Archiv | Januar 2012

Top Ten Thursday #48

Nachdem ich letzte Woche gnadenlos an dem Thema „Zehn Bücher, deren Cover eurer Meinung nach nicht zum Inhalt passen“ gescheitert bin, will ich diese Woche doch wenigstens ein paar Bücher beitragen. Diese Woche lautet das Thema bei Alice im Bücherland:

10 Bücher zum Thema Musik und / oder Tanz

Gelesen habe ich hierzu:

  1. If I stay / Gayle Forman
  2. Where she went / Gayle Forman
  3. Anna / Justus Pfaue
  4. Die Katja-Reihe / Tina Caspari
  5. Novecento / Alessandro Baricco

Immerhin auf der Wunschliste sind noch diese beiden:

  1. Tödliches Requiem / Paolo Roversi
  2. Nick & Norah’s infinite playlist / Rachel Cohn

Vielleicht kann ich ja beim nächsten Mal wieder die 10 voll machen. 😉

Schweig still, süßer Mund / Janet Clark

Titel: Schweig still, süßer Mund

Autor: Janet Clark

Seitenzahl: 349

Woher ich es habe: Im Büchertreff bei der Verlosung zur Leserunde gewonnen

„Schweig still, süßer Mund“ ist der zweite Roman der deutschen Autorin Janet Clark und ihr erster Jugendthriller. Noch 2012 sollen von ihr ein weiterer Jugend- und ein Mysterythriller erscheinen.

Der Roman wurde von mir in einer von der Autorin begleiteten Leserunde gelesen. Dort erlebte ich Janet Clark als eine sehr sympathische, sehr zugängliche und durchaus kritikfähige Autorin, die sich viel Zeit für ihre Leser nimmt. Dies und die Tatsache, dass ich von „Schweig still, süßer Mund“ sehr überrascht war, sorgen dafür, dass mein erstes Buch der Autorin sicher nicht mein letztes gewesen sein wird.

Handlung:

Die 17-jährige Jana und die 18-jährige Ella sind schon seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Als Ella eines Tages spurlos verschwindet, macht Jana sich auf die Suche nach ihr. Nach und nach geraten Jana und ihr bester Freund Fabian sowie Janas Schwester Miriam immer tiefer in die Geschehnisse hinein. Bald muss Jana sich fragen, ob sie ihre beste Freundin Ella jemals richtig gekannt hat, denn immer mehr Geheimnisse suchen sich ihren Weg ans Tageslicht. Doch Jana scheint der Lösung des Rätsels immer näher zu kommen – vielleicht schon zu nah…

Eigene Meinung:

An „Schweig still, süßer Mund“ sind mir zunächst 2 Dinge aufgefallen: der Titel und das Cover. Ich muss zugeben, dass die etwas schwülstig anmutende Formulierung in erhabener Schreibschrift und die Umschlaggestaltung mit Rosenmotiv mich im Buchladen nicht unbedingt angesprochen hätten. (Ich gehöre mit meinen 30 Jahren vermutlich aber auch nicht zur hauptsächlichen Zielgruppe des Jugendthrillers.) Hier bewahrheitet sich jedoch die Redensart, die davor warnt, ein Buch nur nach seinem Cover zu beurteilen, denn hinter diesem verbirgt sich eine spannend geschriebene Geschichte, die auch Erwachsene zu fesseln weiß.

Der Roman beginnt mit dem Prolog eines Unbekannten, des Täters. Ich muss gestehen, dass bereits hier mein Interesse geweckt war, denn ich mag es sehr, wenn ein Buch mit einem Rätsel beginnt, das für den Leser nach und nach einen Sinn ergibt – so wie bei einem Puzzle langsam ein Bild erkennbar wird, je mehr Teile man hinzufügt. Diese Art des Einstiegs hat mir schon in Bettina Belitz‘ Trilogie um Ellie und Colin gefallen; ein sehr geschickter Schachzug, um Spannung zu erzeugen, ohne zu viele Details zu verraten.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert: aus Janas Blickwinkel, dem des Täters und dem seines Entführungsopfers. Dank dieser geschickten Perspektivenwechsel weiß der Leser schon lange, bevor Jana es selbst ahnt, dass das junge Mädchen sich in großer Gefahr befindet, denn jemand beobachtet sie und folgt ihr bei jedem ihrer Schritte. Die Autorin streut immer wieder kleinere Hinweise ein und legt Fährten, von denen sich einige später als falsch erweisen. So bleibt die Spannung den ganzen Roman über erhalten und es wird verhindert, dass man sich schon allzu früh auf den „richtigen“ Täter festlegen kann. Ebenso bleibt lange unklar, was tatsächlich mit Ella geschehen ist und um wen es sich bei dem entführten Mädchen handelt.

