Archiv | März 2013

Antonia Lucia Labellas brillanter Plan / Donna Freitas

Titel: Antonia Lucia Labellas brillanter Plan (The Possibilities of Sainthood)

Autor: Donna Freitas

Seitenzahl: 301

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich recht herzlich beim Gabriel Verlag für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es übrigens hier oder hier.

„Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ ist ein Jugendbuch aus der Feder der Amerikanerin Donna Freitas, die hierzulande erst kürzlich mit ihrem Buch „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ auf sich aufmerksam machte. Im Original erschien die Geschichte um die 15-jährige Antonia bereits im Jahr 2008, in Deutschland jedoch erst im Februar 2013.

Handlung:

Die 15-jährige Antonia Lucia ist zwar eine gläubige Katholikin, aber auch ein ganz normaler Teenager. Mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter lebt sie in Providence, wo die Familie schon seit Jahrzehnten einen gut gehenden Lebensmittelladen betreibt. Antonias Vater ist bereits vor vielen Jahren gestorben und so sind die drei Frauen auf sich allein gestellt. Da bleiben Auseinandersetzungen nicht aus, vor allem Antonia streitet sich häufig mit ihrer strengen Mutter Amalia. Doch ihre größte Leidenschaft gilt den Heiligen. Für jede Gelegenheit kennt das aufgeweckte Mädchen den richtigen Heiligen, zu dem sie beten muss. Und falls es den passenden Heiligen  noch nicht gibt, setzt Antonia Lucia sofort ein Schreiben an den Vatikan auf. Schließlich hat sie es sich zum Ziel gesetzt, die erste lebende Heilige in der katholischen Kirche zu werden und bietet dem Papst deshalb gerne ihre Hilfe an.

Eigene Meinung:

Ich muss gestehen, dass ich nur wenige Erwartungen an ein Jugendbuch mit einem christlichen Thema hatte. Von außen wirkt „Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ auf jeden Fall schon mal wie ein typisches Buch für weibliche Teenager. Das Cover erstrahlt in einem zarten Pink, während der Titel die leicht krakelige Schrift eines jungen Mädchens nachahmen soll. Und schon hier, bevor man überhaupt die erste Seite aufgeschlagen hat, bekommt man als Leser bereits die beiden wichtigsten Ziele der jungen Katholikin vor die Nase gesetzt: eine Heilige zu werden und ihren ersten Kuss zu bekommen, vorzugsweise natürlich von ihrem großen Schwarm Andy Rotellini. Im Inneren wird die Gestaltung des Buches konsequent fortgesetzt. Antonias Briefe an den Vatikan werden in einer Art Handschrift abgedruckt und auch die Kapitelüberschriften gibt uns die Protagonistin selbst.

Antonia Lucia Labella ist sowieso der Dreh- und Angelpunkt der Handlung. In der Ich-Form erzählt sie aus ihrem Alltag, der zwar von ihrem Glauben geprägt, aber nicht bestimmt wird. Denn ein erster Kuss oder sogar eine Beziehung, da ist sich Antonia sicher, wird ihre Berufung zur Heiligen nicht stören. Und so verbringt sie, typisch Teenie, ihre Tage damit, ihrer besten Freundin Maria von Andy Rotellini vorzuschwärmen und Michael aus dem Weg zu gehen. Mit ihm hat Antonia nämlich vor 2 Jahren einen ganzen Sommer verbracht, bis der die Frechheit hatte, sie einfach zu küssen. Seitdem ist die Freundschaft der beiden belastet und Antonia geht ihm am liebsten aus dem Weg. Ihre drei Cousinen empfindet sie als echte Tussis, die sich jedem Kerl an den Hals werfen – nein, so möchte Antonia Lucia auf keinen Fall enden! Überhaupt weiß sie ganz genau, was sie will – eine bewundernswerte Eigenschaft für ein Mädchen in ihrem Alter.

Die Religion ist ein wichtiges Thema des Romans, dennoch bin ich nicht der Meinung, dass nur gläubige Christen ihren Spaß an dem Buch haben werden. Denn Antonia ist trotz ihres Glaubens keinesfalls altmodisch oder gar fanatisch. Sie versucht auch nicht, ihre Mitmenschen zu bekehren, sondern lebt einfach ein Hobby aus, das sie schon von kleinauf hat. Und wenn man als Leser erfährt, dass diese Faszination aus einem Erlebnis mit ihrem verstorbenen Vater herrührt, der sie einst zur Heiligen seines Herzens erklärte, ist diese noch verständlicher und umso rührender. Außerdem hat Antonia Lucia für eine Heilige eine sehr scharfe Zunge und einen klaren, oft ein wenig sturen Verstand. Sie ist ein Mädchen, das man gerne zur Freundin hätte, auch wenn sie vielleicht anders ist, als die anderen.

