Archiv | Mai 2012

Trix Solier. Odyssee im Orient / Sergej Lukianenko

Titel: Trix Solier. Odyssee im Orient (Neposeda / Непоседа)

Autor: Sergej Lukianenko

Seitenzahl: 589

Woher ich es habe: von Blogg dein Buch zur Rezension erhalten.

Ich möchte mich recht herzlich beim Beltz Verlag für die Übersendung des Buches bedanken. Bestellen könnt ihr es übrigens hier.

„Trix Solier“ ist der zweite Teil der Reihe um den jungen Zauberlehrling Trix und seine Freunde. Leider scheint dieser Band die Reihe auch schon abzuschließen, so lauten zumindest die Quellen, die ich im Internet dazu finden konnte. Schade, ich hätte gerne noch mehr von Trix, Tiana, Klaro und all den anderen gelesen. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist, nicht wahr?

Handlung:

Nach seinen Abenteuern in Band 1 ist Trix inzwischen wieder in den Turm seines Mentors Radeon Sauerampfer zurückgekehrt. Die Handlung setzt zur Jahreswende ein, genauer gesagt kurz vor dem Alten Neuen Jahr. Während Sauerampfer zu einer Neujahrsfeier gegangen und sogar Annette, Trix Blumenfee, ausgeflogen ist, um das Neue Jahr gebührend zu begrüßen, findet sich Trix allein und verlassen wieder. Doch diese Einsamkeit ist nur von kurzer Dauer, denn schon wenige Augenblicke später landet ein echter, wenn auch noch recht junger Drache auf dem Turmdach. Ilin Badulla Mummrich, so der wahre Name des Drachen, hat sich von zuhause fortgestohlen, um den großen Magier Sauerampfer um Hilfe zu bitten. Und da dieser verhindert ist, liegt es nun an seinem Lehrling Trix, an dessen Stelle nach Samarschan und den Drachen zur Hilfe zu heilen, denn der böse Zauberer Abrakadasab, genannt der Mineralisierte Prophet, will die gesamte Welt unterwerfen. So macht Trix sich auf Ilins Rücken auf eine abenteuerliche Reise, auf der er alte Freunde aber auch Feinde wiedersehen wird. Eine Reise, die ihn durch Wüsten und Oasen führen wird, auf der er sich auf Drachen, Kamelen, Besen und sogar in einem Automobil fortbewegt, eine Reise, die ihn so manchem Gegenspieler, aber vor allem sich selbst näherbringt.

Eigene Meinung:

Band 2 der Reihe um Trix setzt kurz nach den Geschehnissen von Band 1 ein und führt die Geschichte in gewohnter, wenn nicht noch höherer Qualität fort. Die liebevolle äußere Gestaltung der Bände spiegelt sich auch im Inneren wider und ich muss gestehen, dass ich keine Jugendbuchreihe kenne, deren Sprache und Stil mit „Trix Solier“ zu vergleichen sind. Sprachlich anspruchsvoll, gespickt mit Fremdworten und einem durchaus komplexen, kunstvollen Satzbau hebt sie sich deutlich von dem ab, was man als Leser dieses Genres sonst gewohnt ist. Ein Lob an die Übersetzerin Christiane Pöhlmann, der es gelungen ist, Lukinanenkos Wortwitz und seine phantasievollen Ideen so gekonnt ins Deutsche zu übertragen. Denn davon lebt „Trix Solier“ in meinen Augen, von den Anspielungen an das Fantasy-Genre, sei es an gängige Klischees oder bekannte Werke wie Tolkiens „Herr der Ringe“ oder Rowlings „Harry Potter“. Mit einem herrlich ironischen, humorvollen Unterton nimmt der Autor die phantastische Literatur aufs Korn, zeigt aber auch in jeder Szene, in jedem Satz gleichzeitig seine Liebe zum Genre. Einzig einige Fremd- bzw. etwas altmodisch anmutende Wörter wie „polken“, „bullern“ oder „barmen“ hätten doch durch etwas modernere Ausdrücke ersetzt werden können. Denn sie können zwar mehr oder minder aus dem Zusammenhang erschlossen werden, jedoch ist die eigentlich Zielgruppe des Romanes ja doch etwas jünger und wird vermutlich über diese Formulierungen stolpern. Zumindest ein Glossar am Ende des Romans wäre wünschenswert gewesen.

