Tag-Archiv | Freundschaft

So oder so / Anja Kömmerling & Thomas Brinx

SOS_DualCover_1Titel: So oder so

Autoren: Anja Kömmerling & Thomas Brinx

Seitenzahl: 230

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich ganz herzlich bei Beltz & Gelberg für die Übersendung des Buches bedanken!

Handlung:

Jella und ihre beste Freundin Bella haben schon seit langem ihr erstes Festivalwochenende bei Rock am Ring geplant. Auch Lasse, Mc Fitti, Bellas Cousine Soleil und die zahme Ratte Sportsfreund sind mit von der Partie. Doch dann kommt auf einmal alles anders und es ist die Wahl zwischen Salami und Marmelade auf Jellas Frühstückstoast, die das Wochenende völlig verändern soll. Entscheidet sie sich für die Salami, fährt Jella mit ihren Freunden im Zug zu Rock am Ring und trifft dort auf den gutaussehenden Goran. Wählt sie aber die Marmelade, muss sie auf einmal mit ihrer nervigen kleinen Halbschwester Violetta im Schlepptau zum Festival trampen – ungewiss, ob sie überhaupt pünktlich zum Konzert ihrer Lieblingssängerin PerLe dort ankommen wird.

Eigene Meinung:

„So oder so“ ist wirklich ansprechend und vor allem passend zum Inhalt gestaltet. Das Buch lässt sich von beiden Seiten her lesen – die beiden unterschiedlichen Versionen der Handlung treffen sich in der Mitte des Buches, wo Schemen einer begeisterten Menge bei einem Konzert zu sehen sind. Und auch die Cover sind dem Inhalt des Buches angepasst: auf dem einen ist Jellas Frühstücksbrot mit Salami, auf dem anderen das mit Marmelade zu sehen. Die Herzform macht nochmal deutlich, worum es in dieser Geschichte hauptsächlich geht: die Liebe. Diese Gestaltung dürfte der Zielgruppe sicher gefallen und auch auf mich wirkt sie sehr stimmig.

Jellas Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven in der Gegenwartsform erzählt. Meistens ist es Jella, die wir als Leser begleiten, aber auch andere Charaktere wie Soleil oder Violetta kommen zu Wort. Dabei wird auch auf vieles eingegangen, was sich nur im Inneren der Figuren abspielt: Gedanken und Gefühle werden unvermittelt eingeflochten – so weiß man stets, was in ihnen vorgeht und durch das Präsens wirkt alles so, als geschehe es jetzt gerade, in diesem Moment. Sprachlich ist alles an die jeweiligen Personen angepasst. Jella spricht also nur von ihrer „Sis“ und kreischt ständig „Wir sind Ringrocker“. Das soll wohl authentisch wirken und den Schulterschluss zu den Teenie-Lesern bringen, aber ganz ehrlich: auf mich wirkt es einfach nur aufgesetzt. Aber vielleicht bin ich einfach nur alt und spießig und will es nicht wahrhaben, dass 16-Jährige alle so reden und denken.

Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist tatsächlich die Wahl des Toastbelags, mit der sich für Jella das ganze Wochenende ändert. Die Salami-Geschichte verläuft, alles in allem, etwas harmonischer, auch wenn Jella erstmal vor ihrer Mutter fliehen muss, die ihr zu gerne Violetta aufs Auge drücken würde. Überhaupt macht Mutter Stine auf mich einen recht überforderten und selbst wenig erwachsenen Eindruck – in beiden Geschichten ist sie kein Vorbild. Violetta hingegen war mir sofort sympathisch, auch wenn sie natürlich eine kleine Nervensäge ist. Die Marmeladen-Geschichte schlägt dann doch deutlich ernstere Töne an und mir persönlich wäre es lieber gewesen, ich hätte diese zuerst gelesen. (Wer das Buch liest, dem wird vielleicht auffallen, was ich meine. Ich sage nur so viel: Johannes.)

