Archiv | Oktober 2012

Trailer zu „Rot wie das Meer“

script5 hat auf Facebook einmal mehr eine tolle Bloggeraktion zum neuen Roman von Maggie Stiefvater gestartet. „Rot wie das Meer“ heißt das Buch, das im November erscheinen soll. Ich freue mich sehr, dass es nach der Trilogie um Grace und Sam endlich etwas Neues der sympathischen Autorin gibt. Hier der Trailer:

Handlung:

Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel.
Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …

Weitere Informationen:

Die deutsche Homepage zur Autorin und ihren Werken findet ihr hier; in „Rot wie das Meer“ könnt ihr hier schon hineinschnuppern.

Die wunderbare Welt von Fräulein Klein / Yvonne Bauer

Titel: Die wunderbare Welt von Fräulein Klein

Autor: Yvonne Bauer

Seitenzahl: 160

Woher ich es habe: Von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich recht herzlich beim Callwey Verlag  für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es übrigens hier.

Eigene Meinung:

Im Vorwort zu ihrem ersten erschienenen Buch beschreibt die sympathische Yvonne Bauer, wie aus einer begeisterten Hobby-Bäckerin mit einem Sinn für Deko und einem Faible für Selbstgemachtes die erfolgreiche Bloggerin „Fräulein Klein“ wurde. Den Namen des Blogs verdankt die junge Frau dabei nicht nur einem Kinderbekleidungsgeschäft, sondern auch ihren beiden Töchtern, die sie im ersten Teil des Blognamens verewigt hat. Seit 3 Jahren postet sie nun schon ihre Rezepte sowie Deko- und Bastelideen im Internet und hat sich dank ihrer treuen Fangemeinde zu einem der Top-Foodbloggerinnen gemausert. Ende September hat sie nun ihr erstes Sachbuch im Programm des Callwey Verlags veröffentlicht und ich durfte dank Blogg Dein Buch zu den ersten Lesern gehören.

„Die wunderbare Welt von Fräulein Klein. Backzauber und Dekolust“ ist im Hardcover erschienen und besticht bereits auf den ersten Blick mit seiner liebevollen Aufmachung. Die Kuchenkreation auf dem Titel lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen und schon auf diesem ersten Bild wird deutlich: hier wird mit viel Liebe zum Detail ans Werk gegangen. Nach der Einleitung der Autorin geht es im Innenteil gleich mit den Rezepten weiter. Diese sind in 4 Kategorien, nämlich die 4 Jahreszeiten eingeteilt. In jeder Jahreszeit erwarten den Leser die passenden Rezepte sowie Deko- und Bastelideen für bestimmte Feiertage. So findet man im Frühling Ideen für den Valentinstag, Ostern und Muttertag; im Sommer gibt es tolle Vorschläge für Gartenparties und ein Picknick im Grünen. Im Herbst darf natürlich Halloween nicht fehlen und im Winter gibt es neben den obligatorischen Plätzchenrezepten noch Tipps zum Verpacken der Weihnachtsgeschenke sowie Menüs für die Feiertage.

Inhaltlich beschränkt sich Yvonne Bauer dabei nicht nur auf Rezeptvorschläge, sondern liefert auf jeder der wunderschön gestalteten Doppelseiten noch Tipps zu Deko oder eine genau auf das jeweilige Gebäck abgestimmte Bastelidee. So präsentiert die Autorin zum Dessert für das Weihnachtsmenü gleich die passende Tischdeko oder zu den Osterleckereien Anleitungen, wie man Anhänger für die Osterzweige bastelt. Die Rezepte und Basteleien sind oft so simpel wie zauberhaft, für manches braucht man jedoch auch etwas mehr Zeit und Geschick. Eine kurze Einschätzung des Schwierigkeitsgrads oder der benötigen Gesamtdauer hätten mir da gut gefallen – hier gilt aber wohl die Devise „einfach selbst ausprobieren“.

Persönlich wird „Die wunderbare Welt von Fräulein Klein“ vor allem aber durch die Kommentare der Autorin zu jedem Rezept. Mal gibt sie ihre Gedanken zum jeweiligen Feiertag preis, mal erzählt sie Anekdoten aus ihrem Alltag. Die Krönung des Ganzen sind aber die traumhaften Fotos, ohne die das Buch nicht das wäre, was es ist: ein kleines Kunstwerk. Sie ergänzen das in zarten Farben gehaltene Layout nicht nur, sie dominieren es. Gerade die liebevollen Fotos sind es, die Lust aufs Nachbacken und Basteln machen. Und auch auf denjenigen, der nicht gerne in der Küche steht oder sich stundenlang mit Dekoration beschäftigen kann, hat diese Buch eine ungeheure Anziehung. Man möchte es immer wieder durchblättern, sich die Fotos ansehen und andächtig über die Seiten streicheln. Am Ende des Buches verrät Yvonne Bauer noch ihre liebsten Shops im Internet, unter denen sich ebenfalls einige Geheimtipps befinden sowie ihre Favoriten unter den Cafés und Läden in Berlin und München. Mein ganz persönliches Highlight ist übrigens der Dunkle Kirschkuchen auf den Seiten 122 und 123 – er sieht so lecker aus, dass ich ihn unbedingt bald selbst backen muss!

Fazit: Ein Muss für alle Fans der Bloggerin und natürlich für diejenigen, die gerne backen, dekorieren und basteln

Wildwood / Colin Meloy

Titel: Wildwood

Autor: Colin Meloy

Seitenzahl: 591

Woher ich es habe: von der lieben Martina als Wanderbuch erhalten – danke nochmal! 🙂

„Wildwood“ ist das erste Jugendbuch aus der Feder von Colin Meloy, seines Zeichens übrigens Leadgitarrist und Songwriter der Band „The Decemberists„. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Carson Ellis, die die zauberhaften Illustrationen beisteuerte, schuf er die Welt von Wildwood. Während auf Deutsch bisher nur Band 1 veröffentlicht ist, erschien vor wenigen Tagen der 2. Band „Under Wildwood“ im Original. Laut Meloy selbst sollen die „Wildwood-Chroniken“ insgesamt mindestens drei Bände umfassen – wir können uns also noch auf weitere Abenteuer mit Prue und Curtis freuen.

