Tribute von Panem – Die Verfilmung

Am Sonntag habe ich es auch endlich mal wieder ins Kino geschafft und mir dort natürlich die „Tribute von Panem“ angesehen. Zusammenfassend hat mir der Film recht gut gefallen, ich möchte aber noch auf einige Dinge gesondert eingehen.

Die Schauspieler

Zum größten Teil fand ich die Rollen grandios besetzt. Ich muss ja gestehen, dass ich zunächst mit Lenny Kravitz als Cinna nichts anfangen konnte, aber er passt wirklich perfekt zu seiner Rolle. Auch Katniss, Snow, Effi und die restlichen Tribute finde ich gut so. Haymitch war mir hingegen aber noch zu „schön“, ich hatte ihn mir weitaus ungepflegter und beleibter vorgestellt und seine aüßerst einnehmende Persönlichkeit (*zwinker*) kam in der Verfilmung nicht wirklich rüber. Er durfte sich ja noch nicht mal auf Effis Schuhe übergeben. Noch unzufriedener war ich mit Gale – warum musste das denn bitte so ein Surferboy-Typ von Mann sein? Gale jagt, er ist den ganzen Tag draußen, da müsste sein Gesicht doch etwas wettergegerbter sein und generell hat er auf mich nicht erwachsen genug gewirkt. Im Buch hatte ich immer das Gefühl, Gale ist bereits ein Mann, während Peeta noch ein richtiger Bubi ist. Im Film sind mir beide zu bubihaft.

Die Kulisse

Mit der Darstellung der Distrikte und des Kapitols mit ihren jeweiligen Bewohnern bin ich sehr zufrieden. In meiner Vorstellung waren die Menschen im Kapitol zwar nicht alle solch bunte Vögel, ich finde das aber durchaus passend. Es symbolisiert, was für eine Gesellschaft das ist, die sich dem Leid der anderen ergötzt und selbst auf großem Fuße lebt, während in den Distrikten der Hunger regiert. Auch die Arena ist sehr gut gelungen, eine perfekte Mischung aus modernster Technik und unberührter Natur.

Die Umsetzung der Handlung

An sich ist der Film ja sehr nah an der Textvorlage und das schätze ich auch an ihm. Einige Dinge wurden aber dennoch weggelassen oder verändert – und während mich manche Änderungen nicht gestört haben, stören mich einige Details umso mehr. Zunächst hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrundgeschichte gewünscht, etwas mehr Informationen darüber, warum die Hungerspiele entstanden sind und wie die Situation der Menschen in den Distrikten ist. Es wurde zum Beispiel in einem Nebensatz erwähnt, dass Gale 42 Lose im Topf hat, aber dabei nicht erklärt, dass er den Großteil dieser Lose gegen Waren getauscht hat, um seiner Familie das Überleben zu sichern. Katniss schärft Prim zwar ein, auf keinen Fall Dinge gegen Lose zu handeln, aber deutlich wird die verzweifelte Situation der Familien nicht. Schade fand ich auch, dass in der Verfilmung nicht erzählt wird, wie Katniss eigentlich an die Spotttölpelbrosche kam, denn dass die Tochter des Bürgermeisters und damit eine Person, die dem Kapitol treu ergeben sein sollte, ihr diese schenkt, das ist ja bereits eine erste und sehr wichtige Form des Widerstands.

Und mein größter Kritikpunkt: Die Dreiecksgeschichte um Katniss, Gale und Peeta. Im Buch werden Katniss verwirrte Gefühle und ihre Zweifel daran, ob Peeta nun die Wahrheit sagt oder nur ein Spiel für die Zuschauer mit ihr treibt, sehr detailliert dargestellt. Im Film wirkt es so, als würde Katniss Gale einfach durch Zufall im Wald treffen. Es wird nicht deutlich, wie lange und wie tief sie befreundet sind, dass sie in der Schuld des jeweils anderen stehen und dass ihre Beziehung kurz davor steht, sich für immer zu verändern. Stattdessen wird uns eine Liebesgeschichte zwischen Katniss und Peeta präsentiert, die aus dem Nichts heraus entsteht. Nur am Ende, als Katniss und Peeta in ihr Distrikt zurückkehren, wird in dem Blick, den sie Gale zuwirft wenigstens etwas deutlich, was sie wohl fühlen mag. Von dem Bruch, der zwischen Katniss und Peeta am Ende von Band 1 entsteht, weil sie zugibt, die Liebesgeschichte nur „mitgespielt“ zu haben, ist nichts zu sehen.

Fazit

Eine durchaus gelungene Umsetzung, die ich mir an einigen Stellen noch etwas buchtreuer gewünscht hätte.

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5 Kommentare zu “Tribute von Panem – Die Verfilmung

  1. Ich fand, der Film hat sich, im Gegensatz zu anderen Buchverfilmungen, schon sehr an das Buch gehalten. Inzwischen habe ich diese Bermerkung zu dem inneren Konflikt von Katniss im Bezug auf die beiden männlichen Figuren schon öfter gelesen, aber mir hat es gefallen, dass es nicht so ausgeartet ist. Mich hat das im Buch extrem genervt. (Ich gebe an dieser Stelle übrigens zu, kein großer Fan der Bücher zu sein.)

    • Hm naja, ich muss sagen, ich fand die Liebesgeschichte im Film einfach unrealistisch. Mal ehrlich, Peeta und Katniss kennen sich kaum. Sie haben zwar ein Erlebnis, das sie verbindet, aber bei Katniss hat es einfach nicht gefunkt. Im Buch fand ich ihre Zweifel auch durchaus passend. Sie muss sich doch fragen, was noch echt ist und was gespielt. Und das sind ja nun nicht die besten Voraussetzungen für eine junge Liebe. Dass sie das im Film einfach so übergeht, dass ist mir dann doch etwas zu rosarot, muss ich sagen. (Wobei ich aber auch gestehen muss, dass ich sie eher mit Gale sehe, ich mochte die Figur des Peeta noch nie besonders.)

  2. Ich fand Gale und Peeta auch nicht so besonders gut besetzt. Ansonsten fand ich den Film aber klasse! Es stimmt schon, viele Informationen wurden nur in Nebensätzen preisgegeben und man musste gut aufpassen, um alles zu verstehen. Aber im Prinzip wurde alles wichtige gesagt. Ich bin mal gespannt, wie der zweite Teil wird und habe Hoffnung, dass dort die Dreiecks-Beziehung deutlicher herausgearbeitet wird.

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