In „So oder so“ werden durchaus einige ernste Themen angesprochen: es geht um Alkoholismus, um psychische Krankheiten, aber auch um Homosexualität. Das alles wird recht geschickt in die Handlung verpackt, ohne dass zu sehr die moralische Keule geschwungen wird. Dennoch bleibt die Geschichte darüber hinaus ziemlich belanglos und verliert sich in Teeniesprache und banalen Handlungselementen. Nur der Strang über Jella und Soleil konnte mich wirklich überzeugen, davon hätte ich gerne mehr gelesen. Doch an der spannendsten Stelle ist dann auch schon Schluss. Naja, immerhin umfasst jede Version auch nur 115 Seiten – da kann schon fast von Kurzgeschichten gesprochen werden. Und dafür hat das Buch mit 12,95 Euro einen mehr als stolzen Preis!

Fazit: Grundsätzlich eine nette Idee, an deren Umsetzung es dann aber deutlich hapert

2K

My favorite mistake / Chelsea M. Cameron

SAM_2514_1Titel: My favorite mistake. Der beste Fehler meines Lebens

Autor: Chelsea M. Cameron

Seitenzahl: 402

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich ganz herzlich beim Mira Taschenbuch Verlag für die Übersendung des Buches bedanken!

Handlung:

Als Taylor Caldwell mit ihren Freundinnen Darah und Renee die gemeinsame Wohnheim-WG bezieht, ahnt sie noch nicht, dass schon bald jemand ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Dieser Jemand erscheint in Gestalt von Musiker und Bad Boy Hunter Zaccadelli, der als Ersatz für die abgesprungene vierte Mitbewohnerin mit in die Studentenbude einziehen soll. Taylor ist geschockt – sie soll sich mit einem Mann ein Zimmer teilen? Dabei ist sie doch lieber für sich und hütet zurückgezogen ein großes Geheimnis, das sie schon seit Jahren verfolgt. Doch auch Hunter verbirgt hinter seiner harten Schale einen weichen Kern und die beiden fühlen sich schon nach kurzer Zeit zueinander hingezogen. Kann Taylor ihre Angst vor Beziehungen dieses Mal überwinden? Und kann sie Hunter wenigstens einmal ganz und gar auf eine Frau einlassen?

Eigene Meinung:

Das Cover von „My favorite mistake“ ist leider nur teilweise gelungen. Gut gefällt mir der Collegeblock als Hintergrund und der schraffierte Titel. Passend dazu ist auch der Autorenname als angehefteter Notizzettel gestaltet. Ob man allerdings solche Dinge wie „New York Times Bestseller Autorin“ hinzufügen muss, das erscheint mir doch fraglich. So weckt man beim Leser unter Umständen Erwartungen, die das Buch nicht zu halten vermag, aber dazu später mehr. Weniger gut gefallen hat mir die farbliche Gestaltung des Covers und die Kritzeleien auf dem Block. Das mutet doch ein wenig kindlich an, wenn man bedenkt, dass hier Frauen und Mädchen angesprochen werden sollen, die dem Teenageralter bereits entwachsen sind. Aber grundsätzlich lässt sich bei dieser Titelgestaltung sagen: What you see, is what you get, nämlich eine zarte, bitter-süße Liebesgeschichte.

Inhaltlich bietet die Geschichte nichts wahnsinnig Neues, im Gegenteil: leicht schüchternes, verklemmtes Mädchen mit Vergangenheit trifft auf musikalischen Bad Boy mit Geheimnis. Natürlich kommen die beiden zu Beginn nicht gut miteinander klar. Zumindest mag sie ihn nicht und versucht ihn auf Distanz zu halten. Er sieht das Ganze am Anfang nur als Spiel, als Herausforderung, entwickelt dann aber doch – zum ersten Mal in seinem Leben – tiefe Gefühle. Dann folgt die unvermeidliche Wette, gefolgt von einem mehrere hundert Seiten langen Katz- und Mausspiel. Und natürlich wissen bereits alle anderen, dass Taylor und Hunter füreinander bestimmt sind, nur die beiden selbst nicht. Oder zumindest gilt das für Taylor für die nicht sein kann, was nicht sein darf. Hm, wo hab‘ ich das ganze schon mal gelesen? Ach ja, in fast jedem neu erscheinenden New Adult-Titel, so zum Beispiel in „Beautiful Disaster“ von Jamie McGuire.

