Black Dagger 17 & 18 / J.R. Ward

Titel: Black Dagger: Vampirschwur & Black Dagger: Nachtseele (Lover Unleashed)

Autor: J.R. Ward

Seitenzahl: 366 & 334

Woher ich es habe: selbst gekauft

Jedes Mal, wenn ich die deutsche Black Dagger-Reihe in die Hand nehme, ärgere ich mich darüber, dass Heyne die englischen Bände in 2 deutsche Teile gespalten hat. Das ist in meinem Augen einfach Geldmacherei und bedeutet für die deutschen Leser eigentlich, dass sie auf das Erscheinen beider Bände warten müssen, denn die Handlung wird durch die Aufteilung immer regelrecht auseinandergerissen. Also wartete auch ich bis Mitte Februar, um mit der Lektüre von „Vampirschwur“ zu beginnen. Ich werde beide Bände in einer Rezension zusammenfassen – alles andere macht meiner Meinung nach keinen Sinn.

Handlung:

In den vorherigen beiden Bänden gelang es der Bruderschaft, Payne, Vishous‘ Zwillingsschwester, aus ihrer Gefangenschaft auf der „anderen Seite“ zu befreien. Doch in einem Kampf mit Wrath, dem König der Bruderschaft, wird ihre Wirbelsäule schwer verletzt und fortan kann Payne ihre Beine nicht mehr bewegen. Die Verletzung seiner Schwester macht Vishous schwer zu schaffen. In seiner Wut und seinem Drang danach, sich selbst Schmerzen zuzufügen, entfernt er sich immer weiter von seiner Shellan Jane. Die ist es schließlich auch, die ihren alten Kollegen, den Chirurgen Manuel Manello, an Paynes Krankenbett holen lässt, um sie zu retten. Natürlich verlieben sich die beiden Hals über Kopf ineinander, doch wie kann die Beziehung zwischen einer Vampirin und einem Menschen von Bestand sein?

Meine Meinung:

In den vorhergehenden Bänden fiel es mir eigentlich immer recht leicht, den Haupthandlungsstrang auszumachen. In diesen beiden Bänden scheint es mir nun, als wäre die Reihe nun wirklich auf ihren Kern reduziert worden: die vielfältigen Liebesbeziehungen und die Gemeinschaft der Brüder. Wo sich eine Zeit lang noch die Lesser unter der Führung von Omega in das Leben der Bruderschaft einmischten, bleibt inzwischen recht unklar, wogegen die Brüder im Moment noch kämpfen. Sicher, sie patroullieren zum Schutz der Menschen noch immer nachts die Straßen und töten ein paar ihrer Feinde; dennoch erscheint ihr Tun eher ziellos. Und um nun wenigstens etwas für Spannung zu sorgen, bringt J.R. Ward eine neue Figur in den Handlungsverlauf ein: Xcor, einen weiteren Sohn des grausamen Bloodletter, den seit Jahrhunderten nur das eine Ziel umtreibt – die Mörderin seines Vaters zu finden. Diese ist natürlich keine Geringere als die verletzte Payne und diese ist somit in Gefahr. Das ist auch schon die Zusammenfassung der Kampfhandlung, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Ansonsten verliert sich „The Warden“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt wird, in zahlreichen Nebenhandlungen: der aufkeimenden Liebe zwischen Manello und Payne, Vishous Kampf mit sich selbst und seiner Vergangenheit, der täglichen Polizeiarbeit von Butchs ehemaligem Kollegen und dessen neuen Partner und natürlich dem Liebesdreieck Qhuinn – Blaylock – Saxton. Interessanterweise ist es genau diese Liebesgeschichte, die mich am meisten dazu anspornt, die weiteren Romane noch zu lesen. Für mich ist die unerfüllte Liebe zwischen Qhuinn und Blay am besten und glaubwürdigsten beschrieben. Da verwundert es auch nicht weiter, dass die Fans der Reihe vehement nach eben dieser Geschichte verlangen. Diese möchte J.R. Ward allerdings nur in einer eigenen Novelle beschreiben aus Angst, ihr Lesepublikum könnte sich von der Liebe zwischen 2 Männern abschrecken lassen. Sehr schade…

