Archiv | September 2012

Top Ten Thursday #83

Diese Woche schaffe ich es doch tatsächlich mal wieder pünktlich zum Top Ten Thursday der lieben Alice. Heute geht es nicht um Bücher an sich, sondern um das Lesen, denn das Thema heißt heute:

 Eure 10 (guten/schlechten) Angewohnheiten (Zwänge) in Bezug auf Bücher

 

  1. Ich kann Knicke im Buchrücken absolut nicht leiden! Böse Zungen behaupten, es sei ein Wunder, dass ich meine Bücher überhaupt noch lesen kann, weil ich sie halb zugeklappt lese, aber diese Knicke stören mich nun mal. Und wie Alice nehme ich den Schutzumschlag eines Buches zum Lesen ab. Auch wenn der eigentlich das Buch schützen soll, ich finde Flecken oder Risse im Umschlag schlimmer. Sprich: meine Bücher sehen nach dem Lesen noch aus wie neu.
  2. Serien habe ich am liebsten im selben Format. Ändert sich etwa die Größe der Bücher mitten in der Reihe oder sogar die Erscheinungsart von Hardcover auf Taschenbuch oder umgekehrt, dann ärgert mich das. Zum Beispiel der englische Schuber(!) der Sookie Stackhouse-Reihe: da sind die ersten 2 Bände in diesen neuen True Blood-Covern, der Rest ist gezeichnet. Wer denkt sich denn so was aus, mitten in einem Schuber?
  3. Beim Lesen muss ich mich auf das Lesen konzentrieren. Ich kann nebenher weder fernsehen noch Musik hören. Auch im Auto kann ich nicht lesen, da wird mir schlecht.
  4. In der Straßenbahn oder im Bus achte ich immer darauf, was die Menschen um mich herum lesen. Da wird sich schon mal der Hals verrenkt, um einen Blick auf das Cover erhaschen zu können. Eine Angewohnheit, die übrigens durch die bösen Ebook-Reader sehr erschwert wird!
  5. Ich rieche gerne an neuen Büchern und streichle über das Cover, vor allem wenn es eines dieser tollen Soft Touch-Cover ist.
  6. Meine Bücher verleihe ich nur an ausgewählte Personen; eigentlich nur an meine beste Freundin, meinen Partner, meine Schwester und meine ehemalige Chefin. Ich möchte meine Bücher nämlich so zurückbekommen, wie ich sie verleihe – da bin ich pingelig.
  7. Wenn ich verschiedene Ausgaben zur Auswahl habe, kaufe ich nicht die billigste, sondern die mit dem schönsten Cover. Daher lese ich auch so gerne englische Young Adult novels – die haben so tolle Titelbilder!
  8. Ich kaufe mehr Bücher, als ich vermutlich jemals lesen kann: aber wer von uns tut das nicht?
  9. Ich kann mich nur schwer von gelesenen Büchern trennen, selbst wenn ich sie gar nicht so gut fand.
  10. Wenn ich mich beim Lesen extrem konzentriere, mache ich angeblich Geräusche – behauptet mein Freund. (Ich glaube das ja nicht.^^)

Nachdem ich jetzt tiefe Einblicke in meine Lese-Seele gewährt habe, will ich noch schnell das Thema für die nächste Woche verraten. Das schließt sich eigentlich ganz gut an, denn es lautet: „10 Vorurteile gegen Leser, die Schwachsinn sind“.

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Vakuum / Antje Wagner

Titel: Vakuum

Autor: Antje Wagner

Seitenzahl: 366

Woher ich es habe: Von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten

Ich möchte mich recht herzlich beim Bloomsbury-Verlag für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es übrigens hier.

„Vakuum“ ist der neue Jugendroman der in Wittenberg geborenen Autorin Antje Wagner. Zuvor erschienen bereits „Schattengesicht“ und „Unland“ – beide mit den verschiedensten Jugendbuchpreisen ausgezeichnet. Somit war ich schon vor der Lektüre sehr gespannt, wie mir „Vakuum“ wohl gefallen würde und wurde nicht enttäuscht.

