Archiv | März 2012

Top Ten Thursday #57

Auch diese Woche will ich wieder bei Alices Top Ten Thursday mitmachen. Das Thema ist wieder etwas einfacher als letztes Mal, denn es lautet:

10 Bücher zum Thema Werwölfe, Gestaltenwandler und Zombies

  1. Shiver / Maggie Stiefvater
  2. Linger / Maggie Stiefvater
  3. Forever / Maggie Stiefvater
  4. Schattenblüte / Nora Melling
  5. Bittersüße Tode / Laurell K. Hamilton
  6. Leopardenblut / Nalini Singh
  7. Jäger der Nacht / Nalini Singh
  8. Kalix / Martin Millar
  9. Magic bites / Ilona Andrews
  10. Stolz und Vorurteil und Zombies / Seth Grahame-Smith

Nächste Woche wird das Thema natürlich noch einfacher, denn dann heißt es „10 Bücher, die der Osterhase bringen soll“. Und Bücherwünsche habe ich ja schließlich immer….

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Starters / Lissa Price

Titel: Starters (Starters)

Autor: Lissa Price

Seitenzahl: 396

Woher ich es habe: bei Vorablesen gewonnen

„Starters“ ist der Debütroman der Amerikanerin Lissa Price und gleichzeitig eine der ersten Neuerscheinungen des neuen Piper-Imprints IVI. Die Autorin arbeitet bereits am zweiten Band „Enders“, der im Dezember 2012 erscheinen und die Geschichte um Callie, Michael und Blake abschließen soll. Wer einen Kindle besitzt kann hier außerdem die Kurzgeschichte „Portrait of a Starter“ erwerben, die aus Michaels Perspektive erzählt wird.

Handlung:

Die 16-jährige Callie muss sich mit ihrem 7-jährigen Bruder Tyler allein in Los Angeles durchschlagen. Jeden Tag kämpfen die beiden zusammen mit ihrem Freund Michael um das nackte Überleben, denn Hunger und Angst regieren die Stadt und Marshals patroullieren nachts die Straßen auf der Suche nach obdachlosen Jugendlichen. Ihre Eltern haben Callie und Tyler, wie auch die meisten anderen Kinder und Jugendlichen, beim Ausbruch einer Sporeninfektion verloren, die alle Menschen zwischen 40 und 60 getötet hat. Nun gibt es also nur noch ganz junge (die Starters) und ganz alte Menschen (die Enders). Während die Starters beinahe rechtelos entweder unter der Obhut eines Enders leben oder auf der Straße bedingungslos gejagt werden, leben die Enders in Bequemlichkeit und Reichtum. Um sich und Tyler durchzubringen, muss Callie nun eine folgenreiche Entscheidung treffen: sie beschließt, einen Vertrag mit einer so genannten Body Bank abzuschließen, bei der ältere Menschen sich einen jüngeren Körper mieten können. Was für Callie zunächst wie schnell verdientes Geld aussieht, entpuppt sich jedoch bald als ein wahrer Alptraum…

Eigene Meinung:

Mit ihrem Debutroman schwimmt Lissa Price auf der beliebten Welle des dystopischen (Jugend-)Romans mit. Da ich selbst bisher nur wenige Dystopien gelesen habe, kann ich nur schlecht beurteilen, inwiefern der Autorin hier innerhalb des Genres etwas Neues gelingt. Mir persönlich hat die Idee einer Gesellschaft, in der nur junge und alte Menschen leben, aber sehr gut gefallen und ich hatte noch nichts vergleichbares gelesen. Das Cover der deutschen Ausgabe passt, meiner Meinung nach, ausgezeichnet zum Inhalt – mit seinen düsteren Farben und dem schemenhaften, anonym wirkenden, weiblichen Gesicht, das genau das ausdrückt, was den Mädchen und Jungen in der Body Bank passiert: sie werden ihrer Identität beraubt. Die Handlung wird nun aus der Perspektive eines dieser Opfer, Callie, in der Ich- und Vergangenheitsform erzählt.