Handlung:

Die 12-jährige Prue McKeel lebt mit ihren Eltern und ihrem 1 Jahr alten Bruder Mac in dem beschaulichen Ort St John’s in Portland. Doch als sie eines Tages mit Mac einen Ausflug auf den Spielplatz unternimmt, muss sie auf einmal hilflos mit ansehen, wie ihr Bruder von einem Schwarm Krähen in die Luft gehoben und davon getragen wird. Auf ihrem Fahrrad verfolgt Prue die Krähen bis an die Grenzen des großen und dunklen Waldes, der jenseits des Flusses beginnt. “ Die undurchdringliche Wildnis“ wird dieser seltsame Ort genannt, vor dem jedes Kind im Dorf schon seit klein auf gewarnt wird. Denn wer in dem wirren Dickicht aus Bäumen und Sträuchern verschwindet, so sagt man, kehrt nie mehr nachhause zurück. Prue macht sich trotz allem auf die Suche nach ihrem geliebten Bruder, denn es muss ihr einfach gelingen, den kleinen Mac zu ihren Eltern zurück zu bringen.

Eigene Meinung:

„Wildwood“ ist im Hardcover erschienen und hebt sich durch sein Format von knapp 19 zu 15 cm stark von anderen gebundenen Ausgaben ab, da es sich einer quadratischen Form annähert. Auf dem Cover ist der Krähenschwarm zu sehen, der den kleinen Mac bereits im ersten Kapitel entführen wird. Die äußerliche Gestaltung des Jugendbuchs wird jedoch im Innenteil noch übertroffen – es besticht durch Karten, liebevoll gezeichnete Kapitelanfänge und weitere zahlreiche Illustrationen. Besonders ins Auge fallen dabei die 6 farbigen, ganzseitigen Bildtafeln, die wichtige Szenen aus dem Roman wiedergeben. Man merkt es den Zeichnungen an, dass Carson Ellis hier mit viel Liebe zum Detail und zur Welt von „Wildwood“ ans Werk gegangen ist. Das Buch ist ein wahrer Augenschmaus!

Die Protagonistin Prue ist ein aufgewecktes Mädchen, das ihrem eigenen Kopf hat. Schon mit 12 ist sie überzeugte Vegetarierin und zeichnet für ihr Leben gerne Vögel. Ihren liebsten Band über heimische Vogelarten hat sie schon seit Wochen in der Bibliothek überzogen, doch Prue kann sich einfach nicht von den wunderschönen Zeichnungen trennen. Ihren kleinen Bruder Mac liebt sie sehr und die beiden ziehen oft den ganzen Tag zusammen durch das Dorf; Prue auf ihrem Fahrrad, ihr kleiner Bruder im knallroten Anhänger. Als Mac dann eines Tages von einem Krähenschwarm entführt wird, beschließt Prue sofort, ihren kleinen Bruder zu retten. Begleitet wird sie dabei von Curtis, einem Klassenkameraden, der gerne vor sich hinträumt und eine Schwäche für Superhelden hat. Beide Charaktere schließt man als Leser sofort ins Herz, sie sind authentisch und aufrichtig.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, zumeist begleitet der personale Erzähler entweder Prue oder Curtis, manchmal werden aber auch kursive Passagen aus Sicht der Gouverneurswitwe Alexandra geschildert, die in „Wildwood“ quasi das Böse verkörpert. Überhaupt hat die Welt, die im undurchdringlichen Dickicht parallel zur unsrigen existiert, eine Menge an Überraschungen zu bieten. Es ist eine magische Welt, in der technischer Fortschritt nur langsam Einzug hält. Ein Welt, in der Tiere und Menschen zusammen leben, allerdings nicht immer friedlich. So durchstreift die Kojotenarmee der Gouverneurswitwe die Wälder, um nach und nach die Herrschaft über Wildwood zu erlangen. Eine Räuberbande, regiert vom Räuberkönig Brendan überfällt regelmäßig die Bauern und Händler und in einem Abschnitt des Walds lebt das Vogelvolk unter der Herrschaft des großen Uhu Rex. Und noch während Prue und Curtis den kleinen Mac zurückbringen können, finden sie sich mitten in einem Krieg zwischen den unterschiedlichen Fraktionen in der „undurchdringlichen Wildnis“ wieder. Es ist jetzt an ihnen, sich für eine Seite zu entscheiden und an der Seite ihrer neu gewonnenen Freunde zu kämpfen.

Die zauberhafte Welt von „Wildwood“ zieht den Leser sofort in seinen Bann und die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Die Sprache ist einem Jugendbuch angepasst, dabei aber auch wundervoll bildhaft und klar. Im Verlauf der Handlung gibt es noch die ein oder andere Überraschung, zum Beispiel was Prues Familie und ihre Herkunft betrifft; zu viel will ich hier aber nicht verraten. Das Ende des Romans ist – obwohl es sich hier um Band 1 einer Reihe handelt – in sich abgeschlossen und das gefällt mir sehr gut. Dennoch macht auch gerade der Schluss enorme Lust darauf, noch mehr von den Bewohnern des Walds und vor allem von Prue und Curtis zu lesen.

Fazit: ein zauberhaftes Jugendbuch, das sich mit seinen liebevollen Illustrationen von anderen Vertretern des Genres abhebt