Love, Chill & Grill / Frank Heppner

SAM_2090_1Titel: Love, Chill & Grill

Autor: Frank Heppner

Seitenzahl: 192

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten.

Ich möchte mich herzlich bei Rösle für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es hier.

Der Münchner Frank Heppner gilt als absoluter Fachmann für die leichte, asiatisch beeinflusste Küche. Die Inspirationen für seine Rezeptkreationen fand er bei seinen Asienaufenthalten, unter anderem in Korea, auf den Philippinen oder in Hongkong. „Love, Chill & Grill“ ist sein erstes Buch, indem er sich nur dem Grillen widmet. Insgesamt sind aber bereits 3 weitere Kochbücher von ihm erschienen. Aktuell kocht er im „Vincent und Paul“ in Essen.

Eigene Meinung:

„Love, Chill & Grill“ besticht zunächst einmal durch seine Aufmachung. Das Layout des Covers ist stimmig, sowohl von der Auswahl der Schriftarten, als auch des Titelfotos. Die Hummer sind ein gelungener Farbklecks, deuten aber auch gleichzeitig darauf hin, dass uns hier nicht nur pure Hausmannskost erwartet. Im Inneren wird die Gestaltung dann konsequent fortgesetzt. Vor allem die tollen Fotos stechen direkt ins Auge und machen das Buch zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Dabei ist nicht nur das eigentliche Endprodukt ins rechte Licht gerückt, Bilder von Landschaften, Tieren oder Küchenzubehör ergänzen das Kochbuch zusätzlich und lockern das Konzept auf.

Zu Beginn des Buches gibt Frank Heppner dem Leser zunächst ein paar nützliche Listen zur Hand. In seinen verschiedenen „Top Tens“ beschäftigt er sich mit Themen wie den Grundzügen des Grillens, dem richtigen Fleisch, aber auch mit Saucen, Beilagen oder Getränken. Diese Listen sind durchaus hilfreich, für den versierten Koch bzw. Griller ist hier aber nicht viel Neues zu entdecken. Zudem sind einige widersprüchliche und leider auch falsche Angaben zu finden. Ein Koch sollte doch eigentlich wissen, dass Fleisch keine „Poren“ besitzt, sondern aus Muskelzellen besteht. Und auf der einen Seite werden Rezepte für beispielsweise Stockbrot geliefert, auf der anderen dann aber gekaufte Burgerbrötchen verwendet. Hier lässt sich für mich keine klare Linie erkennen. Zu den oben bereits genannten Saucen und Beilagen sind außerdem keine Rezepte angegeben, sie werden nur aufgezählt.

SAM_2091_1Nach dem Informationsteil geht das Buch in den Rezepteteil über. Diese sind nach den vier Elementen gruppiert, eine wirklich schöne und stimmungsvolle Idee, auch wenn mir die Zuordnung manchmal nicht ganz klar ist. Die Rezepte sind dafür gut und übersichtlich gegliedert und werden hin und wieder durch Profitipps oder so genannten „Smalltalk“ ergänzt. Wie die Top Ten-Listen sind auch die Tipps des Profis von wechselhafter Qualität. So wird sich der Normalbürger wohl kaum Wagyu leisten können, um damit eine Menge Burger zu braten. Dann doch lieber drei mal gewolftes Hackfleisch mit einem höheren Fettanteil vom Metzger nebenan nehmen. Das ist zwar weniger elitär, dafür aber deutlich preiswerter und nicht unbedingt weniger lecker. Der „Smalltalk“ bleibt weitestgehend sinnfrei. Wirklich praktisch sind dafür die QR-Codes am Ende des Buches, mit deren Hilfe sich die Einkaufsliste für jedes Rezept schnell und einfach downloaden lässt.

Überhaupt ist es schwierig einzuschätzen, an wen sich Frank Heppner mit „Love, Chill & Grill“ eigentlich wendet. Die Rezepte sind oft eher für erfahrene bis Profigriller geeignet, die Tipps zu Beginn wenden sich hingegen an absolute Anfänger. Vieles ist auch schlicht und ergreifend zu hochpreisig und ich persönlich verbinde Grillen mit asiatischem Einfluss nicht unbedingt mit Hummer, Kaviar und Wagyu-Rind. Aber hier unternimmt der Koch wohl den Versuch, das Grillen auf eine luxuriösere Ebene zu heben, was in meinen Augen nicht notwendig ist. Auch Einfachheit kann bestechend sein und der Fokus sollte mehr auf dem Produkt an sich liegen als auf teurem Schnickschnack. Natürlich kann der interessierte Hobbykoch für sich zuhause auch eine Vielzahl von neuen Inspirationen entdecken – ein allumfassendes Standardwerk zum (asiatischen) Grillen ist dieses Buch aber leider nicht. Wer sich auf der Suche nach einem solchen befindet, ist mit Stephen Raichlen und seiner „Barbecue-Bibel“ besser bedient.

Fazit: ein Kochbuch, dass die Gratwanderung zwischen Grundwissen und Haute Cuisine versucht und daran (zumindest teilweise) scheitert

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