Handlung:

An unterschiedlichen Orten in Süddeutschland gehen seltsame Dinge vor sich. Tamara befindet sich gerade im Zug nach Mannheim, als dieser plötzlich auf freien Feld stehenbleibt – alle anderen Passagiere und das Zugpersonal sind verschwunden. Kora hat gerade Hofgang und ist von einer Minute auf die andere allein im Gefängnis, weder Wärter noch Insassinnen sind auffindbar. Die Freunde des Geschwisterpaars Leon und Alissa sind beim Campen auf einer Insel auf einmal wie vom Erdboden verschluckt und auch Hannes findet alle Häuser und Läden in seiner Straße verlassen. Gemeinsam versuchen die 5 Jugendlichen nun herauszufinden, was geschehen ist. Doch dass genau um 15.07 Uhr an diesem 17. August die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, ist noch das geringste Problem, denn ein tödlicher Nebel wabert durch die Stadt und scheint Jagd auf die kleine Gruppe zu machen.

Eigene Meinung:

„Vakuum“ ist im Hardcover erschienen. Auf dem Titelbild, welches perfekt die Stimmung des Romans einfängt, sind Menschen im Nebel zu sehen und Autoscheinwerfer, die sich aus der Ferne nähern. Als ich das Buch aufschlug, erwartete mich jedoch eine Überraschung, denn neben einem Lesezeichen und einer Postkarte zum Buch kam eine sehr liebenswerte Widmung der Autorin zum Vorschein. Diese macht den Roman für mich noch besonderer, als er es sowieso schon war – herzlichen Dank!

Die Handlung wird im Wechsel aus der Sicht der 5 Jugendlichen geschildert. Dies ist vor allem interessant, da es sich um sehr unterschiedliche Charaktere handelt. Während die Mädchen, Tamara, Kora und Alissa, sehr willensstarke Charaktere sind, zeichnen sich Leon und Hannes eher durch Zurückhaltung, ja fast Schüchternheit aus. Noch verschiedener als die Persönlichkeiten der Jugendlichen sind ihre Geschichten. Durch die wechselnde Erzählperspektive erfährt der Leser erst nach und nach, was dem jeweiligen Charakter zugestoßen ist. Hier haben 5 Jugendliche zusammengefunden, die alle von etwas getrieben werden, einer Sache, die sie nicht loslässt und die sie überwinden müssen. Sie alle hatten es nicht einfach und gerade das macht sie so glaubhaft und realistisch.

Gemeinsam schlagen sich die 5 nun durch dystopisch anmutende, menschenleere Städte, sammeln Informationen und gehen Hinweisen nach. Und obwohl sich die Jugendlichen nicht immer einig sind und es häufig zu Streitereien kommt, ergänzen sie sich doch auf eine überraschende Art und Weise. Im Verlauf der Handlung wird jeder einzelne von ihnen von Bedeutung sein, jeder hat seine Aufgabe zu erfüllen und nur als Gruppe sind sie wirklich stark. Zu den zwischenmenschlichen Aspekten des Romans kommen nun noch einige mysteriöse Handlungselemente hinzu, so zum Beispiel der gefährliche Nebel, der seine Gestalt verändern kann oder Kleinigkeiten wie Briefe, Notizen oder Bemerkungen, die alle auf eines hindeuten: obwohl sich die 5 an diesem Tag zum ersten Mal sehen, müssen sie sich zuvor schon einmal begegnet sein. Doch wie kann das sein? Und warum erinnert sich keiner von ihnen daran?