Callie ist ein sehr charismatischer Charakter, mit dem ich sofort Sympathie empfand. Selbst noch ein Teenager trägt sie die Verantwortung für ihren kleinen Bruder Tyler, dem sie ein sicheres Leben bieten will. Ihre eigene Trauer um die geliebten Eltern muss Callie zurückstellen, um stattdessen das tägliche Überleben zu sichern. Mit Michael zusammen bilden die drei schon fast eine kleine Familie und wenn beschrieben wird, wie Callie, Michael und Tyler zusammen in den heruntergekommenen, verlassenen Häusern der Gegend leben, dann ist das schockierend und rührend zu gleich. Als Tylers Gesundheitszustand sich nach und nach verschlimmert, ist seine große Schwester gezwungen, eine Entscheidung zu treffen und ihn gleichzeitig allein mit Michael zurückzulassen.

Die Idee der Body Bank war für mich faszinierend und abstoßend zugleich. Ich habe mich gefragt, was für Menschen sich wohl den Körper eines anderen mieten und wie sie das vor sich selbst rechtfertigen können. Dennoch war ich enorm gespannt, was Callie wohl erleben würde. Und dann geschah auch schon das Unausweichliche: Callie bleibt im Körper ihren dritten und eigentlich letzten Kundin Helena oft für Stunden und Tage gefangen und muss so erfahren, dass die einen Mord begehen will – sozusagen mit Callies Körper als Mordwaffe. Nach einer Weile können die beiden Frauen sogar miteinander kommunizieren und Helena erzählt Callie schreckliche Dinge über die Body Bank und deren Besitzer, so dass diese bald nicht mehr weiß, wem sie vertrauen kann und auf welche Seite sie sich stellen soll.

Natürlich kommt auch die Liebe in dem Roman nicht zu kurz, denn in dem reichen Jungen Blake findet Callie einen tröstenden Anker, wenn sie Tyler und Michael vermisst und sich in Helenas Welt so einsam und verloren fühlt.  Und in den Wochen und Monaten, die Callie in dem fremden Körper verbringen muss, hat auch Michael in der obdachlosen Florina eine neue Verbündete gefunden. Und so schwankt unsere Protagonistin zwischen der Liebe zu Blake und der tiefen Dankbarkeit und Freundschaft zu Michael, zwischen Freude über das eigene zarte Glück mit Blake und Eifersucht, weil sie nicht länger ein Teil von Michaels Leben sein kann. Dabei rutscht der Roman aber nie ins Kitschige oder Schnulzige ab – die Liebesgeschichte ergänzt die Handlung, stört oder unterbricht sie jedoch nicht.

Die grobe Rahmenhandlung ist mit dem ersten Band abgeschlossen, aber dennoch wird eine Vielzahl von Fragen aufgeworfen, die in „Enders“ noch beantwortet werden müssen. Der Schluss an sich hat mich zwiegespalten zurückgelassen, weil er Happy End und Schlag in die Magengrube zugleich ist. Man weiß nicht, ob man sich freuen soll, weil ein Teil der Handlung gut ausgegangen ist oder weinen soll, weil sich im Laufe der Handlung ein paar wirklich furchtbare Dinge ereignet haben. „Starters“ ist auf jeden Fall ein Buch, das zum Nachdenken anregt und die eine oder andere moralische Frage im Raum stehen lässt. Ich für meinen Teil bin begeistert und freue mich schon sehr auf Band 2.

Fazit: Ein starker Debütroman, der aus einer beklemmenden Welt erzählt und zum Nachdenken anregt.

Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet / Alan Bradley

Titel: Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet (The sweetness at the bottom of the pie)

Autor: Alan Bradley

Seitenzahl: 379

Woher ich es habe: gebraucht gekauft

„Mord im Gurkenbeet“ ist der erste Teil der Reihe um die kleine Giftmischerin Flavia de Luce. Auf Deutsch sind inzwischen schon 2 weitere Teile erschienen – „Mord ist kein Kinderspiel“ und „Halunken, Tod und Teufel“ – im Original sind es schon vier Bände, geplant sind aber noch einige weitere.