Im Verlauf der Handlung muss Antonia Lucia Labella immer wieder überdenken, was ihr wirklich wichtig ist und wo sie mit sich und ihrem Leben eigentlich hin möchte. Und sie muss feststellen, dass es im Leben Situationen gibt, in denen die Heiligen einem nicht immer aus der Patsche helfen können, sondern dass man selbst die Verantwortung für sein Handeln trägt und seinen eigenen Weg gehen muss. Dabei wird sie auch lernen, dass die Dinge oft nicht so sind, wie sie scheinen und dass es wichtigere Dinge gibt, als ein Antwortschreiben aus dem Vatikan. Ich bin froh, dass ich gemeinsam mit Antonia Lucia auf diese kleine Reise gehen durfte.

Fazit: ein zauberhafter Roman mit einer grandiosen Protagonistin, die sich in ihrem Glauben nicht beirren lässt

5K

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Mein Lesemonat Februar

Nach meinem grandiosen Start im Januar war der Februar eher mittelmäßig. Sowohl was die Qualität, als auch die Quantität angeht, bin ich nicht gerade begeistert. Aber immerhin gab es doch ein Monatshighlight: Gabriella Engelmanns neues Jugendbuch „Im Pyjama um halb vier“.

Gelesen:

Nick & Norah. Soundtrack einer Nacht / Rachel Cohn & David Levithan
4K

Das Bildnis des Grafen / Christine Wirth
4K

Im Pyjama um halb vier / Gabriella Engelmann
5K

Perfect Chemistry / Simone Elkeles
4K

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry / Rachel Joyce
3K

Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest / Dagmar Hoßfeld
3K

= 6 Bücher mit insgesamt 1896 Seiten und einer Durchschnittsbewertung von 3,8 Kirschen.

Lebenszeichen

Ja, ich lebe noch! In letzter Zeit war es auf meinem Blog wirklich still, aber das hat auch einen guten Grund. Wie einige von euch vielleicht wissen, habe ich meinen Bürojob gekündigt und bin in ein anderes Bundesland umgezogen. Hier angekommen ging die Jobsuche wieder los und damit stellte sich mir auch die Frage, wo ich eigentlich in Zukunft arbeiten möchte. Der Bürojob war zwar in Ordnung und die Kollegen auch nett, aber ausgefüllt hat er mich nicht. Und so beschloss ich, etwas zu wagen. Etwas, was als Gedanke schon lange in meinem Kopf herumkreist. Tja, und was soll ich sagen: seit dem 1. März arbeite ich jetzt in einer großen Buchhandlung und ich habe meine Entscheidung nicht bereut!

Die Arbeit macht mir sehr viel Freude, auch wenn sie wesentlich anstrengender ist, als ich dachte. Aber ich arbeite dafür zurzeit in meinem absoluten Wunschbereich, der Kinder- und Jugendbuchabteilung. Meine Kolleginnen sind wahnsinnig nett und auch der Umgang mit den Kunden in der Buchhandlung bereitet mir viel Spaß. Zumindest meistens. 😉 Im Gegensatz zu meinem Bürojob bin ich in der Buchhandlung den ganzen Tag auf den Beinen; die am Abend übrigens höllisch wehtun, aber meine Kolleginnen sagen, man gewöhne sich daran. Und wie es im Einzelhandel üblich ist, arbeite ich auch an Samstagen und abends auch mal länger. Deshalb ist es hier auf dem Blog auch so ruhig geworden, denn nach der Arbeit fehlt mir oft die Energie, noch zu bloggen. Aber kann es überhaupt einen schöneren Grund geben, den Blog zu vernachlässigen, als einen Job, der einem wirklich liegt? Ich denke, da gibt es nur wenige Dinge, die damit konkurrieren können.

Ich möchte jetzt auch wieder häufiger schreiben und vor allem wieder Rezensionen veröffentlichen. Das wird mir auch gelingen, denke ich, sobald ich mich ein wenig auf der Arbeit eingelebt habe. Ich hoffe, dann habe ich hier immer noch ein paar treue Leser. 🙂