Top Ten Thursday #59

Heute gibt es bei der lieben Alice einen Top Ten Thursday ganz nach meinem Geschmack, denn – wie vielleicht einige von euch wissen – ich bin studierte Germanistin. Allein deshalb kann ich schon einiges zum Thema beitragen, das diese Woche lautet:

Eure 10 liebsten Klassiker

Ich muss gestehen, dass ich die Lektüre von Klassikern im Moment schändlich vernachlässige, weil mir nach der Arbeit einfach eher der Sinn nach leichter Lektüre (ohne Wertung!) steht. Trotzdem liebe ich Klassiker und hatte Schwierigkeiten, mich auf 10 zu beschränken.

1. Bertolt Brecht / Der gute Mensch von Sezuan

Dieses Stück steht eigentlich stellvertretend für das komplette Werk Brechts, denn er ist und bleibt mein absoluter Lieblingsklassiker. Egal ob seine Lyrik, seine Prosa, seine Dramen – ich liebe alles von ihm und kann jedem nur empfehlen, auch einmal fernab der Schullektüre in Brechts Werk einzutauchen.

2. Thomas Mann / Buddenbrooks

Einer meiner liebsten Romane, auf den ich nur deshalb gekommen bin, weil mein Literaturprofessor ihm damals ein ganzes Seminar gewidmet hat. Er war es auch, der mich auf so viele tolle Details hinwies und noch heute kann ich beim Lesen der Pfirsichkern-Szene herzhaft lachen. Christian Buddenbrook ist überhaupt eine meiner liebsten Protagonisten.

3. E.T.A. Hoffmann / Der Sandmann

Eine wundervolle Erzählung über den Studenten Nathanael, der sich in einen künstlichen Menschen verliebt – einfach genial!

4. Alexandre Dumas / Die drei Musketiere

Der Stoff der 3 Musketiere verfolgt mich, seit ich ein Kind war. Damals wollte ich täglich die Zeichentrickserie sehen, in der D’Artagnan ein Hund war und schon bald hatte ich meine erste Jugendausgabe der Geschichte. Ich habe zahlreiche Verfilmungen gesehen und inzwischen natürlich auch die ungekürzte Erwachsenenversion gelesen. Für mich ist die Geschichte um die 4 Freunde einfach zeitlos.

5. Paul Celan / Gedichte

Wer den Dichter Paul Celan noch nicht kennt, sollte unbedingt eines seiner Gedichte lesen. Mein Favorit ist sein wohl bekanntestes Gedicht „Die Todesfuge“, das schön und grauenhaft zu gleich ist. Ein Lyriker, wie es kaum einen zweiten gab…

6. Johann Wolfgang von Goethe / Faust (Teil 1)

Wie vermutlich für viele andere, war auch für mich der „Faust“ Pflichtlektüre in der Schulzeit. Ich habe ihn dennoch geliebt und war erstaunt, wie viele unserer Redewendungen daraus entnommen sind, zum Beispiel „des Pudels Kern“ oder der Ausdruck der „Gretchen-Frage“. Und wie könnte eine Klassiker Top Ten auch ohne Goethe auskommen?!

7. Jean-Paul Sartre / Geschlossene Gesellschaft

Ein tragisches, aber dennoch sehr wahres Stück, das man sich wohl besser in einer Inszenierung ansieht, als es nur zu lesen.

8. Jurek Becker / Jakob der Lügner

Ebenfalls ein sehr trauriges, bewegendes Buch über einen Protagonisten, der sich über die menschenunwürdigen Verbote und Regeln der Nazis hinwegsetzt, um den Menschen in seinem Ghetto Hoffnung zu geben. (Übrigens auch verfilmt mit Robin Williams.)

9. Oscar Wilde / Das Bildnis des Dorian Gray

Muss ich viel dazu sagen? Die Erzählung ist ein Kunstwerk mit einer allzu wahren Botschaft.

10. William Shakespeare / Romeo & Julia

Das romantische Klischee schlechthin, aber ich liebe Shakespeares Sprache und der Stoff um die beiden Liebenden, deren Beziehung einfach nicht sein darf, muss einfach genannt werden, wenn es um Klassiker geht!


So, das waren meine 10 liebsten Klassiker und ehrlich, ich hätte mindestens 20 nennen können. Das Thema der nächsten Woche ist auch ganz nach meinem Geschmack, denn es heißt „Eure 10 liebsten Krimis“.

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12 Kommentare zu “Top Ten Thursday #59

  1. Ohh wow ich wusste noch nicht was du studiert hast aber man merkt es der Liste wirklich an. Ich wollte das auch mal studieren aber leider hat es nicht sollen sein bzw. wahrscheinlich würde ich jetzt lieber englische Literatur studieren 😉
    Lg Alice

    • Tja, und ich würde inzwischen vielleicht nicht mehr studieren bzw. würde zuerst eine Ausbildung machen, denn leider arbeite ich im Moment nicht mehr in meinem Beruf. Bereut habe ich das Studium allerdings nie. Es war eine sehr schöne Zeit und ich konnte damals viel Zeit mit dem Lesen verbringen. 🙂

  2. Ich weiß nicht, ob du das kennst…. aber wenn ich ihn verschluckte…. Selten so sehr in einem Seminar gelacht oder? Hach ja, das waren noch Zeiten, herrlich.

  3. Interessante Liste, von „Der Sandmann“ habe ich noch nie was gehört, aber es klingt gut. Ich muss gestehen, ich habe auch erst ein Buch von deiner Liste gelesen und „Buddenbrooks“ würde bei mir niemals auf so einer Liste landen. Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung, warum das so beliebt ist. Wenn ich es nicht für die Schule hätte lesen müssen, wäre es spätestens nach dem ersten Kapitel wieder im Regal gelandet.
    Im Moment plage ich mich auch mit „Huis Clos“ herum und so toll ist es auch nicht. Naja, ich bin nunmal kein Freund der Klassiker.

    • Schade, dass Du mit den „Buddenbrooks“ nicht viel anfangen kannst. Aber ich denke, es kann auch viel ausmachen, wer einem das Buch nahebringt. Und ich hatte damals einen wahnsinnigen guten Literaturprofessor, der dem Buch richtig Leben eingehaucht hat. Hätte ich das in der Schule gelesen, hätte es mir wohl auch nicht gefallen. (Wenn ich mich da mal so an meinem Deutschunterricht erinnere…)

      „Huis Clos“ habe ich schon ein paar Mal als Theaterstück gesehen. Da wirkt es auch ganz anders, denke ich. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden, ist ja auch gut so. 😉

  4. Thematisch gefällt mir „Buddenbrooks“ schon nicht, aber ich glaube, dass die Begleitumstände mir wirklich den Rest gegeben haben. Mein Lehrer hat von Anfang an gesagt, das wäre Mist und dann durfte ich die fast 800 Seiten durchkauen, statt meine Ferien zu genießen.
    Ich bin gespannt, wie „Huis Clos“ im Theater wirkt. Soweit ich weiß, werden wir uns das noch anschauen.

  5. Naja, irgendwo hat er schon recht, schließlich muss er innerhalb von vier Wochen das Buch mit uns durchnehmen und dafür ist es einfach zu viel. Ich meine, in der gleichen Zeit mussten wir auch Woyzeck und Prinz Friedrich von Homburg durchnehmen.

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