Handlung:

Die 11-jährige Flavia ist anders als andere Kinder im selben Alter, denn sie hegt ein großes Interesse für die Chemie und verbringt am liebsten den ganzen Tag in ihrem eigenen Labor. Mit ihren beiden Schwestern Ophelia und Daphne verbindet sie eine leidenschaftliche Hassliebe. Während die beiden Flavia regelmäßig gefesselt und geknebelt in den Wandschrank sperren, experimentiert die kleine Giftmischerin gerne mit Ophelias Lippenstift oder macht sich über die Leseratte Daphne lustig. Harriet, die Mutter der drei Mädchen ist leider bereits gestorben, und so leben sie nur mit ihrem schweigsamen und unnahbaren Vater und dem Angestellten Dogger auf dem Anwesen Buckshaw. Als Flavia eines Nachts einen Sterbenden im hauseigenen Gurkenbeet findet und der Verdacht sofort auf ihren Vater fällt, ist ihr eines klar: sie selbst muss den Mörder dingfest machen, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.

Meine Meinung:

Als erstes möchte ich auf das Cover der deutschen Ausgabe eingehen, denn die gefällt mir wirklich gut. Genau so wie das Mädchen auf dem Titel habe ich mir Flavia vorgestellt, ein wenig wie Wednesday aus der „Addams Family“ – unscheinbar, fast schon ein wenig gruselig mit dunklen Haaren und definitiv ein kleines Mädchen, das man gerne unterschätzt. Und mit diesem kleinen Mädchen steht und fällt die gesamte Handlung. Ich denke, man kann die altkluge, sehr erwachsene und intelligente Flavia nur lieben oder hassen, etwas dazwischen gibt es wohl nicht. Ich für meinen Teil liebe Flavia – ich liebe ihre trockene Art, ihre Begeisterung für alles Chemische und ihre bedingungslose Loyalität zu denen, die sie liebt. In anderen Rezensionen habe ich immer wieder gelesen, dass sie vielen  zu intelligent, zu wagemutig war, aber für mich macht gerade das den Reiz des Buches aus. Und es geht ja nun nicht darum, wie realistisch es ist, dass sich eine 11-Jährige so verhält. Da muss man sich  – meiner Meinung nach – einfach auf die Handlung einlassen.

„Mord im Gurkenbeet“ ist, wie der Titel schon verrät, ein Kriminalroman, der sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche geeignet ist. Und an Flavia ist wirklich eine Detektivin verloren gegangen, denn als sie eines Nachts völlig überraschend einen Unbekannten im Gurkenbeet findet, der ihr nur noch das Wort „Vale“ zuraunen kann, erschreckt oder ekelt sie sich nicht. Im Gegenteil: Sie ist fasziniert und beginnt auf der Stelle in guter alter Sherlock Holmes-Manier zu ermitteln. Sie ist es auch, die den zum Tatort gerufenen Inspektor Hewitt zur Leiche führt und ihn mit dem Geständnis überrascht, sie habe den mysteriösen Mann getötet. Denn der hatte sich am Tag zuvor heftig mit ihrem Vater gestritten und Flavia versucht nun, ihren Vater vor einer Mordanklage zu beschützen. Überhaupt zeigt sich immer wieder deutlich in der Geschichte, dass Flavia nicht immer nur die kluge, kleine Giftmischerin ist, sondern auch ein ganz normales Mädchen, das seine Nase gerne in Dinge steckt, die es nichts angehen, sich aber manchmal auch am liebsten in den Arm ihres Vater werfen möchte. Doch der scheint in seiner eigenen Welt zu leben, was vielleicht erklärt, warum Flavia sich eben mit anderen Dingen beschäftigen musste.