Zugegeben: die Protagonisten sind wirklich sympathisch. So sympathisch, dass man am liebsten selbst in die Chaos-WG einziehen möchte und mit ihnen abendliche Kochsessions abhalten möchte. Mit Taylor leidet man sofort mit, möchte sie abwechselnd wachrütteln und tröstend in den Armen nehmen. Und Hunter ist natürlich so charmant wie nervtötend mit seiner oft herablassenden, dann aber auch überraschen sanften Art. Wenn es ihm dann nach einer ganzen Weile dann endlich gelingt, die Mauer, die Taylor all die Jahre um sich gebaut hat, einzureißen, dann nimmt einen das schon mit. Ergänzt wird dieses Pärchen von großartigen Nebenfiguren, allen voran Meg, die wohl beste Freundin, die man sich als Frau wünschen kann. Aber auch Taylors Schwester Tawny ist einfach klasse!

Zur eigentlichen Handlung gibt es dann nicht mehr viel zu sagen – die ist an sich ja schon vorprogrammiert. Was mich nur immer wieder fasziniert ist die Tatsache, dass Frauen, die so ein schweres Trauma mit sich herumtragen, dann doch bei der ersten Gelegenheit in den Armen des Mannes dahinschmelzen und der Sex natürlich sofort wundervoll ist. Das entspricht wohl kaum der Realität, aber nun ja… Trotz all dieser Kritikpunkte ging es mir mit „My favorite mistake“ wie bei allen ähnlichen Romanen dieser Art, die ich zuvor gelesen hatte. Sie entwickeln einfach einen wahnsinnigen Sog – die Seiten fliegen nur so dahin. Man leidet mit den Protagonisten mit und muss natürlich wissen, wie alles (hoffentlich gut) ausgeht. Das wird sicher nicht mein letzter New Adult-Roman gewesen sein, aber ich denke, ich mache diesbezüglich erstmal eine Pause.

Fazit: ein durchschnittlicher New Adult-Roman, der die Erwartungen an das Genre voll erfüllt

3K

 

Wanted. Ja. Nein. Vielleicht / Lena Hach

SAM_2218_1Titel: Wanted. Ja. Nein. Vielleicht

Autor: Lena Hach

Seitenzahl: 153

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich herzlich bei Beltz & Gelberg für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es hier.

„Wanted. Ja. Nein. Vielleicht“ ist das erste Jugendbuch der in Berlin lebenden Autorin Lena Hach. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Kreatives Schreiben und arbeitet heute als freie Journalistin und Schriftstellerin. Es lohnt sich definitiv, Lena Hach im Auge zu behalten. Nähere Informationen zu ihr gibt es auf ihrer Homepage.

Handlung:

Liebeskummer der Stufe zehn, das ist die Diagnose von Finns bestem Freund Moritz. Denn der versucht gerade mit einem ausgeklügelten Anti-Liebeskummer-Plan, Finn über die Trennung von Sofie hinwegzuhelfen. Fast ein Jahr waren die beiden zusammen und Finn, der von einem Tag auf den anderen verlassen wurde, weiß so gar nicht, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Doch dann trifft er eines Tages auf Lara, die wahnsinnig lustige und kreative Abrisszettel in ganz Berlin aufhängt. Dieses Mädchen muss Finn unbedingt kennen lernen und so macht er sich, natürlich mit Moritz‘ Hilfe, auf die Suche. Und als sich sich für Finn endlich das Blatt zu wenden scheint, passieren auf einmal einige unvorhergesehene Dinge. Wie wird er damit zurechtkommen? Und kann es ein Happy End für Finn und Lara geben?