Die Figuren sind glaubhaft gezeichnet, auch wenn zum Beispiel das Verhalten von Jana einem als Leser die Haare zu Berge stehen lässt. Oft genug ermittelt sie auf eigene Faust, trifft sich mit wildfremden Menschen, die sie nur aus dem Internet kennt, manchmal sogar in deren Wohnung. Generell ist das Internet mit all seinem Nutzen und seinen Gefahren ein großes Thema in „Schweig still, süßer Mund“. Es hilft den Jugendlichen enorm auf der Suche nach Ella, weil es viele Menschen erreicht. Aber auch die Schattenseiten werden beleuchtet und Fragen aufgeworfen: Wie viel darf man im Internet von sich preisgeben? Wie kann man sich vor Datenraub schützen? Dient youtube tatsächlich nur der Unterhaltung oder lässt sich auch viel Schaden auf dieser Plattform anrichten?

In den letzten Kapiteln löst sich das Rätsel um Ellas Verschwinden nach und nach auf und alle losen Handlungsfäden werden zusammengeführt. Von der letztendlichen Auflösung war ich nicht allzu überrascht, da ich schon eine entsprechende Ahnung hatte. Dennoch war es ungemein spannend zu erfahren, wie alles zusammenhängt und auf die Frage nach dem Warum eine Antwort zu erhalten.

Fazit:

Ein gelungener Jugendthriller, der auch Erwachsene zu begeistern weiß und ganz ohne brutale Schilderungen auskommt.

The man who rained / Ali Shaw

Titel:  The man who rained

Autor: Ali Shaw

Seitenzahl: 258

Woher ich es habe: neu bei Book Depository gekauft

Es ist da, endlich ist es da! Nachdem mir Ali Shaws Erstling „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ so gut gefallen hat, musste ich sein zweites Buch „The man who rained“ einfach haben. Das Cover ist ebenso zauberhaft wie das von „The girl with glass feet“, ich liebe es einfach! Leider bin ich im Moment sowohl in Ben Aaronovitchs „Die Flüsse von London“ als auch in Janet Clarks „Schweig still, süßer Mund“ vertieft, so dass „The man who rained“ wohl noch ein wenig warten muss. Ich bin aber schon wahnsinnig gespannt und freue mich auf die Lektüre. Dem Klappentext zufolge scheint es erneut um eine Liebe zwischen Außenseitern zu gehen, um Verlust und um Dinge, die außerhalb der Realität liegen.

Handlung:

When Elsa’s father is killed in a tornado, all she wants is to escape – from New York, her job, her boyfriend – to somewhere new, anonymous, set apart. For some years she has been haunted by a sight once seen from an aeroplane: a tiny, isolated settlement called Thunderstown. Thunderstown has received many a pilgrim, and young Elsa becomes its latest – drawn to this weather-ravaged backwater, this place rendered otherworldly by the superstitions of its denizens. In Thunderstown, they say, the weather can come to life and when Elsa meets Finn Munro, an outcast living in the mountains above the town, she wonders whether she has witnessed just that. For Finn has an incredible secret: he has a thunderstorm inside of him. Not everyone in town wants happiness for Elsa and Finn. As events turn against them, can they weather the tempest – can they survive at all? The Man Who Rained is a work of lyrical, mercurial magic and imagination, a modern-day fable about the elements of love.

Bartimäus. Das Amulett von Samarkand / Jonathan Stroud

Titel: Bartimäus. Das Amulett von Samarkand (The Amulet of  Samarkand)

Autor: Jonathan Stroud

Seitenzahl: 540

Woher ich es habe: Bände 1 bis 3 im Schuber als Mängelexemplar bei Arvelle gekauft

Mit der Reihe um den Dämon Bartimäus lag mir mein Verlobter schon lange in den Ohren. Und nachdem er bei der Lektüre der Bände mehrmals laut losgelacht und noch häufiger breit gegrinst hat, war ich doch sehr gespannt. „Das Amulett von Samarkand“ ist übrigens der erste Band einer Reihe, die noch 2 Nachfolgebände und eine Vorgeschichte umfasst.

Handlung:

Der Dämon Bartimäus ist über 5000 Jahre alt und stand schon dem mächtigen König Salomo mit Rat und Tat zur Seite.  Als er jedoch eines Tages erneut beschworen wird, traut er seinen Augen kaum: sein neuer Herr und Meister ist der 11-jährige Nathanael, Lehrling des nur mäßig begabten Zauberers Arthur Underwood. Dem Jungen gelingt es tatsächlich, Bartimäus seinen Willen aufzuzwingen und so schickt er ihn los, für ihn einen magischen Gegenstand großer Macht zu stehlen – das Amulett von Samarkand. Dem Dämon gelingt es tatsächlich, das Artefakt an sich zu bringen und in Underwoods Arbeitszimmer zu verstecken, doch ahnen er und Nathanael nicht, mit welchen Mächten sie sich damit angelegt haben.