Die Sprache des Romans ist einfach herrlich. Vor allem Flavia hat eine sehr ehrliche, trockene und witzige Sprache. Sie analysiert gerne Menschen und Situationen um sich herum und gibt dann die passenden Kommentare dazu ab. Aber auch die anderen Charaktere sind wundervoll gestaltet, vor allem die Bewohner von Buckshaw. Egal, ob das die eitle Ophelia oder die ruhigere Daphne ist, der wenig intelligente Dogger oder die Haushälterin Mrs. Mullet, deren Backkünste gefürchtet sind – alle sind authentisch und ab der ersten Zeile sympathisch. Die Handlung an sich ist sehr spannend erzählt, wie es sich eben für einen richtigen Krimi gehört. Da die Geschichte aus Flavias Perspektive in Ich-Form geschildert wird, weiß man als Leser immer nur genau so viel, wie diese inzwischen aufgedeckt hat. Man sieht sich selbst auf ihrem geliebten Fahrrad, das sie Gladys nennt, die Hügel hinabrasen, recherchiert mit ihr in alten Zeitungen und befragt die Dorfbewohner. Am meisten hat mich die Szene bewegt, als Flavia ihren inzwischen als Hauptverdächtigen festgenommenen Vater im Gefängnis besucht und er ihr seine Lebensgeschichte erzählt. Hier lernt man eine ganz andere Seite der kleinen Chemikerin kennen, mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Die Auflösung des Kriminalfalls in der Geschichte kam für mich nicht allzu überraschend, denn sie hatte sich in den letzten Kapitel doch recht deutlich abgezeichnet. Aber das ist ja auch nicht ausschlaggebend – wichtig war für mich nämlich eher zu erfahren, wie Flavia es schaffen würde, den wahren Täter zu finden und ihn dingfest zu machen. Gut gefallen hat mir auch, dass es sich bei „Mord im Gurkenbeet“ zwar um den ersten Teil einer Reihe handelt, die Geschichte an sich aber in sich abgeschlossen ist. Dennoch liegt bereits der zweite Teil auf meinem SUB, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Flavia und ihrer Familie weitergeht und welche mörderischen Abenteuer sie noch erlebt.

Fazit: Ein wundervoller Kriminalroman für Erwachsene und Jugendliche, der von seiner charmanten Protagonistin lebt.

Top Ten Thursday #56

Bei der lieben Alice dreht sich diese Woche in ihrem Top Ten Thursday alles um dieses Thema:

10 Bücher (am besten aus dem Bücherregal) zum Thema Feen und Hexen

1. Lamento / Maggie Stiefvater

2.  Gegen das Sommerlicht / Melissa Marr

3. The Iron King / Julie Kagawa

4. Die Elfen-Reihe von Bernhard Hennen

5. Nijura. Das Erben der Elfenkrone / Jenny-Mai Nuyen

6. Die Ring-Trilogie / J. R. Tolkien

7. Die Saga vom Dunkelelf / R.A. Salvatore

8. Der Venuspakt / Jeanine Krock

9. Hexenspur / Devin O‘ Branagan

10. Die Moorhexe / Wolfgang Hohlbein

Ich sehe schon, die Hexen sind auf jeden Fall mein schwaches Thema. Vielleicht liegt es daran, dass ich nur wenige historische Romane lese und mich auch generell nur wenig für Hexen interessiere. Bei den Feen bzw. Elfen ist meine Auswahl schon etwas größer – wobei ich es schwierig finde, da zu differenzieren. Bei Tolkien, Hennen und Salvatore sind die Elfen bzw. Elben ja eine ganz andere Rasse, als in vielen modernen Elfenromanen (z.B. auch in der Sookie Stackhouse-Reihe). Auf das Thema der nächsten Woche freue ich mich auch schon, das heißt nämlich „10 Bücher zum Thema Werwölfe, Gestaltenwandler und Zombies“. Da habe ich zwar auch noch nicht so viele Bücher gelesen, erhoffe mir aber einige Lesetips.

Dame, König, As, Spion / John le Carré

Titel: Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy)

Autor: John le Carré

Seitenzahl: 416

Woher ich es habe: Im Büchertreff gewonnen

„Dame, König, As, Spion“ ist der fünfte Roman der Reihe um den Agenten George Smiley und ich muss gestehen, dass ich mir während der Lektüre mehrfach gewünscht habe, ich hätte mit Band 1 angefangen.