Eigene Meinung:

Cover und Titel sind, in meinen Augen, sehr gut auf den Inhalt abgestimmt. Auf dem vorderen Einband sind die Köpfe eines Jungen und eines Mädchen zu sehen, die beide perfekt zu den Beschreibungen von Finn und Lara passen. Er mit seinen auffallenden roten Locken und sie mit dem dunklen Haar und dem leicht geheimnisvollen Aussehen. Der Titel des Romans spielt auf die Abrisszettel an, die das treibende Element der Handlung darstellen. Auch das Layout ist in diesem Fall sehr gelungen, denn die Worte Ja, Nein und Vielleicht sind wie die kleinen Abriss-Abschnitte auf einem von Laras Zetteln gestaltet – wirklich eine schöne Idee! Im Inneren kommt das Buch dann eher schlicht daher, bildet aber glücklicherweise Laras kleine Kunstwerke ab. Und die machen einem wirklich Lust darauf, selbst solche Abrisszettel aufzuhängen oder zumindest welche in der eigenen Heimatstadt zu entdecken.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Lara und Finn jeweils in der Ich-Form erzählt. Wer gerade an der Reihe ist, das verrät die Kapitelüberschrift. Die beiden sind auf ihre Art jeweils sehr sympathische und witzige Figuren. Lara fällt durch ihre Unangepasstheit und ihre Kreativität auf. Sie ist anders, als die anderen Mädchen in ihrem Alter und dessen ist sie sich auch bewusst. Finn hingegen ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, der unter dem Verlust seiner ersten großen Liebe leidet. Von der lässt er sich leider auch gerne einmal manipulieren, so dass man ihn am liebsten an den Schultern packen und schütteln möchte. Ein Highlight ist Finns bester Freund Moritz. Äußerlich ein völliger Nerd, der natürlich auch Mitglied im Schachclub ist, zieht er seltsamerweise die Blicke der Mädchen mehr auf sich, als Finn mit seinem feuerroten Schopf. Dem gegenüber ist er absolut loyal und hat für sich beschlossen, ihm schnellstmöglich aus seinem Liebeskummer zu helfen.

Was sich eigentlich nur nach einer ganz normalen Liebesgeschichte für junge Leser anhört, entwickelt im Lauf der Handlung eine ungeahnte Tiefe. Neben Beziehungsproblem und Freundschaft tauchen auf einmal andere Themen wie Homosexualität, Verlust eines Kindes, Depression und Scheidung auf. Diese fügen sich gut in den Plot ein, ohne allzu aufgesetzt oder übertrieben zu wirken. Und in solchen Situationen geschieht es auch, dass Finn zeigt, was in ihm steckt und was ihn vielleicht von anderen Jungs in seinem Alter unterscheidet. Obwohl er oft nicht weiß, was er sagen soll, wenn Lara ihm von ihrem Leben erzählt, so ergreift er doch nicht die Flucht und tut, was er am besten kann: Zuhören.

Am Ende muss Finn für sich eine wichtige Entscheidung treffen – eine Entscheidung, nicht nur zwischen zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Nein, es ist auch eine Entscheidung, zwischen zwei Arten von Beziehungen, zwei Arten, in Zukunft weiter zu leben. Will er lieber die sorglose, aber doch einseitige Beziehung mit Sofie fortsetzen, für die er immer noch etwas empfindet oder will er mit Lara etwas ganz Neues, Ernsthafteres, aber auch Schwieriges wagen. Mit dem Schluss bin ich so zufrieden, wie er ist, auch wenn er doch recht abrupt kommt und eine Menge Dinge offen lässt. Generell sind knappe 150 Seiten natürlich etwas kurz für einen Roman und haben für mich eher einen Novellen-Charakter, weil sie eigentlich nur einen Ausschnitt präsentieren. Dieser Ausschnitt hat mich aber sehr gut unterhalten und macht mich neugierig darauf, was wir sonst noch von Lena Hach erwarten können.

