Lieblingsserien #1: Summer Series by Jenny Han

Jenny Han gehört für mich zu den absoluten Neuentdeckungen in diesem Sommer. Im Büchertreff stieß ich schon vor einiger Zeit auf die „Summer Series“ der sympathischen Amerikanerin, doch es sollte noch ein Weilchen dauern, bis ich die wunderschöne, sommerliche englische Ausgabe der Trilogie von meinem SuB befreite. In wenigen Tagen hatte ich schließlich alle drei Bände verschlungen und die Reihe und ihre Charaktere haben einen festen Platz in meinem Herzen erobert.

Handlung:

Die 16-jährige Belly kennt die beiden Brüder Conrad und Jeremiah Fisher schon ihr gesamtes Leben, denn Bellys Mutter Laurel und Susannah, die Mutter der beiden Jungs, sind seit je her beste Freundinnen. Und so verbringt Belly alle Sommer, seit sie denken kann, gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Steven im Sommerhaus der Fishers in Cousin’s Beach. Schon seit sie ein kleines Mädchen war, bewundert sie Conrad, den älteren der beiden Brüder, der allerdings in ihr nie etwas anderes gesehen hat, als eine kleine Schwester. Doch diesen Sommer ist auf einmal alles anders: es ist der Sommer, in dem Belly sich von einem hübschen kleinen Mädchen zu einer schönen jungen Frau entwickelt, ein Sommer, in dem ihre Gefühle für Conrad immer wieder auf eine harte Probe gestellt werden. Es ist aber auch der Sommer, in dem Belly erfährt, dass Susannah unheilbar krank ist und dies vielleicht der letzte Sommer ist, den beide Familien so miteinander verbringen werden.

Eigene Meinung:

Beim Kauf standen mir zwei Ausgaben zur Wahl: die weiße, eher schlichte mit den Fotocovern von Simon & Schuster Books for Young Readers und die farbenfrohe von Razor Bill (Penguin). Meine Wahl fiel auf letztere, da sie in meinem Augen das sommerliche Thema perfekt herausstellt. Jeder Band der Reihe hat eine andere Grundfarbe und ein anderes Basismotiv: Band 1 ist himmelblau mit Blumen, Band 2 orange mit Herzen und Band 3 hellrot mit Hufeisen und Glöckchen. Die knallig pinke Schrift lässt dabei an der Zielgruppe keinen Zweifel, es sind ganz klar Bücher für Mädchen bzw. jungen Frauen.

    

Die „Summer Series“ lebt von ihren wunderbaren Charakteren. Mit Belly konnte ich mich von Anfang an identifizieren; in Band 1 ist sie ein typischer Teenager, der zwischen dem Drang erwachsen zu sein und dem Wunsch, für immer Kind bleiben zu können, hin- und herschwankt. Sie ist eine treue Seele, ihr Herz hat sie schon seit Jahren an Conrad verschenkt, auch wenn der ihre Gefühle bisher nicht erwidert hat. Zu Jeremiah hingegen verbindet sie eine tiefe Freundschaft, die beiden sind sich in vielen Dingen ähnlich und verstehen sich oft ohne Worte. Die „Fisher Boys“ sind ebenfalls sehr interessante Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Conrad der stillere, zurückgezogenere von beiden ist, hat Jeremiah stets einen Scherz auf den Lippen und sprüht nur so vor Energie. Da sind Konflikte natürlich vorprogrammiert und Belly gerät immer wieder zwischen die Fronten. Tolle Figuren sind darüber hinaus auch die beiden Mütter Laurel und Susannah. Selbst die besten Freundinnen lieben sie die Kinder der jeweils anderen wie die eigenen und bilden so eine einzige große Familie.

Die Handlung wird immer abwechselnd aus der Perspektive verschiedener Personen erzählt, mal von Belly, mal von Jeremiah oder Conrad. So erlebt der Leser die Geschichte nicht nur aus einem Blickwinkel, sondern hat die Chance, jeden der 3 Protagonisten besser kennen zu lernen und die Dinge aus seiner Sichtweise zu betrachten. Dementsprechend ist die Sprache, an die jugendlichen Erzähler angepasst, eine einfache und schnörkellose, die dennoch oft eine unglaubliche Tiefe hat und Sätze hervorbringt, die einem die Tränen in die Augen treiben. Vor allem diese Stelle ist mir im Gedächtnis geblieben:

It was a summer I’d never, ever forget. It was the summer everything began. It was the summer I turned pretty. Because for the first time, I felt it. Pretty, I mean. Every summer up to this one, I believed it’d be different. Life would be different. And that summer it finally was. I was. 

