Sixteen Moons / Kami Garcia & Margaret Stohl

Titel: Sixteen Moons. Eine unsterbliche Liebe (Beautiful Creatures)

Autoren: Kami Garcia & Margaret Stohl

Seitenzahl: 544

Woher ich es habe: bei Arvelle gekauft

„Sixteen Moons“ ist Band 1 der Reihe um Ethan und Lena. Auf Deutsch ist auch schon der zweite mit dem Titel „Seventeen Moons“ erschienen, im Original sind bereits 3 Bände erhältlich.

Handlung: 

Nach dem Tod seiner Mutter lebt der 16-jährige Ethan allein mit seinem Vater in dem kleinen amerikanischen Städtchen Gatlin. Ethans Vater, ein Schriftsteller, kann den Verlust seiner Frau einfach nicht ertragen und zieht sich deshalb tagelang in sein Arbeitszimmer zurück. Seinen Sohn nimmt er kaum noch wahr. Ethans Halt und seine einzigen festen Bezugspersonen sind die Haushälterin Amma, die für Ethan wie eine Großmutter ist, und sein bester Freund Link. Nachts träumt der Junge immer wieder denselben Traum, in dem er versucht, ein ihm unbekanntes Mädchen zu retten. Eines Tages sieht sich Ethan überraschender Weise genau diesem Mädchen gegenüber, denn Lena ist seine neue Mitschülerin. Doch Lena scheint etwas zu verbergen…

Eigene Meinung:

Die Handlung wird aus Ethans Perspektive in der Ich-Form erzählt. Er ist ein starker Charakter mit einer sehr sympathischen Art, die den Leser sofort für ihn einnimmt. Man kann aus jedem Wort, aus jeder Zeile einen intelligenten, jungen Mann herauslesen, der sich in seinem momentanen Leben gefangen fühlt. Denn Gatlin, die Kleinstadt, in der er lebt, bietet nicht gerade ein ereignisreiches Leben. Neuen Gesichtern begegnen die Bewohner grundsätzlich mit Argwohn. Das muss auch Lena feststellen, der noch dazu der Makel anhaftet, die Nichte des „verrückten“ Macon zu sein, der am Stadtrand in einer düsteren Villa haust. Mit Lenas Auftauchen wird Ethan noch deutlicher, wie unwohl er sich eigentlich in Gatlin fühlt und wie lange er die Grüppchenbildung und die Ablehnung Menschen gegenüber, die anders sind, schweigend hingenommen hat. Also stellt er sich auf die Seite von Lena und ihrer Familie und wird damit in der Kleinstadt immer mehr zum Außenseiter.

Ich muss gestehen, dass die Konstruktion der Handlung für mich doch etwas klischeehaft anmutet. Ethan lebt in einer amerikanischen Kleinstadt, in der es vor verbohrten und ignoranten Bewohnern nur so wimmelt. Noch dazu hat er seine Mutter unter seltsamen Bedingungen verloren, der Kontakt zu seinem Vater ist nahezu unmöglich. In dieser Situation beginnen auch seine Träume von Lena, aus denen er nachts oft aufschreckt, nur um dann festzustellen, dass Spuren des Traums in seinem Zimmer und an seiner Kleidung zurückgeblieben sind. Ein gängiges Motiv, das ich so oder so ähnlich schon in einer Vielzahl von Jugendbüchern gelesen habe. Noch dazu weiß Ethan natürlich schon bei der ersten Begegnung, dass Lena die Liebe seines Lebens ist, auch wenn die mit ihrem Verhalten und Charakter im Allgemeinen nicht unbedingt besticht.

Die Idee der hellen und dunklen Caster, die ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nehmen können, war für mich zwar interessant, dennoch wurde für mich nur wenig greifbar, was einen Caster nun ausmacht und was ihn von anderen Fantasygestalten wie den Magiern oder Zauberern unterscheidet. Wie sind die Caster entstanden? Woher kommen sie? Was ist ihre Aufgabe in der Welt? All diese Fragen drängten sich mir im Verlauf der Handlung geradezu auf – beantwortet wurde nicht eine davon! Ebenfalls gestört hat mich, wie in der gesamten Handlung über Ethan gesprochen und wie er beurteilt wird. Immer wieder wird von den unterschiedlichsten Personen betont, dass Ethan im Gegensatz zu Lena „nur ein normaler Sterblicher“ sei, dass er zu schwach sein könnte, um Lenas Schicksal zu tragen. Eine Aussage, die mich wahnsinnig geärgert hat, zumal Ethan derjenige ist, der am meisten Aktion zeigt. Er ist derjenige, der handelt, wenn die versammelten Caster mit einer Situation überfordert sind. Er ist es, der Lena mit allen Mitteln zu schützen versucht, wenn die sich mal wieder in ein Häufchen Selbstmitleid verwandelt hat. Meiner Meinung nach sind es auch gerade die menschlichen Charaktere wie Link, Amma oder Marian, die die Handlung tragen und bestimmen, wenn man einmal von Macon absieht.

Der Schluss des Romans hat mich natürlich traurig gestimmt, auf der anderen Seite war ich aber auch enttäuscht. Ich hatte gehofft, dass das eine oder andere Rätsel der Handlung aufgeklärt wird, doch an sich haben die beiden Autorinnen das Meiste einfach nur in den nächsten Band aufgeschoben. Denn im Detail betrachtet hat sich die Situation der beiden Protagonisten nicht sehr verändert. Falls ich Band 2 also noch lesen werde, dann hoffe ich auf einige Erklärungen und auf eine stärkere Wertschätzung Ethans.

Fazit: Ein solides Jugendbuch, das jedoch an einigen Klischees krankt und nur durch einige starke Charaktere aufgewertet wird.

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