Fazit: ein schönes Jugendbuch für Leser ab 12, das gut und gerne noch ein paar Seiten mehr hätte vertragen können

4K

High Love / Madlen Ottenschläger

SAM_2216_1Titel: High Love

Autor: Madlen Ottenschläger

Seitenzahl: 205

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich herzlich beim Carlsen Verlag für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es hier.

„High Love“ ist der erste Printroman der freien Journalistin und Texterin Madlen Ottenschläger. Neben Artikeln für unterschiedliche Zeitungen und Zeitschriften schrieb sie für Carlsen auch die digitale Soap „So verliebt, so verwirrt, so schön“, die in 5 Episoden als Epub veröffentlicht wurde. Dieses Projekt möchte ich mir unbedingt einmal näher ansehen! Neben fiktionalen Texten hat die Autorin auch ein Sachbuch verfasst, das sich mit Dingen rund um den Studienanfang befasst.

Handlung:

Seit Manja aus ihrem Sprachcamp in England zurückgekehrt ist, hat sie sich ganz schön verändert. Sie hat eine neue Frisur, trägt andere Kleidung und scheint sich auf einmal der Clique um die coole Kati anzunähern, die vorher keinen Blick für sie übrig hatte. Natürlich ist ihre beste Freundin Sophie deshalb gekränkt und auch ein wenig eifersüchtig und kann nicht begreifen, warum sich Manja von ihr abwendet. Und dann lernt die auch noch Moritz kennen, der ihr auf den ersten Blick wahnsinnig nett und sanft vorkommt. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber schnell, dass der junge Mann ein ziemliches Problem mit sich herum trägt: er kifft zu viel. Und so gerät auch Manja in einen Strudel aus Eifersucht, Aggression, Alkohol und Haschisch. Wird sie es schaffen, noch rechtzeitig den Absprung zu finden? Und ist die Freundschaft zu Sophie noch zu retten?

Eigene Meinung:

„High Love“ ist ein relativ kurzer Roman mit nur knapp über 200 Seiten. Die Gestaltung des Covers ist, in meinen Augen, leider nicht besonders gelungen. Das riesige Hanfblatt, das einfach über das sich küssende Pärchen gelegt wurde, ist mir doch etwas zu plakativ. Ich verstehe natürlich die Symbolik des Ganzen, dass das Suchtmittel in den Vordergrund rückt und die Liebe, ja die ganze Beziehung der beiden in den Hintergrund drängt, aber dennoch hätte ich ein etwas zurückhaltenderes Motiv bevorzugt. Auch bei der seltsamen Schrift auf dem Titel bin ich mir nicht ganz im Klaren darüber, was sie mir sagen soll. Vielleicht soll sie ja die veränderte Wahrnehmung durch die Droge versinnbildlichen? Im Übrigen sind auch die Seitenzahlen und Kapitelanfänge im Inneren so gestaltet und dadurch manchmal nur schwer zu entziffern.

Die Handlung wird aus Manjas Sicht in der Ich-Form erzählt. Als Protagonistin war sie mir recht sympathisch. Ihren Drang danach, sich zu verändern und alles Alte hinter sich zu lassen, konnte ich gut verstehen. Auch ihre Gewissensbisse ihrer besten Freundin Sophie gegenüber waren realistisch und glaubhaft dargestellt – im Prinzip pendelt Manja den gesamtem Roman zwischen 2 Extremen hin und her: dem Wunsch, eine neue, coolere Manja zu sein und der Sehnsucht nach dem Sicheren, dem Altbekannten; in diesem Fall die Liebe, ihre Familie und natürlich auch Sophie. Auch die anderen Charaktere sind durchaus interessant, auch wenn sie etwas klischeehaft anmuten. Die überlegte, leicht spießige Sophie, die eiskalte Kati, der aggressive Moritz und der vernünftige Samuel sind mehr Abziehbilder als echte junge Menschen. Aber nun ja, vielleicht kann man von einem Roman für Teenies manchmal eben nicht mehr erwarten.