Neben Sprache und Stil ist ein weiteres großes Plus, dass nahezu alle lieb gewonnen Figuren aus dem ersten Band wieder auftauchen, seien es die Fürstin Tiana, der freche kleine Hallenberry oder der grausame Vitamant Gavar. Hinzukommt eine Reihe neuer Charaktere, die man ebenso sofort ins Herz schließt wie den Drachen Ilin, die Zwergin Gruja oder den Händler Wasab. Jede Figur ist bis ins Detail ausgearbeitet und so lebhaft beschrieben, dass man sie als Leser klar vor Augen hat. Darüber hinaus versteht Lukianenko es auch, seine Figuren nicht nur schwarz-weiß zu zeichnen, sondern auch Grautöne zuzulassen. So gibt es im Verlauf des Romans immer wieder Momente, in denen man Trix, einem absoluten Sympathieträger, gerne einmal einen Tritt verpassen möchte, denn seine intelligente, wortgewaltige Art schlägt doch leicht ins Besserwisserische um. Auf der anderen Seite ist es ein Leichtes, an eigentlich „bösen“ Protagonisten wie Gavar, Abrakadasab oder Trixs Cousin Derrick etwas Liebens- und Bewundernswertes zu finden. So bleibt die Geschichte stets spannend und abwechslungsreich.

Die Verlagerung der Handlung in das orientalische, wüstenhafte Samarschan gibt ihr einen Anstrich von Tausendundeiner Nacht. Man fühlt sich wie in ein Märchen versetzt und möchte gerne selbst durch Dachrians Basare streifen, sich mit einer Karawane auf die Reise begeben und einen echten Dschinn kennen lernen. Und die Geschichte hat ja auch wirklich alles, was ein guter Abenteuerroman braucht: verschiedene Völker (Drachen, Gnome, Nixen, Dschinns und Minotauren), Gegenspieler und echte Freunde, kluge Herrscher und Despoten, Kämpfe, Rätsel und natürlich auch ein wenig Liebe. Im Verlauf der Handlung ist jedoch deutlich zu spüren, dass unser Protagonist sich weiterentwickelt hat. War Trix noch im ersten Band ein verwöhnter, extrem selbstverliebter kleiner Zauberlehrling aus gutem Hause, so beginnt er sich doch auf seiner Reise zu verändern – und das liegt nicht nur an seiner zarten Liebe für die Fürstin Tiana. Trix ist erwachsener geworden, er beginnt sich über die Welt und ihre Zusammenhänge Gedanken zu machen.  Nicht umsonst hat Sergej Lukianenko „Trix Solier“ in einem Interview einmal einen Adoleszenzroman genannt und ich muss gestehen: der ernste, der bedachtere Trix, der bedingungslos für seine Freunde einsteht und auch einmal Fehler zugeben kann, gefällt mir klar besser.

Mit „Trix Solier. Odyssee im Orient“ ist dem Autor wirklich eine Fortsetzung gelungen, die dem Vorgängerband in nichts nachsteht – im Gegenteil; für mich war Band 2 noch phantasievoller, noch witziger, noch intelligenter als Band 1 und sogar mit dem Ende des Romans war ich vollauf zufrieden, obwohl ich da doch immer sehr kritisch bin. Schon lange nicht mehr habe ich über ein Jugendbuch so gelacht, vor allem die Szene vor den Toren der alten Hauptstadt (Wer den Roman bereits gelesen hat, wird wissen, was ich meine!) und die Geschehnisse in der Assassinenschule sind einfach grandios. Ich wünschte wirklich, es gäbe noch weitere Bände, denn ich bin so gespannt, was weiter mit Trix und seinen Freunden, aber auch seinen Feinden geschieht.

Fazit: ein außergewöhnliches Jugendbuch, das mit seinem Humor und seinen Charakteren begeistert!

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Top Ten Thursday #65

Pünktlich am Donnerstag will ich heute wieder bei Alices Top Ten Thursday mitmachen. Auch dieses Mal hat sie sich wieder eine schöne Farbe für uns ausgesucht, denn das Thema ist diese Woche:

10 rote Bücher aus Eurem Bücherregal

Von links oben nach rechts unten:

  1. Werke in sechs Bänden. Band 1: Stücke 1 / Bertolt Brecht
  2. Alles Glück kommt nie / Anna Gavalda
  3. Sturmsommer / Bettina Belitz
  4. Bartimäus. Die Pforte des Magiers / Jonathan Stroud
  5. Der Herr der Ringe / J.R.R. Tolkien
  6. Erebos / Ursula Poznanski
  7. Die for me / Amy Plum
  8. Die Stadt der Toten / Sara Gran
  9. Nachtseele / J.R. Ward
  10. Der Erdbeerpflücker / Monika Feth

Dieses Mal habe ich immerhin schon 6 der 10 Bücher gelesen. Mal sehen, wie die Bilanz nächste Woche aussehen wird, wenn Alice nach „10 blaue Bücher aus Eurem Bücherregal“ fragt.

