Göttlich verdammt / Josephine Angelini

Titel: Göttlich verdammt (Starcrossed)

Autor: Josephine Angelini

Seitenzahl: 494

Woher ich es habe: gebraucht gekauft

„Göttlich verdammt“ ist der erste Teil der Starcrossed-Trilogie der Amerikanerin Josephine Angelini. Der zweite Band – „Göttlich verloren“ – erscheint im Mai 2012.

Handlung:

Die 16-jährige Helen lebt mit ihrem allein erziehenden Vater Jerry auf der Insel Nantucket. In der Schule ist sie schon seit jeher eine Außenseiterin, nur ihre beste Freundin Claire hält seit ihrer Kindheit fest zu ihr. Doch eines Tages geschieht etwas Unerwartetes: die Familie Delos zieht auf die Insel. Claire schwebt sofort im siebten Himmel und sieht sich und Helen im Geiste bereits mit jeweils einem der überirdisch schönen Delos-Jungen verheiratet. Als Helen jedoch Lucas Delos zum ersten Mal auf dem Gang ihrer Schule trifft, hat sie nur einen, ihr selbst völlig unerklärlichen Gedanken: sie muss ihn töten!

Meine Meinung:

Zunächst möchte ich eines fragen: Wer hat sich bitte den Titel „Göttlich verdammt“ ausgedacht? Der englische Titel ist wunderschön und passt einfach perfekt. Der Ausdruck „starcrossed“ ist uns wohl am besten aus Shakespeares „Romeo und Julia“ bekannt und charakterisiert eine Liebe, der das Schicksal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ich gebe zu, dieser Begriff ist nicht einfach in einen deutschen Titel zu übersetzen, dennoch hätte der Verlag, meiner Meinung nach, hier eine bessere Wahl treffen können. Auch das Cover der englischen Harper Teen-Ausgabe (hier zu sehen) finde ich gelungener; es gibt einfach schon zu viele Jugendbuchcover wie das von „Göttlich verdammt“.

Nun aber zurück zum Inhalt. Die Geschichte wird aus einer auktorialen Sichtweise erzählt. Dabei bleibt der Erzähler häufig bei seiner Protagonistin Helen, wechselt hin und wieder aber auch den Standpunkt, um parallel ablaufende Geschehen zu schildern. Die Sprache ist an die Zielgruppe des Romans angepasst und daher eher einfach und klar gehalten. Als Grundthema zieht sich die griechische Mythologie wie ein roter Faden durch den Roman. Die gesamte Familie Delos trägt – mit Ausnahme von Lucas – Namen von griechischen Sagengestalten, was logisch erscheint, wenn man ihre Herkunft bedenkt. Denn nach und nach erfährt Helen, dass die Delos und sie selbst Scions sind, Nachfahren der griechischen Götter und damit Halbgötter. Jeder von ihnen verfügt über besondere Fähigkeiten, von denen jedoch eine besser ausgebildet ist, als die anderen. Helen wird auf einmal klar, warum sie sich all die Jahre so anders und fremd in Gesellschaft ihrer Mitschüler gefühlt hat. Nur schwer findet sie Zugang zu der neuen Welt und den neuen Gaben, die sich ihr eröffnen.

Nachdem Lucas und sie sich gegenseitig das Leben gerettet haben, scheint der unbändige Hass, den Helen bei seinem Anblick verspürt hat, verschwunden zu sein und die beiden werden zu einem untrennbaren Gespann. Doch obwohl Lucas dasselbe wie sie zu empfinden scheint, sträubt er sich dagegen, Helen körperlich näher zu kommen. Und schon bald muss diese erfahren, weshalb: ihrer beider Liebe zueinander ist mit einer Art Fluch belegt. Sollten Helen und Lucas dieser Liebe nachgeben, wird es erneut einen Krieg zwischen den Göttern und den Scions geben. Eine schwere Bürde, die nun auf den Schultern der beiden Teenager lastet. Sollen sie es dennoch wagen, sich ihrer Liebe hinzugeben? Gibt es vielleicht einen Ausweg aus diesem Schicksal, zu dem sie verdammt sind?

Betrachtet man den Aufbau der Handlung, so fällt schnell eine frappierende Ähnlichkeit zu den Grundelementen der Bis(s)-Saga auf. Eine Familie, die plötzlich in einen Ort zieht, bestehend aus 3 Jungen und 2 Mädchen. Eine Familie, die schöner zu sein scheint, als alle anderen, in der darüber hinaus noch jeder über eine besondere Gabe verfügt. Dazu noch ein Mädchen, das sich als Außenseiterin fühlt und mit ihrem allein erziehenden Vater zusammenlebt. Ich muss gestehen, dass mir diese Ähnlichkeiten über lange Strecken des Romans doch zu weit gingen. Natürlich ist „Göttlich verdammt“ kein Vampirroman und die Idee, den trojanischen Krieg mit in die Handlung einzubauen, finde ich auch wirklich gelungen. Dennoch ist Stephenie Meyers Reihe so bekannt, dass Josephine Angelini besser daran getan hätte, ihre Figuren deutlicher voneinander abzuheben. Wenn man es noch klarer formulieren möchte, so ist „Göttlich verdammt“ wohl eine Mischung aus Bis(s), der Schattenjägertrilogie von Cassandra Clare und der Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan.

Dennoch hatte mich der Roman schnell in seinen Bann gezogen. Die Figuren, allen voran die kleine, aber schlagfertige Claire, sind mir sofort an Herz gewachsen. Und wie Teenager habe ich auf den ersten Kuss zwischen Helen und Lucas gewartet, die doch wie füreinander geschaffen sind. Zum Ende des Roman kann ich nicht allzu viel sagen, denn ich möchte nichts verraten. Nur so viel: Ich wusste, dass eine bestimmte Sache ans Tageslicht kommen würde, das musste einfach so sein. Der erste Band endet jedenfalls mit einem Cliffhanger und ich bin etwas frustriert, dass ich noch einige Monate auf den Nachfolgeband warten muss. Denn ich möchte Helen und Claire, Lucas, Jason und Hector und Cassandra und Ariadne möglichst bald wiedersehen.

Fazit:

Eine stellenweise vorhersehbare Handlung mit vielen bekannten Gesichtern und Motiven, die den Leser trotz allem in ihren Bann zieht.

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5 Kommentare zu “Göttlich verdammt / Josephine Angelini

  1. Klingt gut! Ähnlichkeiten zu anderen Büchern fallen mir zwar auch auf, stören mich aber eher selten. Daher denke ich, dass mir das Buch gefallen könnte. Auf meiner Wunschliste steht es schon. 😉

  2. Also ich bin gerade am Lesen und diese griechischen Namen sind für mich ein wenig verwirrend. Helen hat z.B. herausgefunden, dass Cassandra in die Zukunft blicken kann und war ganz erstaunt. Ich war eher erstaunt, dass das noch nicht herausgekommen war, denn Kassandra ist ja die Prophetin in der Ilias. 😉
    Trotzdem eine coole Idee, da muss ich dir zustimmen. Nur mehr Eigenintiative der Autorin wäre wünschenswert gewesen.

    • Das stimmt, da hast Du recht. Manchmal waren mir die Namen auch ein wenig zu „sprechend“; es war fast klar, welche Fähigkeit Cassandra hat.

      Ich bin mal gespannt auf Band 2 und hoffe, dass sich die Reihe dann etwas deutlich von Bis(s) und Konsorten abhebt.

      • Da bin ich auch schon mal gespannt, was ich da für Kritiken höre. Bis dahin behalte ich mir die Reihe erst einmal im Hinterkopf.

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