High Love / Madlen Ottenschläger

SAM_2216_1Titel: High Love

Autor: Madlen Ottenschläger

Seitenzahl: 205

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich herzlich beim Carlsen Verlag für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es hier.

„High Love“ ist der erste Printroman der freien Journalistin und Texterin Madlen Ottenschläger. Neben Artikeln für unterschiedliche Zeitungen und Zeitschriften schrieb sie für Carlsen auch die digitale Soap „So verliebt, so verwirrt, so schön“, die in 5 Episoden als Epub veröffentlicht wurde. Dieses Projekt möchte ich mir unbedingt einmal näher ansehen! Neben fiktionalen Texten hat die Autorin auch ein Sachbuch verfasst, das sich mit Dingen rund um den Studienanfang befasst.

Handlung:

Seit Manja aus ihrem Sprachcamp in England zurückgekehrt ist, hat sie sich ganz schön verändert. Sie hat eine neue Frisur, trägt andere Kleidung und scheint sich auf einmal der Clique um die coole Kati anzunähern, die vorher keinen Blick für sie übrig hatte. Natürlich ist ihre beste Freundin Sophie deshalb gekränkt und auch ein wenig eifersüchtig und kann nicht begreifen, warum sich Manja von ihr abwendet. Und dann lernt die auch noch Moritz kennen, der ihr auf den ersten Blick wahnsinnig nett und sanft vorkommt. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber schnell, dass der junge Mann ein ziemliches Problem mit sich herum trägt: er kifft zu viel. Und so gerät auch Manja in einen Strudel aus Eifersucht, Aggression, Alkohol und Haschisch. Wird sie es schaffen, noch rechtzeitig den Absprung zu finden? Und ist die Freundschaft zu Sophie noch zu retten?

Eigene Meinung:

„High Love“ ist ein relativ kurzer Roman mit nur knapp über 200 Seiten. Die Gestaltung des Covers ist, in meinen Augen, leider nicht besonders gelungen. Das riesige Hanfblatt, das einfach über das sich küssende Pärchen gelegt wurde, ist mir doch etwas zu plakativ. Ich verstehe natürlich die Symbolik des Ganzen, dass das Suchtmittel in den Vordergrund rückt und die Liebe, ja die ganze Beziehung der beiden in den Hintergrund drängt, aber dennoch hätte ich ein etwas zurückhaltenderes Motiv bevorzugt. Auch bei der seltsamen Schrift auf dem Titel bin ich mir nicht ganz im Klaren darüber, was sie mir sagen soll. Vielleicht soll sie ja die veränderte Wahrnehmung durch die Droge versinnbildlichen? Im Übrigen sind auch die Seitenzahlen und Kapitelanfänge im Inneren so gestaltet und dadurch manchmal nur schwer zu entziffern.

Die Handlung wird aus Manjas Sicht in der Ich-Form erzählt. Als Protagonistin war sie mir recht sympathisch. Ihren Drang danach, sich zu verändern und alles Alte hinter sich zu lassen, konnte ich gut verstehen. Auch ihre Gewissensbisse ihrer besten Freundin Sophie gegenüber waren realistisch und glaubhaft dargestellt – im Prinzip pendelt Manja den gesamtem Roman zwischen 2 Extremen hin und her: dem Wunsch, eine neue, coolere Manja zu sein und der Sehnsucht nach dem Sicheren, dem Altbekannten; in diesem Fall die Liebe, ihre Familie und natürlich auch Sophie. Auch die anderen Charaktere sind durchaus interessant, auch wenn sie etwas klischeehaft anmuten. Die überlegte, leicht spießige Sophie, die eiskalte Kati, der aggressive Moritz und der vernünftige Samuel sind mehr Abziehbilder als echte junge Menschen. Aber nun ja, vielleicht kann man von einem Roman für Teenies manchmal eben nicht mehr erwarten.

Im Verlauf der Geschichte nimmt die Beziehung zwischen Manja und Moritz immer groteskere Züge an. Während Manja sich Nähe und Zuneigung wünscht, scheint Moritz nur noch das Kiffen im Kopf zu haben. Ständig leiht er sich Geld von seiner Freundin und Haschisch scheint ihm auch tatsächlich wichtiger zu sein, als körperliche Nähe zu Manja. Die möchte man hin und wieder ganz fest schütteln und sie mit Samuels Worten fragen: „Was willst Du eigentlich von diesem Kerl?“ Etwas schade fand ich, dass Sophie und Kati als gute Freundinnen Moritz Verhalten kaum kritisieren oder ihre Freundin darin bestärken, dass so ein Mensch nicht gut für sie ist. Samuel ist der einzige, der den Roman über einen klaren Kopf behält und auf Manja einwirkt. Ihre Lektion muss die am Ende auf die harte Tour lernen; wie, das möchte ich hier nicht verraten.

Der Roman bietet im Anhang noch einen Informationsteil für Jugendliche mit Drogenproblemen, was ich gut und konsequent finde. Alles in allem ist „High Love“ eine kurzweilige Geschichte über ein durchaus wichtiges Thema. Dennoch wird leider allzu deutlich, dass die Handlung um diese Anti-Drogen-Botschaft herum geschrieben wurde und darunter die Tiefgründigkeit leidet. Ich hätte gerne noch mehr von der Motivation, dem Innersten der Hauptpersonen erfahren. So bleiben sie für mich wenig greif- und im Prinzip auch austauschbar. 100 Seiten mehr hätten dem Buch nicht geschadet, aber vielleicht schreibt hier eine Autorin mit dem Wunsch, neue Pflichtlektüre an Schulen zu werden. Und welcher Schüler liest schon gerne 300 Seiten und mehr? Schade, aus diesem Thema hätte man wirklich etwas machen können!

Fazit: ein Jugendbuch mit einem wichtigen Thema, das leider Tiefe vermissen lässt

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