The opposite of invisible / Liz Gallagher

Cover The opposite of invisibleTitel: The opposite of invisible

Autor: Liz Gallagher

Seitenzahl: 151

Woher ich es habe: selbst gekauft

„The opposite of invisible“ ist der Debutroman der Amerikanerin Liz Gallagher. Inzwischen ist noch ein zweites Buch mit dem Titel „My not-so-still life“ von ihr erschienen – definitiv eine Autorenneuentdeckung, die es sich lohnt, im Auge zu behalten.

Handlung:

Alice und Jewel sind schon seit Jahren die besten Freunde. Der aufgeweckte, leicht durchgeknallte Jewel ist immer da, wenn Alice ihn braucht. Gemeinsam besuchen sie Kunstausstellungen, suchen sich ihre Kostüme für den nächsten Schulball aus und reden bis tief in die Nacht hinein. Doch in der Schule ist alles anders, dort gehen Alice und Jewel regelrecht unter. Mit niemandem haben sie so recht Kontakt, sie sind quasi „unsichtbar“ – keinen von beiden hat diesen Außenseiterrolle jedoch bisher gestört. Dann, eines Tages, verliebt Alice sich in Simon, einen der beliebtesten Jungen der Schule und will auf einmal nicht mehr unsichtbar sein. Für Jewel hingegen ist Alice „the opposite of invisible“ und so gerät ihre Welt völlig aus dem Gleichgewicht, als er sie zum ersten Mal küsst. Und das ausgerechnet an dem Tag, als Simon sie endlich zum Schulball einlädt. Wie wird Alice sich entscheiden und was wird nun aus der Freundschaft zu Jewel?

Eigene Meinung:

Ich muss gestehen, dass ich zunächst ein ganz anderes Buch erwartet hatte. Das Cover ist mit seinem schwarzen Untergrund sehr düster gehalten und auch das Mädchen, das zu sehen ist, wirkt nicht unbedingt glücklich. Sie hat die Arme ausgestreckt und scheint sehnsüchtig auf etwas außerhalb des Bildes zu blicken. Es soll sich hier wohl um Alice selbst handeln, denn die hat ebenfalls rote Haare und wird damit auch oft aufgezogen. Für ihr Hexenkostüm zum Schulball trägt sie ihre kupferfarbene Mähne jedoch zum ersten Mal mit Stolz, denn aufzufallen, das möchte sie eigentlich um jeden Preis vermeiden.

Alice und Jewel sind definitiv das Highlight des Romans. Vor allem der lebensfrohe Jewel ist eine Figur, wie man sie selbst gern kennen lernen würde. Wie Seth aus „The coincidence of Callie & Kayden“ ist er ein Freund, wie man sich keinen besseren wünschen kann. Treu steht er zu Alice, kennt sie besser als jeder andere, vielleicht besser als sie sich selbst kennt. Umso trauriger und manchmal auch unverständlicher ist es für den Leser, mit anzusehen, wie die beiden voneinander wegdriften, wie Äste in zu starker Strömung.

Alice, die bisher ihre Zeit lieber mit ihrer Kunst und intensiven Gesprächen mit Jewel verbracht hat, findet auf einmal Interesse an Simon, seines Zeichens Footballstar und einer der beliebtesten Jungs der Highschool. Ihre Wirkung auf andere unterschätzend war Alice immer der Meinung, einer wie er würde sowieso niemals auf sie aufmerksam werden und so befindet sie sich auf einmal in einer schwierigen Situation, die alles verändern wird. Eigentlich hatte sie Jewel versprochen, mit ihm zum Schulball zu gehen, doch der Wunsch, endlich einmal dazu zu gehören, ist stärker. Sie entscheidet sich gegen ihren besten Freund und das obwohl der eben erst den Mut gefunden hat, sie zum ersten Mal zu küssen. Anstatt zu malen begleitet sie Simon nun auf Parties, betrinkt sich dort zum ersten Mal und tut und sagt Dinge, die sie vorher nicht einmal gedacht hätte.

Als Leser leidet man mit Alice und vor allem mit Jewel fürchterlich mit. Man möchte vor allem Alice an den Schultern rütteln und auf sie einreden, wie perfekt sie zu Jewel passt und wie wenig zu Simon. Doch auf der anderen Seite kann man sie auch ein wenig verstehen, diese Angst, den besten Freund für immer zu verlieren, den Wunsch, Teil einer Clique zu sein und nicht immer nur „die seltsame Rothaarige mit ihrem komischen besten Freund“. Aber wenn Alice und Jewel aneinander vorbeigehen, ohne miteinander zu reden, wenn man miterlebt, wie Jewel sich einem anderen Mädchen nähert, dann bricht einem das fast das Herz. Das Ende des Romans ist dann nur noch eine logische Konsequenz der Ereignisse, auch wenn vieles offen und ungesagt bleibt. Für mich war es auf jeden Fall erfrischend, mal wieder eine Liebesgeschichte zu lesen, die ganz ohne Krankheit, Tod und große Dramen auskommt. Dafür ist „The opposite of invisible“ eine glaubhafte Geschichte über den Wunsch in uns, aus unserer Rolle auszubrechen und wenigstens einmal jemand ganz anderes zu sein.

Fazit: eine zarte Liebesgeschichte, die mit leiseren Tönen und ohne den großen Knall überzeugt

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