Dame, König, As, Spion / John le Carré

Titel: Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy)

Autor: John le Carré

Seitenzahl: 416

Woher ich es habe: Im Büchertreff gewonnen

„Dame, König, As, Spion“ ist der fünfte Roman der Reihe um den Agenten George Smiley und ich muss gestehen, dass ich mir während der Lektüre mehrfach gewünscht habe, ich hätte mit Band 1 angefangen.

Handlung:

George Smiley wurde aus dem Geheimdienst entlassen, nachdem das ominöse Projekt „Testify“ seinen Vorgesetzten, der von allen nur Control genannt wurde, zu Fall gebracht hatte. Zu allem Überfluss hat ihn auch noch seine bildhübsche Frau Ann verlassen und das nicht zum ersten Mal. So gibt sich Smiley dem Trübsal und Selbstmitleid hin, bis eines Tages einige alte Kollegen mit einer Bitte an ihn herantreten: In ihren Reihen gibt es einen Maulwurf und Smiley soll ihn finden. So stürzt sich dieser in Berge von Akten, um dem Verräter auf die Spur zu kommen und bringt nach und nach Vergangenes ans Licht.

Meine Meinung:

Die Handlung wird von einem allwissenden Erzähler in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Zum einen verfolgt er die Aktivitäten der Männer um George Smiley auf der Suche nach dem Maulwurf in den eigenen Reihen, zum anderen wird aber auch von dem ehemaligen Geheimdienstler Jim Prideaux erzählt, der an einer Schule als Aushilfslehrer untergetaucht ist. In zahlreichen Rückblenden, die zum Teil nur schwer vom Erzählstrang der Gegenwart zu unterscheiden sind, werden außerdem die Ereignisse geschildert, die zu der Ausgangssituation des Romans geführt haben. Es wird erzählt, wie Jim Prideaux bei einer Operation angeschossen wurde und wie es zu Smileys Entlassung kam. Dabei wurde für mich relativ schnell deutlich, wer in diesem Spiel die guten und wer die schlechten Figuren sind. Ich habe deshalb immer wieder während des Lesens gehofft, dass sich alles doch nicht etwa so einfach darstellen würde, doch das tat es tatsächlich, was im Endeffekt kaum Spannung aufkommen lässt.

Mit der Sprache und dem Erzählstil le Carrés wurde ich nur schwer bis gar nicht warm. Zwar ist jedes Kapitel mit einer kurzen Handlungszusammenfassung überschrieben, aber dennoch fiel es mir schwer nachzuvollziehen, was gerade geschah und wohin der aktuelle Handlungsstrang führen sollte. Die Dramaturgie des Romans war für mich schlichtweg nicht erkennbar, die Szenen schienen teilweise wahllos aufeinander zu folgen und nichts, aber auch gar nichts zum Fortgang der Handlung beizutragen. Auch die Vielzahl an Personen und komplizierten Namen, an verdeckten Operationen und den verschiedensten Handlungsorten machte dies alles nicht leichter. Darüber hinaus scheint der Autor eine Vorliebe für lange, verschachtelte Sätze zu haben, die mir meine Deutschlehrerin allesamt mit dem Rotstift angestrichen hätte. Kurz gesagt: Ich musste mich zeilen- und kapitelweise durch den Roman quälen, so leid es mir auch tut, das über einen der größten Schriftsteller von Spionageromanen zu sagen. Aber vielleicht ist das auch einfach nicht mein Genre? Wer weiß…

Hin und wieder hatte der Roman jedoch durchaus seine Momente, vor allem was die Figurenzeichnung betrifft. Jim Prideaux beispielsweise mochte ich von der ersten Seite an, mit Smiley hatte ich eher Mitleid, wenn er mit abwesendem Blick aus dem Fenster der kleinen Pension starrt, in der er sich tagelang durch alte Akten wühlt. Sehr sympathisch war mir auch Peter Guillaum, ein richtiger Draufgänger mit einer Vorliebe für schnelle Autos. Das ist aber auch eine der wenigen, wenn nicht die einzige positive Aussage, die ich über den Roman treffen kann. Denn auch der Schluss und damit die Enttarnung des Maulwurfs kamen für mich nur wenig überraschend. Vielleicht sollte ich es in diesem Fall doch lieber mit dem Film versuchen?!

Fazit: Ein, meiner Meinung nach, dramaturgisch schlecht angelegter Roman, für den mir vielleicht auch ein gewisses Grundwissen oder generell das Interesse am Genre des Agententhrillers fehlte.

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4 Kommentare zu “Dame, König, As, Spion / John le Carré

  1. Davon abgesehen, dass das Buch definitiv nichts für mich ist, macht mich dieses „As“ schon fertig, seit ich das Filmplakat zum ersten Mal gesehen habe. Die Spielkarte heißt doch Ass…. Das schafft mich!

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