Im Verlauf der Geschichte nimmt die Beziehung zwischen Manja und Moritz immer groteskere Züge an. Während Manja sich Nähe und Zuneigung wünscht, scheint Moritz nur noch das Kiffen im Kopf zu haben. Ständig leiht er sich Geld von seiner Freundin und Haschisch scheint ihm auch tatsächlich wichtiger zu sein, als körperliche Nähe zu Manja. Die möchte man hin und wieder ganz fest schütteln und sie mit Samuels Worten fragen: „Was willst Du eigentlich von diesem Kerl?“ Etwas schade fand ich, dass Sophie und Kati als gute Freundinnen Moritz Verhalten kaum kritisieren oder ihre Freundin darin bestärken, dass so ein Mensch nicht gut für sie ist. Samuel ist der einzige, der den Roman über einen klaren Kopf behält und auf Manja einwirkt. Ihre Lektion muss die am Ende auf die harte Tour lernen; wie, das möchte ich hier nicht verraten.

Der Roman bietet im Anhang noch einen Informationsteil für Jugendliche mit Drogenproblemen, was ich gut und konsequent finde. Alles in allem ist „High Love“ eine kurzweilige Geschichte über ein durchaus wichtiges Thema. Dennoch wird leider allzu deutlich, dass die Handlung um diese Anti-Drogen-Botschaft herum geschrieben wurde und darunter die Tiefgründigkeit leidet. Ich hätte gerne noch mehr von der Motivation, dem Innersten der Hauptpersonen erfahren. So bleiben sie für mich wenig greif- und im Prinzip auch austauschbar. 100 Seiten mehr hätten dem Buch nicht geschadet, aber vielleicht schreibt hier eine Autorin mit dem Wunsch, neue Pflichtlektüre an Schulen zu werden. Und welcher Schüler liest schon gerne 300 Seiten und mehr? Schade, aus diesem Thema hätte man wirklich etwas machen können!

Fazit: ein Jugendbuch mit einem wichtigen Thema, das leider Tiefe vermissen lässt

3K

Forever. Das ewige Mädchen / Rebecca Hamilton

Cover Forever. Das ewige MädchenTitel: Forever. Das ewige Mädchen

Autor: Rebecca Hamilton

Seitenzahl: 411

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich herzlich bei DARKISS für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es hier.

„Forever. Das ewige Mädchen“ ist der erste Band der Forever Girl-Reihe. Im englischen Original ist neben Band 1 bereits ein Ebook bzw. Paperback  erschienen, dessen Handlung zwischen dem ersten und dem zweiten Teil angesiedelt ist. Band 2 soll in den USA noch diesen Winter erscheinen. Die Autorin selbst lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Florida. Der Autismus ihres Sohnes soll sie dazu inspiriert haben, Geschichten zu schreiben, die die Welt aus den Augen von Andersartigen betrachten. Das ist ihr in „Forever. Das ewige Mädchen“ mit Sophia durchaus gut gelungen.

Handlung:

Sophia weiß, dass die Menschen in ihrer Kleinstadt sie für eine böse Hexe halten und sie meiden, wo es nur geht. Dabei praktiziert die 22-Jährige einfach nur friedlich ihren Wicca-Glauben und würde keiner Fliege etwas zu leide tun. Nur ihre beiden Freundinnen Ivory und Lauren stehen Sophia zur Seite, sogar ihre Mutter hat sich den Anfeindungen durch die örtliche Kirchengemeinde angeschlossen und verurteilt den Lebensstil ihrer Tochter. Zu allem Überfluss hört Sophia seit ihrem 18. Geburtstag auch noch Stimmen, die in der letzten Zeit immer lauter zu werden scheinen. Wird sie etwa langsam verrückt oder was hat es mit diesen Geräuschen in ihrem Kopf auf sich? Als Sophia dann bei einem Club-Besuch mit Ivory Charles kennen lernt, wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt.