Bis zu den letzten Seiten des Buches hatte ich immer noch keine Ahnung, wie es wohl zu Ende gehen könnte und wie sich die vielen Seltsamkeiten noch erklären würden. Von der eigentlichen Auflösung war ich dann sehr überrascht, aber auch überzeugt. Wer hinter dem Klappentext jedoch eine Dystopie erwartet, wie sie im Moment ja geradezu wie Pilze aus dem Boden sprießen, der wird vermutlich enttäuscht sein, denn „Vakuum“ ist eine Geschichte, die sich über ihre Charaktere und deren Erfahrungen und Handlungen definiert. Antje Wagner erzählt das alles in einer klaren Sprache, die der Zielgruppe gerecht wird, aber auch poetisch sein und zu Tränen rühren kann.  Am Ende hat man als Leser die Figuren wirklich lieb gewonnen und hält gebannt den Atem an, aus Angst, diese 5 großartigen jungen Menschen könnten es nicht schaffen.

Fazit: Ein ungewöhnliches Jugendbuch, das von der ersten Seite an in seinen Bann zieht

Gewinnspiel zu „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski

Der Loewe-Verlag hat auf Facebook mal wieder ein tolles Gewinnspiel gestartet. Wer den Trailer zum neuen Roman von Ursula Poznanski – „Die Verratenen“ – auf seinem Blog präsentiert, der kann eines von 10 Vorab-Rezensionsexemplaren gewinnen. Und da ich den Erscheinungstermin sowieso nur schwer erwarten kann, weil mir wirklich alle Romane der Autorin gut gefallen haben, muss ich natürlich mitmachen.

Handlung:

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich — Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

„Die Verratenen“ ist der erste Band einer Trilogie und erscheint offiziell am 15. Oktober. Weitere Informationen gibt es auf der neuen Homepage von Ursula Poznanski.

Top Ten Thursday #82

Diese Woche will ich nach ein paar Wochen Pause endlich mal wieder beim Top Ten Thursday der lieben Alice mitmachen. Heute ist ein schönes Thema an der Reihe, bei dem ich mich schon sehr auf die Antworten der anderen Teilnehmer freue. Es lautet nämlich:

 Eure 10 liebsten Buchzitate

 

  1. It’ a glitter skin day. The ocean is a vivid emerald colour and the wind ruffles the wave faces so that they shatter the sunlight like glass. Seeing that glittering skin always tightens my throat with joy. It’s stupid, but that’s how I feel: joyous. I forget about the underbelly of things, my secrets, and I feel easy and free. I know that I’m meant to stay on the surface and be happy. Just enjoy being alive. (Raw Blue / Kirsty Eagar)
  2. My disgrace, oh God, I want peace from it. This is why people kill themselves, they can’t get away from the things they carry in their heads. Shame isn’t a quiet grey cloud, shame is a drowning man who claws his way on top of you, scratching and tearing your skin, pushing you under the surface. (Raw Blue / Kirsty Eagar)
  3. He’s like a song she can’t get out of her head. Hard as she tries, the melody of their meeting runs through her mind on an endless loop, each time as surprisingly sweet as the last, like a lullaby, like a hymn, and she doesn’t think she could ever get tired of hearing it. (The statistical probability of love at first sight / Jennifer E. Smith)
  4. Manche Bücher müssen gekostet werden, 
    manche verschlingt man, 
    und nur einige wenige kaut man 
    und verdaut sie ganz. (Tintenherz / Cornelia Funke)
  5. Sie hat ihre Macken. Aber was macht das schon, wenn es um Herzensdinge geht? Wir lieben, was wir lieben. Vernunft hat damit nichts zu tun. Die törichte Liebe ist in vieler Hinsicht die einzig wahre Liebe. Etwas aus Gründen zu lieben: Das kann jeder. Das ist so einfach, wie einen Penny einzustecken. Doch etwas trotzdem zu lieben, die Fehler zu kennen und auch sie zu lieben: Das ist selten, rein und vollkommen. (Die Furcht des Weisen / Patrick Rothfuss)
  6. It was a summer I’d never, ever forget. It was the summer everything began. It was the summer I turned pretty. Because for the first time, I felt it. Pretty, I mean. Every summer up to this one, I believed it’d be different. Life would be different. And that summer it finally was. I was.  (The summer I turned pretty / Jenny Han)
  7. In diesem Moment wurde mir klar, dass man einen Menschen nicht kennen muss, um sich in ihn zu verlieben. Man muss nicht einmal mit ihm gesprochen haben. Seit diesem Augenblick weiß ich auch, dass Liebe schneller sein kann als unser Bewusstsein, das in meinem Fall nur stolpernd hinterher kam. Liebe ist etwas, auf das man keinen Einfluss hat, sondern etwas, das einen findet – ohne Grund, ohne Kommentar und ohne, dass man sich dagegen wehren kann. Vielleicht ist es mit der Liebe so wie mit der Musik, man kann sie nicht erklären, sie trifft einen wortlos – mitten ins Herz. (Isola / Isabel Abedi)
  8. Dumbledore watched her fly away, and as her silvery glow faded he turned back to Snape, and his eyes were full of tears.
    „After all this time?“
    „Always,“ said Snape.” (Harry Potter and the Deathly Hollows / Joanne K. Rowling)
  9. You can close your eyes to the things you do not want to see, but you cannot close your heart to the things you do not want to feel. (Forbidden / Tabitha Suzuma)
  10. Eins noch Junge, was du dir merken musst: Es kommt nicht darauf an, wie eine Geschichte anfängt. Auch nicht darauf wie sie aufhört. Sondern auf das, was dazwischen passiert. (Die Stadt der träumenden Bücher / Walter Moers)