Erebos / Ursula Poznanski

Titel: Erebos

Autor: Ursula Poznanski

Seitenzahl: 486

Woher ich es habe: gebraucht bei Ebay ersteigert

„Erebos“ ist nach „Saeculum“ nun schon mein zweiter Roman von Ursula Poznanski und ich muss sagen, dass mich beide gleichermaßen begeistert haben. Sie waren packend von der ersten Seite an und deswegen freue ich mich schon wahnsinnig auf „Fünf“ und muss dann auf weitere spannende Lektüre von Frau Poznanski warten und hoffen.

Handlung:

Nick Dunmore ist ein typischer Jugendlicher. Er trifft sich mit seinen Freunden, spielt leidenschaftlich gern Basketball und ist unglücklich verliebt in seine Mitschülerin Emily Carver. Doch diese Normalität verändert sich schlagartig, als eine geheimnisvolle CD die Runde an der Schule macht. Denn darauf befindet sich Erebos, ein ganz besonderes Computerspiel mit einer Vielzahl von Regeln. Alle Mitspieler müssen über Erebos schweigen, sie dürfen sich nicht untereinander austauschen und müssen stets nur allein spielen. Schon bald ist Nick, wie die meisten seiner Mitschüler, von Erebos regelrecht besessen. Mit seinem Dunkelelf Sarius zieht er durch die düstere Onlinewelt, trifft an Lagerfeuern neue Verbündete und schlägt tapfere Kämpfe. Doch dann beginnt Erebos, sich auch in die reale Welt einzumischen.

Eigene Meinung:

Wie bei „Saeculum“ gefällt mir auch das Cover von „Erebos“ sehr gut. Vom Titel blickt den Leser ein schwarzes Auge auf rotem Grund an, ganz wie Erebos seine Spieler zu beobachten scheint. Autoren- und Romanname sind in den Buchdeckel eingestanzt, wirken aber durch die „verwaschene“ Gestaltung des Covers eher geheimnisvoll als klar und deutlich. Generell kann man sagen, dass Titel und Inhalt eine gelungene Einheit bilden. „Erebos“ wird in der dritten Person aus Nicks Perspektive erzählt. So bleibt der Leser immer ganz nah beim Protagonisten und weiß daher selbst immer nur so viel, wie dieser bereits über Erebos herausgefunden hat. Nur hin und wieder finden sich Einschübe, die eindeutig nicht von Nick stammen, doch erst ganz gegen Ende kann der Leser diese sicher einer bestimmten Quelle zuordnen.

Nick als Protagonist war mir weder sympathisch noch unsympathisch. Er ist ein ganz normaler Jugendlicher, mit einer normalen Familie ohne tragischen Hintergrund, wie es ihn in so vielen anderen Jugendbüchern stets zu geben scheint. Auf der einen Seite gefiel mir dieser Umstand sehr gut, auf der anderen Seite führt diese Durchschnittlichkeit dazu, dass Nick für mich lange Zeit sehr flach blieb und erst gegen Ende des Romans etwas an Profil gewann. Interessanter waren da für mich Charaktere wie Emily, Jamie, Victor oder sogar der unausstehliche Colin, denn sie alle hatten Ecken und Kanten, Macken und Vorzüge. Vor allem die stets etwas traurig wirkende Emily, die Gedichte und Geschichten schreibt und sich vehement von Erebos fernhält, hat es mir angetan. Sie hat eine eigene, gefestigte Persönlichkeit und Prinzipien, an denen sie sich festhält.

Die Onlinewelt von Erebos ist sehr detailreich geschildert und es wird deutlich, dass Ursula Poznanski hier genau recherchiert hat. Von der grundsätzlichen Idee und der enormen Sogwirkung, die das Spiel entwickelt, erinnert es an Rollenspiele der Gegenwart und an die immer wieder geführte Debatte über die Gefahr von Computerspielen, seien es nun Shooter oder Fantasy-Rollenspiele. Doch Erebos hat diesen Spielen etwas voraus: es greift in die Realität ein, verteilt Aufgaben, belohnt den einen und bestraft den anderen Spieler. Auch Nick erhält nach und nach Aufträge. Mal soll er eine versiegelte Kiste von A nach B befördern, mal eine ihm unbekannte Person beschatten und Fotos davon schießen. Nick wundert sich zwar und fühlt sich auch zunehmend beobachtet und verfolgt, doch Skrupel machen sich bei ihm erst bemerkbar, als das Spiel von ihm verlangt, einen Menschen zu töten.