Eigene Meinung:

Das Cover von „Forever. Das ewige Mädchen“ fügt sich wunderbar in das Gesamtprogramm von DARKISS ein, übrigens ein Imprint von Mira Taschenbuch. Mit seinen düsteren Farben und der verschnörkelten Schrift stimmt es auf die Handlung ein, denn die ist wirklich dunkel und magisch zu gleich. Auch die junge Frau auf dem Titel ist gut gewählt, es könnte wirklich Sophia sein, die uns da ein wenig skeptisch, aber auch sehnsüchtig entgegen schaut. Im Inneren ist die Gestaltung, bis auf den ersten Buchstaben jedes Kapitels, recht schmucklos. Schade, man hätte hier ohne Weiteres noch mit den Schnörkeln und Ranken auf dem Titel weiterarbeiten können.

Die Geschichte wird aus Sophias Sicht in der Ich-Perspektive, mit einigen Rückblenden in die Vergangenheit, erzählt. So wird von Anfang an ein näherer Bezug zu der jungen Frau geschaffen und der Leser erfährt all ihre Gedanken, Ängste und Wünsche. Trotz aller Anfeindungen, ja all dem Hass, der ihr entgegen schlägt, ist Sophia außerordentlich sanftmütig geblieben. Der fanatischen Christin Mrs. Franklin, die sie zum Verkauf ihres Hauses bewegen will, tritt sie mit einer gehörigen Portion Gleichmut entgegen und auch mit ihrer Mutter zeigt sie eine Menge Geduld. Es ist wirklich bezeichnend, dass die „Dorfhexe“ sich hier, obwohl sie Wicca-Anhängerin ist, als eine bessere Christin präsentiert, als die beiden Katholikinnen zusammen. Aber gut, das hat religiöser Fanatismus wohl so an sich. Am meisten machen Sofia jedoch die Stimmen in ihrem Kopf zu schaffen, die sich als lautes Summen äußern. Niemandem kann sie davon erzählen, wenn sie nicht riskieren will, verlassen zu werden. Diese Angst lässt Sophia zu Beginn des Romans unglaublich einsam werden.

Die Situation ändert sich, als sie eines Abends Charles trifft. Der junge, gut aussehende Mann verhält sich ihr gegenüber sehr zwiegespalten: mal fühlt er sich von ihr verfolgt, mal sucht er ihre Nähe. Mal zieht er sie an sich, mal stößt er sie weg. Und weil die Handlung eben nur aus Sophias Perspektive erzählt wird, bleibt der Leser über Charles Absichten ebenso im Dunkeln wie sie. Nur eines ist relativ schnell klar: Charles ist kein gewöhnlicher Mensch und auch an Sophia hat er etwas Besonderes entdeckt. Schon bald nähern sich die beiden – trotz des anfänglichen Hin und Hers – an und geben zusammen ein wirklich starkes Paar ab. Doch noch ist nicht klar, ob die beiden in der Lage sein werden, die Hindernisse zu überwinden, die sich ihnen in den Weg stellen. Denn nicht alle sind den beiden Liebenden wohlgesonnen.

Es ist keine völlig neue Welt, die Rebecca Hamilton da erfindet. Einige Geschöpfe sind Fans von Paranormal Romance so oder ähnlich auch schon in anderen Reihen begegnet. Dennoch entwickelt die Autorin ein paar interessante Ideen, die auf den weiteren Verlauf der Reihe neugierig machen. Denn nach dem ersten Band ist zwar der Haupthandlungsstrang um Sophia und Charles abgeschlossen, doch einiges bleibt ungeklärt und weist darauf hinaus, was in den nächsten Bänden geschehen könnte. Alles in allem ist „Forever. Das ewige Mädchen“ auf jeden Fall ein gelungener Serienauftakt, nach dem es sich lohnt, auch die restlichen Bände im Auge zu behalten – in der Hoffnung, noch ein wenig mehr von den lieb gewonnenen Charakteren wie Sophia, Charles, Adrian, aber auch Lauren zu erfahren.

Fazit: ein interessanter erster Band, der Lust auf die gesamte Reihe macht

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