Alterra. Die Gemeinschaft der Drei / Maxime Chattam

Titel: Alterra. Die Gemeinschaft der Drei (L‘ Alliance de Trois)

Autor: Maxime Chattam

Seitenzahl: 390

Woher ich es habe: gebraucht gekauft

„Die Gemeinschaft der Drei“ ist der erste Band der Alterra-Jugendbuchreihe des Franzosen Maxime Chattam. Mit den beiden Folgebänden „Im Reich der Königin“ und „Der Krieg der Kinder“ ist die erste Trilogie bereits vollständig auf Deutsch erschienen. Im Original erschien im November 2011 „Entropia“, der Auftakt zu einem neuen Zyklus um Alterra; ein deutscher Titel ist noch nicht bekannt. Fraglich ist wohl auch, wann und in welchem Verlag die Reihe in Deutschland überhaupt fortgesetzt werden kann, schließt doch das Imprint „PAN“ schon bald seine Pforten.

Handlung:

Matt, Tobias und Newton sind die besten Freunde, ein unschlagbares Trio. Doch eines Tages zieht ein schweres Unwetter über New York auf und blaue Blitze zucken aus den Wolken herab. Als Matt seine Eltern warnen will, dass mit diesem Unwetter etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ist es bereits zu spät: Matt wird von einem der Blitze getroffen und verliert das Bewusstsein. Als er erwacht, sind seine Eltern verschwunden. Dort, wo sie sich zuvor befanden, liegen nur noch ihre zurückgelassenen Kleidungsstücke und auch der Rest von Matts Wohnhaus ist zu einem Geisterhaus geworden. So macht Matt sich durch die Schneemassen auf den Weg zu Tobias. Gemeinsam mit seinem Freund muss er feststellen, dass alle Erwachsenen entweder verschwunden oder in seelenlose Zombies verwandelt wurden, dass große, seltsame Kreaturen auf Stelzen in den Straßen patroullieren und Newton in all dem Chaos verschwunden bleibt. Matt und Tobias beschließen, auf der Flucht um ihr Leben nach Süden zu ziehen und erreichen schon bald die Carmichael-Insel, auf der eine Gruppe Jugendlicher ihre eigene Siedlung errichtet hat. Matt und Tobias werden in die Gemeinschaft der Pans, wie sie sich nennen, aufgenommen und lernen schon bald Ambre kennen, mit der das Trio wieder komplett ist. Nun könnten sie ein friedliches Leben auf der Insel führen, wäre da nicht das Heer der gefährlichen Zyniks, der Torvaderon, der Matt in seinem Träumen zu sich ruft und ein Verräter, der sich noch unerkannt auf der Insel aufhält.

Meine Meinung:

„Alterra. Die Gemeinschaft der Drei“ ist ein Jugendbuch mit dystopischen Elementen, die ja im Moment sehr beliebt sind. Der Gedanke einer Welt, in der nur noch Jugendliche, aber keine Erwachsenen mehr leben, ist zwar nicht unbedingt neu, aber für mich dennoch sehr interessant. Zudem spielt der Umweltschutz in diesem Roman eine große Rolle, denn der Sturm, der über die Welt hereinbricht, wird als „Reinigungsaktion“ der Erde beschrieben, die sich so aller Erwachsener und aller Technik entledigt. Die überlebenden Jugendlichen müssen zu ihren Wurzeln zurückkehren, das Jagen und den Ackerbau neu lernen und sich Wissen aneignen, dass sie in einem Zeitalter, in dem beinahe alles mit Hilfe von Technik erledigt werden kann, gar nicht mehr benötigt haben. So wird die Kritik an unserer heutigen Gesellschaft in den Handlungsverlauf eingeflochten, ohne allzu sehr mit erhobenem Zeigefinger zu predigen.