Die Reihe begleitet die beiden Familien über mehrere Jahre hinweg, in denen viele schöne, aber auch traurige Dinge geschehen. Susannahs Krankheit spielt ebenso eine Rolle wie die Dreiecksgeschichte zwischen Belly, Conrad und Jeremiah. Als Leser erlebt man hautnah mit, wie die Teenager erwachsen werden, wie sie sich durch Schicksalsschläge verändern, wie sie ihren Abschlussball erleben und aufs College gehen. Aber auch die Erwachsenen haben ihr Päckchen zu tragen. Während Susannah von ihrem Mann betrogen und allein gelassen wird, haben Bellys Eltern sich auseinandergelebt. Im Zentrum all dieser Handlungselemente steht dabei immer der Sommer und das Haus in Cousin’s Beach, das zu einem Symbol für eine Zeit geworden ist, in der beide Familien noch glücklich waren. In den Abschnitten, die nicht dort, sondern im Alltag spielen wird deutlich, wie viel dieser Ort eigentlich bedeutet und wie fehl am Platze sich vor allem Belly oft fühlt, wenn sie wieder in New York ist. In Cousin’s Beach ist sie zuhause, hier ist ihr Rückzugsort, wenn sie vor der Welt da draußen fliehen will.

Die eigentlich Liebesgeschichte ist sehr einfühlsam geschildert. Auch wenn jeder Leser unter den beiden Brüdern sicher einen Favoriten hat, so sind Bellys Gefühle und ihre Verwirrtheit stets nachvollziehbar und wirken nicht übertrieben. Ich konnte gut verstehe, was sie an Conrad fasziniert, ebenso aber, was sie in Jeremiah sieht. Gerührt hat mich dabei immer wieder ihr Bruder Steven, der trotz der tiefen Freundschaft zu beiden immer wieder klarstellt: „Du bist meine kleine Schwester, Dein Glück kommt an erster Stelle für mich.“ Am Ende des dritten Bandes steht eine Hochzeit, ich will hier aber natürlich nicht verraten, für welchen Bruder sich Belly entscheidet und ob vielleicht nicht doch noch ein anderer Mann ihr Leben tritt. Nur so viel: ich war mit Schluss zufrieden, auf der anderen Seite aber auch wehmütig, weil ich gerne mehr von Belly und den „Fisher Boys“ gelesen hätte.

Reihenfolge:

1. The summer I turned pretty / Der Sommer, als ich schön wurde
2. It’s not summer without you / Ohne Dich kein Sommer
3. We’ll always have summer / Der Sommer, der nur uns gehörte

Fazit: Die perfekte Trilogie für den Sommer, die durch großartige Charaktere besticht.

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11 Kommentare zu “Lieblingsserien #1: Summer Series by Jenny Han

  1. Oh Gott, was machst du bloß?
    Mist, jetzt muss ich mir die Bücher gleich mal genauer angucken gehen… Mist Mist Mist!
    Die hören sich toll an… auch für einen Altweibersommer ;O)…

    • Ja, die deutschen Cover finde ich auch nicht besonders schön, aber das geht mir oft bei Reihen so. Ich finde meistens die Originalausgabe schöner.

      (Ich habe übrigens Band 1 der Reihe auf Deutsch abzugeben…*grins*)

  2. seitengeflüster, gib es doch einfach zu, das macht die Sache für uns doch alle leichter. Du bist einfach schuld. Erspare doch mir und vor allem dir die Qualen ;O).

    Ich hab jetzt auch mal in die englische Ausgabe reingelesen. Ist ja im Englischen auch sehr schön und einfach zu lesen. Hach, ich bin hin- und hergerissen. Das wäre jetzt so ne schöne spontane Sommerlektüre….
    Was würdest du denn für dein deutsches Exemplar haben wollen?
    Obwohl… die Cover sind und bleiben hässlich, und überteuert noch dazu.
    Der erste Band kommt erst nächsten April als TB raus…

    • Na gut, ich bin schuld – wenn das Dein Gewissen erleichtert. 😉

      Öhm, keine Ahnung, ich kann es bei Tauschmuh einstellen. (Bist Du da überhaupt?) Ich kann es aber auch tauschen oder verkaufen. Aber Du kannst Dir natürlich auch einfach die englische Ausgabe holen. Die sind wirklich gut verständlich und günstig noch dazu.

  3. Ja, das würde mein Gewissen erleichtern, wenn du dir die Schuld auflädst ;O).

    Über einen Tauschmuhtausch würde mein Gewissen sogar jauchzen, da ich dann kein Geld ausgeben müsste.
    Und die Geschichte bleibt ja die gleiche, auch wenn das Cover nicht ansehnlich ist…

    Das Englisch scheint andererseits schon recht einfach sein… Überlegs dir einfach!
    Selbst habe ich eigentlich nichts zu tauschen. Hab auch nur noch 2 Bücher in meinem Tauschmuhregal…

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