Bartimäus. Das Amulett von Samarkand / Jonathan Stroud

Titel: Bartimäus. Das Amulett von Samarkand (The Amulet of  Samarkand)

Autor: Jonathan Stroud

Seitenzahl: 540

Woher ich es habe: Bände 1 bis 3 im Schuber als Mängelexemplar bei Arvelle gekauft

Mit der Reihe um den Dämon Bartimäus lag mir mein Verlobter schon lange in den Ohren. Und nachdem er bei der Lektüre der Bände mehrmals laut losgelacht und noch häufiger breit gegrinst hat, war ich doch sehr gespannt. „Das Amulett von Samarkand“ ist übrigens der erste Band einer Reihe, die noch 2 Nachfolgebände und eine Vorgeschichte umfasst.

Handlung:

Der Dämon Bartimäus ist über 5000 Jahre alt und stand schon dem mächtigen König Salomo mit Rat und Tat zur Seite.  Als er jedoch eines Tages erneut beschworen wird, traut er seinen Augen kaum: sein neuer Herr und Meister ist der 11-jährige Nathanael, Lehrling des nur mäßig begabten Zauberers Arthur Underwood. Dem Jungen gelingt es tatsächlich, Bartimäus seinen Willen aufzuzwingen und so schickt er ihn los, für ihn einen magischen Gegenstand großer Macht zu stehlen – das Amulett von Samarkand. Dem Dämon gelingt es tatsächlich, das Artefakt an sich zu bringen und in Underwoods Arbeitszimmer zu verstecken, doch ahnen er und Nathanael nicht, mit welchen Mächten sie sich damit angelegt haben.

Meine Meinung:

„Das Amulett von Samarkand“ ist ein Jugendbuch mit einer Vielzahl von klassischen Fantasyelementen. Die Handlung ist in einem fiktiven London der Gegenwart angesiedelt, in dem Magier über die „Gewöhnlichen“, wie Bürger wie Du und Ich dort genannt werden, herrschen. Ich finde es sehr angenehm, dass hier zur Abwechslung einmal Zauberer und Magie im Allgemeinen nicht stereotyp – entweder als rettend und weise oder abgrundtief böse – dargestellt werden. So gibt es unter der magischen Bevölkerung Sympathieträger und Verräter, Dummköpfe und Genies, freundliche und gerechte sowie herrschsüchtige und arrogante Individuen. Vor allem die letztere Kategorie führte dazu, dass sich in den letzten Monaten in London eine Widerstandsbewegung gegen die Zauberer bildete, die bereits mehrere Anschläge verübt hat.

Mitten in diesem Chaos wird nun der junge Nathanael, wie es üblich ist, seinen Eltern weggenommen und dem Zauberer Arthur Underwood als Lehrling zur Seite gestellt. Während Mrs. Underwood den Jungen mit offenen Armen aufnimmt, gibt sich sein Meister selbst reserviert. Es scheint, als könne er mit Kindern im Allgemeinen nichts anfangen und Nathanaels Intelligenz weiß er ebenso nicht recht einzuschätzen. Schon bald ist Nathanael frustriert und bringt sich im Selbststudium Magie bei, die Underwood erst in einigen Jahren für ihn vorgesehen hatte. Nach und nach verliert er immer mehr den Respekt vor seinem Meister und dessen Zauberkollegen und entwickelt sich zu einem arroganten kleinen Schnösel. Zum Glück ist da aber noch der Namensgeber der Reihe: Bartimäus, ein Dämon mittlerer Macht. Mit seinen Sticheleien, Anekdoten und Kommentaren erobert er das Herz des Lesers im Sturm. Er ist es auch, der Nathanael immer wieder in seine Schranken weist und wenn der unerträgliche, besserwisserische Knabe von ihm so richtig den Kopf gewaschen bekommt, muss man einfach nur schadenfroh grinsen.

Die eigentliche Haupthandlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, einerseits bleibt der Autor dicht an Nathanael und enthüllt so dessen Leben bei seinem Meister Underwood, auf der anderen Seite wird das Geschehen aus der Sicht des Dämons (mit vielen amüsanten Fußnoten) geschildert. Das namensgebende Amulett steht dabei immer im Zentrum der Handlung, denn mit seiner Hilfe will sich Nathanael an Simon Lovelace rächen, einem Zauberer, der ihn vor einigen Jahren gedemütigt hatte. Hier wird, meiner Meinung nach, auch deutlich, wie kindisch der junge Zauberlehrling sich verhält. Von seinem Können ist er so überzeugt, dass er über die Schmähung durch Lovelace einfach nicht  hinwegsehen kann und allein deswegen wird er im Verlauf der Handlung einigen Menschen den Tod bringen. Denn auch Nathanaels Gegenspieler ist bereit, für das Amulett und seine dunklen Pläne über Leichen zu gehen.

Mit Band 1 ist die Kernhandlung an sich abgeschlossen, was ich angenehm finde. So wird zwar bereits angedeutet, wie sich die Geschichte in den folgenden Bänden entwickeln könnte, dennoch gibt es aber keinen großen Cliffhanger, der einen quasi zum Weiterlesen zwingt. Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer von Bartimäus und Nathanael.

Fazit:

Ein spannend geschriebenes Jugendbuch, das auch Erwachsene fesseln dürfte und Lust auf die restlichen Bände der Reihe macht.

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