Die eigentliche Geschichte um Manello und Payne gleicht hingegen denen aus den vorhergehenden Bänden. 2 Liebende haben sich gefunden, können aber nicht beieinander sein. Erst zweifelt der eine an der Beziehung, dann der andere und schließlich kommt es immer zu einer Situation, in denen einer von beiden die Furcht durchstehen muss, den anderen für immer zu verlieren. (In diesem Fall wird Payne von Xcor entführt und Manello ist praktischer Weise der einzige, der tagsüber nach ihr suchen kann. So verdient er sich auch den Respekt von Vishous, der den Chirurgen zuvor am liebsten einen Kopf kürzer gemacht hätte.) Am Ende kommt dann durch eine glückliche Fügung immer alles ganz anders und das glückliche Paar ist vereint. Wie genau das in „Nachtseele“ geschieht, das möchte ich nicht verraten. Nur so viel: es ist wirklich sehr an den Haaren herbeigezogen!

Sprachlich waren beide Bände, meiner Meinung nach, nur wenig gelungen. Dass J.R. Ward nicht gerade eine Wortkünstlerin ist, das war mir ja schon seit den ersten Bänden klar, aber in „Vampirschwur“ und „Nachtseele“ setzt sie dem Ganzen noch die Krone auf. Ich konnte schon gar nicht mehr zählen, wie oft das Wort „Fürwahr“ und der Satz „Sie war/ist wirklich eine Frau von Wert!“ in beiden Romanen auftaucht, aber bereits nach der dritten Verwendung ging mir beides sehr auf die Nerven. Vielleicht sollte ich mir zumindest einmal einen englischen Band vornehmen; allein um festzustellen, um möglicherweise nur die deutsche Übersetzung so schrecklich einfallslos ist oder ob diese dauernden Wiederholungen doch auf das Konto der Autorin gehen.

Nachdem ich mir nun noch einmal selbst meine Kritik an den Bänden durchgelesen habe, frage ich mich doch, weshalb ich „Black Dagger“ immer noch treu geblieben bin. Und hier liegt dann wohl auch das wirkliche Können der Autorin: ihre Figurenzeichnung. Mir sind in den letzten 18 Doppelbänden einfach alle Brüder und ihre Gefährtinnen und Freunde ans Herz gewachsen, sogar der treue Hausdiener, und wie es nun mal unter Freunden so ist: man möchte stets wissen, was sie so tun und wie es ihnen geht. Auch ich möchte weiterhin am Ball bleiben, möchte wissen, ob Vishous nun endlich sein Trauma überwunden hat, möchte Nalla aufwachsen und Qhuinn und Blay sich endlich verlieben sehen. Und genau für dieses „heimelige“ Gefühl, wenn ich eines der Bücher lese, vergebe ich doch noch eine recht gute Wertung.

Fazit: Definitiv nicht eine der besten Liebesgeschichten der Reihe, aber dennoch für Fans ein absolutes Muss!

 

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4 Kommentare zu “Black Dagger 17 & 18 / J.R. Ward

  1. Ich wollte eingentlich ja auch mal damit anfangen, diese Reihe zu lesen.
    Aber mir sind es wirklich zu viele Teile. Und es scheint ja kein Ende in Sicht zu sein.
    Daher lasse ich es lieber.

    • Nein, ich glaube, da ist tatsächlich erstmal kein Ende in Sicht. Vielleicht leihst Du Dir einfach mal die ersten 2 Bände von jemandem aus? Allerdings wird man ja echt arm, wenn man sich die 18 Bände innerhalb kurzer Zeit dann alle zulegen will. Da bin ich schon froh, dass sich das bei mir über mehrere Jahre verteilt hat. 😉

  2. Bisher hab ich leider nur die ersten 4 Bände gelesen, habe mich aber auf die weiteren gefreut, weil ich auch meistens nur Gutes drüber höre. 3 Kirschen ( ❤ ) sind zwar nicht schlecht, aber schade finde ich es doch, dass die Bücher scheinbar mit der Zeit doch nachlassen 😦 Trotzdem danke für deinen Eindruck. Übrigens: Ich rolle jetzt das Feld, sprich dein Blog, von hinten auf.^^ Sehr aufschlussreich.

    Liebe Grüße
    Missy

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