„Erebos“ ist nicht nur ein Roman über die Welt der Computerspiele, sondern auch darüber, wie einfach vor allem junge Menschen zu manipulieren sind. Getarnt als Quests im Spiel müssen Nick und seine Mitschüler andere bespitzeln, bedrohen und sogar Gewalt ausüben. Nur wenige haben den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und sich gegen Erebos zur Wehr zu setzen. Alle anderen verhalten sich wie Herdentiere und tun das, was die anderen um sie herum eben auch tun. Denn eines schafft Erebos: es verbindet die Jugendlichen. Obwohl sie nicht miteinander über das Spiel kommunizieren dürfen, wird deutlich, dass allein das Wissen um Erebos einen zu einem gefragten, beliebten Menschen macht, wer ablehnt oder – noch schlimmer – gar nicht erst ins Spiel eingeladen wird, ist als Außenseiter abgestempelt. Diese Spaltung in 2 Gruppen ist so deutlich, dass sogar beste Freunde wie Nick und Jamie sich darüber entzweien. Trotz all dieser Themen, die angesprochen werden, ist „Erebos“ kein moralisches Buch. Es will nicht warnen oder appellieren, es zeichnet einfach nur nach, was geschehen könnte und zwar überall, nicht nur in London, wo der Roman spielt.

Der Schluss des Buches kam für mich nicht unerwartet, auch wenn ich die Details im Verlauf nicht voraussehen konnte. Und obwohl mir klar war, was hinter Erebos stecken muss, war ich von der Auflösung doch etwas ernüchtert. Außerdem ergaben sich für mich nach dem Lesen einige Ungereimtheiten, die nicht erklärt wurden, auf die ich hier aber auch nicht näher eingehen kann, ohne zu viel zu verraten. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist „Erebos“ aber ein Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Fazit: Ein Jugendbuch, das von der ersten Seite an in seinen Bann zieht!

Top Ten Thursday #64

Mal wieder einen Tag zu spät will ich noch an Alices Top Ten Thursday teilnehmen. Ich rede mich jetzt einfach mal mit dem Feiertag aus der Tatsache heraus, dass ich es erneut nicht pünktlich geschafft habe. 😉 Das Thema diese Woche war gar nicht so einfach für mich, denn diese Farbe ist eher selten in meinem Regal. Das Thema heißt nämlich:

10 grüne Bücher aus Eurem Bücherregal

Von links oben nach rechts unten:

  1. The statistical probability of love at first sight / Jennifer E. Smith
  2. Göttlich verloren / Josephine Angelini
  3. Das Silmarillion / J.R.R. Tolkien
  4. Der Märchenerzähler / Antonia Michaelis
  5. Feenlicht / Jenny-Mai Nuyen
  6. Die Furcht des Weisen. Teil 2 / Patrick Rothfuss
  7. Der Venuspakt / Jeanine Krock
  8. Smaragdgrün / Kerstin Gier
  9. Tante Dimity und der verschwiegene Verdacht
  10. Die Furcht des Weisen. Band 1 / Patrick Rothfuss

Anscheinend habe ich es nicht so mit der Farbe Grün, denn von den 10 Büchern sind ganze 7 noch ungelesen und dabei sind doch wirklich einige sehr tolle Titel dabei. Vielleicht habe ich ja nächste Woche eine bessere Bilanz, da fragt Alice nämlich nach der Farbe Rot.

Deadlocked / Charlaine Harris

Titel: Deadlocked

Autor: Charlaine Harris

Seitenzahl: 327

Woher ich es habe: bei Book Depository bestellt

„Deadlocked“ ist bereits der 12. Band in der Sookie Stackhouse-Reihe und bis jetzt ist noch kein wirkliches Ende in Sicht. Zumindest ein dreizehnter Band soll noch erscheinen, aber bei Charlaine Harris weiß man ja nie…Ich hoffe jedoch sehr, dass die Reihe mit „Deadlocked“ wieder zu ihrer eigentlichen Größe zurückfinden kann. Die Bände davor waren alles andere als Meisterwerke, trotzdem freue ich mich schon darauf, Sookie, Eric und Sam wieder zu begegnen. (Bill hingegen hätte meinetwegen schon lange endgültig das Zeitliche segnen können, aber nun gut…)

Handlung:

It’s vampire politics as usual around the town of Bon Temps, but never before have they hit so close to Sookie’s heart…

Growing up with telepathic abilities, Sookie Stackhouse realized early on there were things she’d rather not know. And now that she’s an adult, she also realizes that some things she knows about, she’d rather not see—like Eric Northman feeding off another woman. A younger one.

There’s a thing or two she’d like to say about that, but she has to keep quiet—Felipe de Castro, the Vampire King of Louisiana (and Arkansas and Nevada), is in town. It’s the worst possible time for a human body to show up in Eric’s front yard—especially the body of the woman whose blood he just drank.

Now, it’s up to Sookie and Bill, the official Area Five investigator, to solve the murder. Sookie thinks that, at least this time, the dead girl’s fate has nothing to do with her. But she is wrong. She has an enemy, one far more devious than she would ever suspect, who’s set out to make Sookie’s world come crashing down.