Das war eine Auswahl aus meinen liebsten Zitaten – ich hätte sicher noch einige mehr finden können. Auch die nächste Woche verspricht am Top Ten Thursday wieder spannend zu werden, denn dann fragt Alice nach „Eure 10 (guten/schlechten) Angewohnheiten (Zwänge) in Bezug auf Bücher“.

 

Noir / Jenny-Mai Nuyen

Titel: Noir

Autor: Jenny-Mai Nuyen

Seitenzahl: 377

Woher ich es habe: auf Vorablesen.de gewonnen

„Noir“ ist der neuste Roman aus der Feder von Jenny-Mai Nuyen; Erscheinungstag ist eigentlich der 1. Oktober, aber dank Vorablesen durfte ich das Buch schon ein wenig früher in den Händen halten. Von der Autorin hatte ich bisher nur „Nocturna“ und „Nijura“ gelesen und obwohl ich beide Romane schon sehr mochte, hat „Noir“ mich doch extrem überrascht. Übrigens bin ich auch jedes Mal extrem neidisch, wenn ich Jenny-Mai Nuyens Geburtsjahr auf ihren Büchern lese – immerhin ist sie gute 7 Jahre jünger als ich. Bei der Veröffentlichung ihres ersten Romans war sie gerade einmal 18.

Handlung:

Im Alter von fünf Jahren sterben Nino Sorokins Eltern bei einem Autounfall. Er selbst hatte sich ebenfalls schon auf den Weg ins Jenseits gemacht, wurde aber ins Leben zurückgeholt. Fortan wächst Nino bei seiner Schwester Katjuscha auf. Doch schon bald wird allzu deutlich, dass er nicht wie andere Kinder ist, denn Nino hat eine Begabung: er kann sehen, wann andere Menschen sterben werden. Und weil er auch bei sich selbst das Alter wahrnehmen kann, in dem er aus dem Leben scheiden wird, beschließt Nino im Alter von 19 Jahren, diese Wahrnehmung zu testen. Nach seinem versuchten Suizid hat er nun die Gewissheit, wird aber im Gegenzug von Katjuscha stets kritisch beäugt und muss Medikamente gegen Depressionen schlucken. Doch eine Tages begegnet Nino Noir, einem Mädchen, das außer ihm niemand zu sehen scheint, denn Noir bewegt sich wie ein Geist zwischen dem Jenseits und dem Diesseits.