Meine Meinung:

„Das Amulett von Samarkand“ ist ein Jugendbuch mit einer Vielzahl von klassischen Fantasyelementen. Die Handlung ist in einem fiktiven London der Gegenwart angesiedelt, in dem Magier über die „Gewöhnlichen“, wie Bürger wie Du und Ich dort genannt werden, herrschen. Ich finde es sehr angenehm, dass hier zur Abwechslung einmal Zauberer und Magie im Allgemeinen nicht stereotyp – entweder als rettend und weise oder abgrundtief böse – dargestellt werden. So gibt es unter der magischen Bevölkerung Sympathieträger und Verräter, Dummköpfe und Genies, freundliche und gerechte sowie herrschsüchtige und arrogante Individuen. Vor allem die letztere Kategorie führte dazu, dass sich in den letzten Monaten in London eine Widerstandsbewegung gegen die Zauberer bildete, die bereits mehrere Anschläge verübt hat.

Mitten in diesem Chaos wird nun der junge Nathanael, wie es üblich ist, seinen Eltern weggenommen und dem Zauberer Arthur Underwood als Lehrling zur Seite gestellt. Während Mrs. Underwood den Jungen mit offenen Armen aufnimmt, gibt sich sein Meister selbst reserviert. Es scheint, als könne er mit Kindern im Allgemeinen nichts anfangen und Nathanaels Intelligenz weiß er ebenso nicht recht einzuschätzen. Schon bald ist Nathanael frustriert und bringt sich im Selbststudium Magie bei, die Underwood erst in einigen Jahren für ihn vorgesehen hatte. Nach und nach verliert er immer mehr den Respekt vor seinem Meister und dessen Zauberkollegen und entwickelt sich zu einem arroganten kleinen Schnösel. Zum Glück ist da aber noch der Namensgeber der Reihe: Bartimäus, ein Dämon mittlerer Macht. Mit seinen Sticheleien, Anekdoten und Kommentaren erobert er das Herz des Lesers im Sturm. Er ist es auch, der Nathanael immer wieder in seine Schranken weist und wenn der unerträgliche, besserwisserische Knabe von ihm so richtig den Kopf gewaschen bekommt, muss man einfach nur schadenfroh grinsen.

Die eigentliche Haupthandlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, einerseits bleibt der Autor dicht an Nathanael und enthüllt so dessen Leben bei seinem Meister Underwood, auf der anderen Seite wird das Geschehen aus der Sicht des Dämons (mit vielen amüsanten Fußnoten) geschildert. Das namensgebende Amulett steht dabei immer im Zentrum der Handlung, denn mit seiner Hilfe will sich Nathanael an Simon Lovelace rächen, einem Zauberer, der ihn vor einigen Jahren gedemütigt hatte. Hier wird, meiner Meinung nach, auch deutlich, wie kindisch der junge Zauberlehrling sich verhält. Von seinem Können ist er so überzeugt, dass er über die Schmähung durch Lovelace einfach nicht  hinwegsehen kann und allein deswegen wird er im Verlauf der Handlung einigen Menschen den Tod bringen. Denn auch Nathanaels Gegenspieler ist bereit, für das Amulett und seine dunklen Pläne über Leichen zu gehen.

Mit Band 1 ist die Kernhandlung an sich abgeschlossen, was ich angenehm finde. So wird zwar bereits angedeutet, wie sich die Geschichte in den folgenden Bänden entwickeln könnte, dennoch gibt es aber keinen großen Cliffhanger, der einen quasi zum Weiterlesen zwingt. Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer von Bartimäus und Nathanael.

Fazit:

Ein spannend geschriebenes Jugendbuch, das auch Erwachsene fesseln dürfte und Lust auf die restlichen Bände der Reihe macht.

Grimm / Christoph Marzi

Titel: Grimm

Autor: Christoph Marzi

Seitenzahl: 556

Woher ich es habe: Als Mängelexemplar von Arvelle gekauft

Von Christoph Marzi habe ich bereits „Heaven. Stadt der Feen“ gelesen – eine wirklich tolle Geschichte, mit einem wirklich tollen Cover. Und so wurde ich immer neugieriger auf den Autor und neben der Reihe um die „uralte Metropole“ ( beginnend mit „Lycidas“) landete auch „Grimm“ auf meiner Wunschliste. Ich liebe Märchen, allen voran natürlich die Klassiker der Gebrüder Grimm, von Hans-Christian Andersen oder Ludwig Bechstein und auch Märchenfilme. Auch neuere Umsetzungen wie „Reckless“ von Cornelia Funke haben mir gut gefallen.Daher musste „Grimm“ einfach in mein Bücherregal einziehen.

Handlung:

Vergiss nie die Macht der Worte…

Es waren einmal zwei Schwestern, die lauschten allabendlich den Worten ihres Vaters: »Mädchen, weicht vom Wege nicht!« Doch die Jahre vergingen, die eine Schwester starb und die andere vergaß Rotkäppchen. Bis sich das Märchen an einem stürmischen Herbsttag mit aller Macht bei der siebzehnjährigen Vesper Gold zurückmeldet.
Plötzlich geschehen seltsame Dinge in Hamburg: Ein Wolf streift durch die Stadt, Kinder fallen in einen rätselhaften Tiefschlaf. Und Vesper allein hält den Schlüssel zu einem düsteren Geheimnis in Händen, das bis zu den Brüdern Grimm zurückreicht. (Quelle: Amazon)