren, wie alles zusammenhängt und auf die Frage nach dem Warum eine Antwort zu erhalten.

Fazit:

Ein gelungener Jugendthriller, der auch Erwachsene zu begeistern weiß und ganz ohne brutale Schilderungen auskommt.

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Büchertreff-Leserunde mit Janet Clark

Seit den wundervollen Leserunden mit Bettina Belitz zu ihrer Trilogie um Ellie und Colin (Splitterherz, Scherbenmond, Dornenkuss) bin ich ein sehr großer Fan von autorenbegleiteten Leserunden. Ab dem 20. Januar findet nun im Büchertreff eine Leserunde zum neuesten Jugendthriller „Schweig still, süßer Mund“ von Janet Clark statt. Ich bin sehr gespannt, weil ich bisher noch kein Buch der Autorin gelesen habe. Laut den lieben Büchertrefflern war aber bereits die letzte Leserunde mit ihr ein voller Erfolg – daher freue ich mich schon wahnsinnig.

Die Autorin:

Janet Clark, geboren 1967 in München, arbeitete nach ihrem Studium als wissenschaftliche Assistentin, Universitätsdozentin, Geschäftsführerin und Marketing-Leiterin in Belgien, England und Deutschland. Neben Beruf und Familie beschäftigte sie sich intensiv mit dem Schreiben und veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten. „Ich sehe dich“ ist ihr Debütroman. Heute lebt Janet Clark mit ihrem Mann und drei Kindern wieder in München.

Das Buch:

Ich beobachte dich. Jeden deiner Schritte. Du solltest vorsichtig sein. Zwing mich nicht, auch dich zum Schweigen zu bringen.

Janas beste Freundin Ella ist verschwunden. Auch wenn die Polizei nicht an ein Verbrechen glaubt, steht für Jana eines fest: Ella würde niemals einfach so abhauen. Sie beschließt, auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei kommen Dinge ans Tageslicht, die Jana an ihrer Freundschaft zu Ella zweifeln lassen. Und die sie in große Gefahr bringen, denn ihre Suche hat sie dem Täter nahe gebracht. Zu nah.