Eigene Meinung:

Bereits das Cover von „Noir“ hebt sich deutlich von den bisherigen Romanen der Autorin ab. Der vordere Titel ist in einem zarten weiß-türkis gehalten und zeigt zersplittertes Glas, das wohl an den Autounfall der Sorokins erinnern soll. Streicht man mit der Hand über den vorderen Einband, so erkennt man, dass die Sprünge im Glas als Furchen in das Cover eingeprägt sind. Auch der hintere Einband zeigt dieselben Sprünge, jedoch ohne die Einprägungen und dafür in düsteren Grautönen. Allein durch die äußere Gestaltung wird hier also klar, dass wir etwas völlig Neues von Jenny-Mai Nuyen zu lesen bekommen werden. Eine Geschichte, die düsterer ist, als alles, was sie bisher geschrieben hat. Eine Geschichte, die nicht mehr vorrangig Jugendliche ansprechen soll.

Nino ist ein Charakter, mit dem man als Leser sofort Mitleid hat. Er ist ohne seine Eltern, aber mit einer großen Bürde aufgewachsen. Über seine unheimliche Gabe kann er mit niemandem sprechen. Seine Schwester will er nicht belasten und wer sonst würde ihm wohl glauben? Und so muss Nino allein mit dem Wissen zurechtkommen, dass er im Alter von 24 Jahren sterben wird und keine Affäre, keine Droge, keine Medikamente ihn davor bewahren können. All das verändert sich jedoch von einem Tag auf den anderen, als Nino zum ersten Mal Noir sieht. Noir, das geheimnisvolle Mädchen, das um ihn herum keiner sehen kann. Über Noir lernt er Monsieur Samedi kennen, der ihm Erstaunliches offenbart: er ist ein Mentor und in der Lage, Nino eine neue Seele und damit ein neues Leben zu geben. Doch dafür müsste er all seine Liebe aufgeben; die Liebe zu seiner Schwester Katjuscha und die seltsame, neu aufkeimende Liebe zu der geheimnisvollen Noir, einer Seelenlosen, die schon an der Schwelle zum Jenseits steht.

„Noir“ ist ein düsterer, sehr erwachsener Roman und auch die Sprache der Autorin ist deutlich gereift, seit sie Bestseller wie „Nijura“ oder „Nocturna“ verfasste. Die Welt von Nino und Noir ist eine dunkle Welt, voller Einsamkeit und Verzweiflung. Gemeinsam treiben die beiden hilflos durch den Strudel der Handlung und klammern sich dabei aneinander wie Ertrinkende. Kapitel, in denen das bereits Vergangene aus Ninos Perspektive nacherzählt wird und Kapitel aus dem „Jetzt“ wechseln sich dabei ab, bis sich am Ende beide Zeitstränge wieder vereinen. So erfährt man zwar bruchstückhaft, was geschehen wird, kann sich aber erst am Schluss einen Reim darauf machen. Ein stilistischer Kniff, der Jenny-Mai Nuyen wirklich gut gelungen ist.

Das Ende des Romans ist abgeschlossen und offen zugleich. So erhält der Leser zwar die Antwort auf die Frage nach Noirs Herkunft, gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Fragen aufgeworfen und ein gewisser Unwille darüber bleibt zurück. Vieles bleibt unausgesprochen oder unerklärt. Ob das daran liegt, dass die Autorin die Geschichte fortsetzen möchte oder ob sie sie absichtlich an dieser Stelle und auf diese Weise enden lassen wollte, konnte ich bisher noch nicht herausfinden. Persönlich würde ich mir aber wünschen, hier noch weiterlesen und mehr über die Mentorenschaft erfahren zu können.

Fazit: Eine ungewohnt düstere Jenny-Mai Nuyen, die nicht länger nur für Jugendliche schreibt