Unearthly / Cynthia Hand

Titel: Unearthly

Autor: Cynthia Hand

Seitenzahl: 433

Woher ich es habe: selbst gekauft

Auf „Unearthly“ wurde ich durch eine Leseprobe von Vorablesen aufmerksam. Bei der Verlosung selbst hatte ich dann leider kein Glück, aber da hatte mich das Buch schon so gepackt, dass ich es unbedingt lesen musste und so fiel meine Wahl auf die englische Version. (Was sich als Vorteil erweisen sollte, da ich anschließend gleich mit Band 2 fortfahren konnte.) „Unearthly“ ist das Debüt der Amerikanerin Cynthia Hand und Band 1 meiner allerersten Reihe über Engel. Auf Englisch ist Band 2 – „Hallowed“ – schon erschienen, Band 3 soll „Boundless“ heißen und im Januar 2013 erhältlich sein.

Handlung:

Die sechzehnjährige Clara ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Ihre Eltern leben schon seit einigen Jahren getrennt und so ganz kann Clara ihrem Vater nicht verzeihen, dass er ihre Mutter, ihren 13-jährigen Bruder Jeremy und sie selbst so plötzlich verlassen hat. Was nach einer ganz normalen Familiengeschichte klingt, wird durch eine Sache jedoch kompliziert: Claras Mutter ist eine Nephilim und auch in ihrem Adern und denen ihres Bruders fließt Engelblut. Schon als Teenager muss Clara also nicht nur damit leben, anders zu sein, sondern sie erfährt auch, dass jeder Engel einen bestimmten Zweck auf Erden zu erfüllen, sozusagen eine Mission vor sich hat. Diese Aufgabe kündigt sich in Visionen an und so muss Clara mit ansehen, wie in ihrer ein junger Mann von einem Feuer bedroht wird. Kann es ihr Zweck sein, diesen Unbekannten zu retten?

Eigene Meinung:

Die Handlung setzt genau zu der Phase in Claras Leben ein, als ihre Visionen beginnen. Und diese sind letztendlich auch der Grund, weshalb sie und ihre Familie von einem Tag auf den anderen alles verlassen müssen, was ihnen lieb und bekannt ist. Während Clara noch versucht, sich mit ihrem Schicksal und der großen Veränderung in ihrem Leben zu arrangieren, ist ihr Bruder Jeremy über den Umzug aus dem sonnigen Kalifornien ins verschneite Wyoming geschockt und wütend zugleich. Die beiden Teenager Clara und Jeremy sind dabei sehr authentisch gezeichnet. Ich konnte mich in beide gut hineinversetzen, auch wenn sie sehr unterschiedlich reagieren. Wie unendlich schwer muss es für einen jungen Menschen sein, eine so große Verantwortung auf den Schultern zu spüren? Gerade wenn man so jung ist, möchte man doch tun und lassen, was man will – für Clara und ihre Familie ist das unmöglich.

Bereits am ersten Tag in ihrer neuen Schule trifft Clara auf Christian, den Unbekannten aus ihrer Vision. Wie es sich für so einen Jugendroman gehört, ist er nicht nur unglaublich gut aussehend, sondern scheint zugleich von einem Geheimnis umgeben zu sein. Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, nähert Clara sich ihm an und zieht damit nicht nur den Hass seiner Freundin auf sich, sondern fühlt sich auch mehr und  mehr zu ihm hingezogen. Schon bald kann sie den Wunsch, die Geschehnisse in der Vision zu verhindern, nicht mehr von ihren wahren Gefühlen unterscheiden. Und dann ist da noch Tucker, der so ganz anders ist als Christian: bodenständig, loyal, herzlich – ein Charakter, bei dem man sich wünscht, er wäre real. Eine Figur, bei der man sich glücklich schätzen würde, ihn zu kennen. Auch wenn die Ausgestaltung der Figuren (vor allem durch das Liebesdreieck) etwas klischeehaft anmuten mag, so fand ich doch alles sehr glaubwürdig geschildert. Gut gefallen hat mir auch, dass Clara mit dieser Situation so ganz anders umgeht, als man es aus ähnlichen Geschichten gewohnt ist. Sie bleibt sich selbst treu, hat ihre Prinzipien und lässt sich auch nicht verbiegen.

Der Schreibstil des Romanes ist sehr angenehm und leicht verständlich, dabei stellenweise aber auch sehr bildhaft und beinahe poetisch. Man hat als Leser das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, dieselbe Luft zu atmen und dieselben Landschaften vor sich zu sehen. Geschickt baut die Autorin auch von der ersten Seite an Spannung auf, denn Claras Vision wird nur nach und nach deutlicher und gibt Details frei. Dennoch hat die Geschichte auch ihre humorvollen, selbstironischen Seiten, zum Beispiel dann, wenn Clara erzählt, dass sie am liebsten „Ein Engel auf Erden“ im Fernsehen sieht. Im Verlauf der Handlung erfährt der Leser auch immer mehr über die Welt der Engel, ihre verschiedenen Arten, wie sie leben und dass es sowohl gute (weiße) als auch böse (schwarze) Engel gibt. Ob Cynthia Hand hier nur bereits Vorhandenes aufgegriffen hat, das kann ich nicht beurteilen, da „Unearthly“ für mich – wie gesagt – mein erster Engelroman war. Für mich waren die Hintergründe aber sehr interessant und stimmig.

Das Ende des ersten Bandes schließt einen der Handlungsstränge zwar ab, wirft aber gleichzeitig so viele Fragen auf, dass man unweigerlich einfach weiterlesen muss. „Unearthly“ war für mich eine der größten Überraschungen 2012; ich habe das Buch in einer Nacht zu Ende gelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen wollte. In einigen Rezension wurde immer wieder der Vergleich mit der Bis(s)-Reihe gezogen, was inzwischen schon fast zum Standard geworden zu sein scheint. Dazu kann ich nur sagen, dass – bis auf ganz wenige Parallelen – beide Werke nichts miteinander gemein haben und solche Vereinfachungen dem Roman wirklich nicht gerecht werden. Ich hoffe deshalb stark, dass Fans des Genres „Unearthly“ trotzdem eine Chance geben: es lohnt sich!

Fazit: Eine gelungener Auftakt einer Trilogie über Liebe, Freundschaft und das Gefühl, dass eigene Leben nicht selbst in die Hand nehmen zu können.

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5 Kommentare zu “Unearthly / Cynthia Hand

  1. Ja, wirklich, ein ganz ganz tolles Buch! Ich habs ja gleich gesagt, auch, wenn ich am Anfang ein wenig misstrauisch war. Verdiente 5 Kirschen!
    Ich muss ja jetzt noch bis Oktober warten, um Band 2 in Händen halten zu können *schnief*.

  2. Ich bin schon einige Male um dieses Buch rumgeschlichen und … bin jetzt Dank dich schlauer, was ich dann wohl noch demnächst auf meinem SUB finde. 😉 Danke dafür.

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