Handlung:

George Smiley wurde aus dem Geheimdienst entlassen, nachdem das ominöse Projekt „Testify“ seinen Vorgesetzten, der von allen nur Control genannt wurde, zu Fall gebracht hatte. Zu allem Überfluss hat ihn auch noch seine bildhübsche Frau Ann verlassen und das nicht zum ersten Mal. So gibt sich Smiley dem Trübsal und Selbstmitleid hin, bis eines Tages einige alte Kollegen mit einer Bitte an ihn herantreten: In ihren Reihen gibt es einen Maulwurf und Smiley soll ihn finden. So stürzt sich dieser in Berge von Akten, um dem Verräter auf die Spur zu kommen und bringt nach und nach Vergangenes ans Licht.

Meine Meinung:

Die Handlung wird von einem allwissenden Erzähler in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Zum einen verfolgt er die Aktivitäten der Männer um George Smiley auf der Suche nach dem Maulwurf in den eigenen Reihen, zum anderen wird aber auch von dem ehemaligen Geheimdienstler Jim Prideaux erzählt, der an einer Schule als Aushilfslehrer untergetaucht ist. In zahlreichen Rückblenden, die zum Teil nur schwer vom Erzählstrang der Gegenwart zu unterscheiden sind, werden außerdem die Ereignisse geschildert, die zu der Ausgangssituation des Romans geführt haben. Es wird erzählt, wie Jim Prideaux bei einer Operation angeschossen wurde und wie es zu Smileys Entlassung kam. Dabei wurde für mich relativ schnell deutlich, wer in diesem Spiel die guten und wer die schlechten Figuren sind. Ich habe deshalb immer wieder während des Lesens gehofft, dass sich alles doch nicht etwa so einfach darstellen würde, doch das tat es tatsächlich, was im Endeffekt kaum Spannung aufkommen lässt.

Mit der Sprache und dem Erzählstil le Carrés wurde ich nur schwer bis gar nicht warm. Zwar ist jedes Kapitel mit einer kurzen Handlungszusammenfassung überschrieben, aber dennoch fiel es mir schwer nachzuvollziehen, was gerade geschah und wohin der aktuelle Handlungsstrang führen sollte. Die Dramaturgie des Romans war für mich schlichtweg nicht erkennbar, die Szenen schienen teilweise wahllos aufeinander zu folgen und nichts, aber auch gar nichts zum Fortgang der Handlung beizutragen. Auch die Vielzahl an Personen und komplizierten Namen, an verdeckten Operationen und den verschiedensten Handlungsorten machte dies alles nicht leichter. Darüber hinaus scheint der Autor eine Vorliebe für lange, verschachtelte Sätze zu haben, die mir meine Deutschlehrerin allesamt mit dem Rotstift angestrichen hätte. Kurz gesagt: Ich musste mich zeilen- und kapitelweise durch den Roman quälen, so leid es mir auch tut, das über einen der größten Schriftsteller von Spionageromanen zu sagen. Aber vielleicht ist das auch einfach nicht mein Genre? Wer weiß…

Hin und wieder hatte der Roman jedoch durchaus seine Momente, vor allem was die Figurenzeichnung betrifft. Jim Prideaux beispielsweise mochte ich von der ersten Seite an, mit Smiley hatte ich eher Mitleid, wenn er mit abwesendem Blick aus dem Fenster der kleinen Pension starrt, in der er sich tagelang durch alte Akten wühlt. Sehr sympathisch war mir auch Peter Guillaum, ein richtiger Draufgänger mit einer Vorliebe für schnelle Autos. Das ist aber auch eine der wenigen, wenn nicht die einzige positive Aussage, die ich über den Roman treffen kann. Denn auch der Schluss und damit die Enttarnung des Maulwurfs kamen für mich nur wenig überraschend. Vielleicht sollte ich es in diesem Fall doch lieber mit dem Film versuchen?!

Fazit: Ein, meiner Meinung nach, dramaturgisch schlecht angelegter Roman, für den mir vielleicht auch ein gewisses Grundwissen oder generell das Interesse am Genre des Agententhrillers fehlte.