Der Schreibstil des Autors ist einfach und klar, aber keinesfalls plump. Seine Protagonisten lässt er authentisch fühlen und sprechen, so wie es Jugendliche eben tun. Sie sind keine Kinder mehr, aber doch noch nicht erwachsen. Sie schwanken zwischen Abenteuerlust und Selbstständigkeit auf der einen und dem Bedürfnis, sich in die Arme ihrer Eltern zu werfen, auf der anderen Seite. Mit den Lebensläufen der Jugendlichen werden auch andere ernste Themen angeschnitten, ohne dabei zu viel Raum einzunehmen. Matt, zum Beispiel, ist ein Scheidungskind, Tobias hat aufgrund seiner dunklen Hautfarbe oft mit Anfeindungen zu kämpfen und Ambre wurde vom ihren Vater geschlagen. Und natürlich spielen auch Themen wie Freundschaft und Verrat, Liebe und Eifersucht eine Rolle.

Die Tatsache, dass die Freunde von Beginn an wissen, dass sie es auf Insel mit einem Verräter zu tun haben, ist ein wichtiges Element für die Handlung. Gemeinsam schmieden die drei Pläne, um den Verräter zu finden, beschatten die anderen Jugendlichen und verdächtigen hin und wieder auch mal den Falschen. Wer auf der Insel tatsächlich Gutes und wer Böses im Schilde führt, wurde für mich erst an einer sehr späten Stelle im Roman deutlich, was die Handlung unheimlich spannend machte. Weitere Elemente wie ein Haus, in dem es zu spuken scheint und ein Turm, den niemand betreten darf, tragen noch zusätzlich zu dieser Spannung bei. Außerdem entwickeln einige der Jugendlichen spezielle Fähigkeiten. Matt hat extrem an Stärke gewonnen, Tobias ist übernatürlich schnell und Ambre kann Dinge mit Hilfe ihrer Gedanken bewegen. Dennoch wirken die Pans mit ihren Fähigkeiten nicht wie Superhelden, sondern müssen erst langsam lernen, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren. Das und die Tatsache, dass die Fähigkeiten sich aus der jeweiligen Arbeit und dem Charakter der Person heraus bilden, hat mir gut gefallen und lies den Roman nicht abdriften.

Worüber ich allerdings gerne noch mehr gelesen hätte, sind der Torvaderon und seine unheimlichen Stelzenläufer. Was will er von Matt, warum sieht ausgerechnet er ihn in seinen Träumen? Das ist nur eine der vielen Fragen, die offen geblieben sind. Ebenso hätte ich gerne erfahren, warum Newton im Gegensatz zu seinen Freunden verschwunden ist, was aus den Eltern der Protagonisten geworden ist und warum die Zyniks so geworden sind, wie sie sind. Insgesamt ist „Die Gemeinschaft der Drei“ aber ein würdiger Auftakt zu einer Trilogie, der Lust auf die Folgebände macht. Deswegen ist „Im Reich der Königin“ auch schon unterwegs zu mir.

Lobend erwähnen möchte ich auch noch die Covergestaltung. In Kupferfarben ist vor schwarzem Grund die Silhouette von New York zu sehen, überall auf dem Umschlag ranken sich Pflanzen, die alles zu überwuchern scheinen und Fledermäuse kreisen in Schwärmen über der Stadt. Die Gestaltung wird in den folgenden Bänden in anderen Farben fortgesetzt – ein echter Blickfang im Regal!

Fazit:

Ein durch und durch gelungener Auftakt einer Trilogie, der zwar viele Fragen offen lässt, dafür aber umso mehr zum Weiterlesen anregt.

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2 Kommentare zu “Alterra. Die Gemeinschaft der Drei / Maxime Chattam

  1. Das habe ich auch schon gelesen, fand es aber nicht sooo gut. Weiß gar nicht mehr genau, warum. *grübel* Die Folgebände haben mich dann jedenfalls nicht mehr interessiert. Dir aber viel Spaß mit der Fortsetzung. 😉

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